Seit dem 06. Mai 2008 läuft in der freien Enzyklopädie „Wikipedia“ der Testlauf einer neuen Kontrollinstanz zur Erhöhung der Verlässlichkeit der angebotenen Inhalte. Bisher war es jedem Besucher möglich, die vorhandenen Artikeltexte beliebig zu ändern. Da es in der menschlichen Natur liegt, den schmalen Grad zwischen Kommunismus und Anarchie leichtfertig zu überschreiten, kam es somit immer wieder zu mutwilligen Verfälschungen von vorhandenen Artikeln oder gar dem Erstellen neuer, von Unwahrheiten durchzogener Beiträge. Aus diesem Grund wird u.a. an Universitäten immer wieder davor gewarnt, Texte der Wikipedia für bare Münze zu nehmen.

Um dieses Misstrauen aus der Welt zu räumen, werden Änderungen an Artikeltexten in Zukunft erst dann angezeigt, wenn vorher ein so genannter „Sichter“ oder „Prüfer“ sein OK gibt.

wikipedia-gesichtet.gifBis zu diesem Zeitpunkt wird standardmäßig immer die zuletzt gesichtete oder geprüfte Version eines Textes ausgegeben. Der immer wieder auftretende Vandalismus innerhalb der Wikipedia soll damit eingeschränkt werden.

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Russ Jones vom GoogleCache-Blog hat mal die große Probe aufs Exempel gemacht. Er hat 600 zufällig ausgewählte Artikel aus der Wikipedia bei Google gesucht. Nicht gänzlich überraschend hat die Suchmaschine ein weiteres Mal Ihre Vorliebe für user-generierte Inhalte bewiesen: 580 von 600 Begriffen waren auf der ersten Suchergebnis-Seite zu finden, das sind immerhin traumhafte 96,66%.

Schauen wir doch mal auf Google.de:

Suchbegriff Ergebnisse Top10 Platzierung
William Shakespeare 3,700,000 1
Porsche 989 286.000 2
SEO 153.000.000 1
Finanzen 63.000.000
CRM 98.600.000 2+3
Doom 43.000.000 1
Sony 409.000.000 5
Mister Wong 4.360.000 2
Bremen 71.500.000 3
Hedge-Fonds 2.150.000 1

Immerhin: Bei unserem kurzen Test haben wir doch 90% erreicht, stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass nur die höchste Platzierung genannt wurde. Der Suchbegriff „Porsche 989“ brachte immerhin fünf Wikipedia-Einträge in den Top10 (International, Türkei, Schweden, Deutschland, Portugal).

Da darf man durchaus einmal überlegen, ob es sich lohnt, eigene Produkte oder das eigene Unternehmen in die Wikipedia einzupflegen. Gegebenenfalls kann man dort ja auch gleich einen (nofollow) Link platzieren.

Nur immer ehrlich bleiben – extreme Lobhudelei wird selten gerne gesehen. Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen, ob Ihr Artikel noch in einer für Sie vorteilhaften Form existiert, denn als offenes System, kann auch jeder andere User „Verbesserungen“ vornehmen. Dies sollte Sie aber auf keinen Fall davon abhalten, aktiv in Web 2.0-Portalen, wie der Wikipedia, mitzuarbeiten.