Google macht es vor und Microsoft macht es nach. So könnte man zumindest denken, wenn man sieht, dass Microsoft nun auch, wie bereits zuvor Google mit seinem Street-View Projekt, Kamera-Autos quer durch Deutschland schickt, um Straßen und Häuser zu fotografieren.

Insgesamt möchte der Software-Riese und Suchmaschinenbetreiber 60 Städte in Deutschland erfassen. Der gesamte Prozess soll gut 18 Monate dauern und die ersten Bilder sollen vermutlich bereits im Spätsommer oder Frühherbst über Bing Streetside abrufbar sein.

Spezial-Fahrzeug von NAVTEQ ausgestattet mit Panorama- und Multi-View-Kameras sowie Messeinheiten zur Geo-Positionierung. Quelle: Navteq

Datenschutz: Widerspruch erst nach Veröffentlichung möglich

Ein entscheidender Unterschied zu Googles Street View ist allerdings, dass Microsoft mit seinem Bing Streetside derzeit keine Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Aufnahme des eigenen Hauses anbietet. Erst wenn die Bilder online auftauchen, sollen Nutzer die Gelegenheit bekommen, gegen die Veröffentlichung zu protestieren.

Microsoft begründet die spätere Einführung von Wiederspruchsmöglichkeiten mit der Datensparsamkeit. „Ich müsste quasi Adressen, Telefonnummern und Namen bei mir hinterlegen lassen, um mit den Leuten dann zweifelsfrei das richtige Objekt bestimmen zu können.“ so ein Microsoft Sprecher.

Es bleibt spannend, ob, wie zuvor bei Google Streeview, die Datenschützer Sturm gegen den Dienst laufen oder ob sich die Lage durch die vorherigen Erfahrungen mit dem Googles Dienst inzwischen beruhigt hat.

Mehr Informationen zu Streetside finden Sie auf der Projektseite von Microsoft.

Nachdem schon seit ein paar Tagen die ersten Einblicke in Google Street View möglich waren, sind mit dem heutigen Donnerstag die ersten zwanzig deutschen Städte online gegangen. Im Detail handelt es sich dabei um Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Unser Berliner Standort bei Google Street View

Auch wenn die große Mehrzahl aller Gebäude recht detailliert zu erkennen ist, mussten doch nicht weniger als 200.000 Häuser und Fassaden von Google auf Grund eines entsprechenden Antrages grob verpixelt werden. (mehr …)