Eine Alternative zu Twitter, Facebook und Konsorten komplett ohne Werbung? Es klingt für den privaten Nutzer fast zu wundervoll, um wahr zu sein. App.net ist eine junge Plattform für Sozial Networks, die sich derzeit noch in ihrer Anfangsphase befindet. Das Konzept ist einfach: Die Seite bietet den Nutzern eine Technikplattform mit vielen Möglichkeiten ohne jegliche Werbung. Im Gegenzug sind die Mitgliedschaften bei App.net kostenpflichtig, die Benutzer sind also Kunden und nicht – wie bei vielen Social Networks gerne bemängelt wird – selbst das Produkt.

Merken muss man sich hier auch den feinen Unterschied zwischen Plattform und dem eigentlichen Netzwerk: Social Networks, an denen die Benutzer teilnehmen, können App.net als technische Grundlage benutzen. Ebenso können (mobile) Apps auf den Dienst zurückgreifen, der beispielsweise Messaging, Microblogging à la Twitter oder File Storage à la Dropbox oder Google Drive erlaubt. App.net selbst hat dagegen nicht zum Ziel, zum sozialen Netzwerk zu werden, sondern betreibt den Unterbau. So wird beispielsweise unter alpha.app.net zwar ein simpler Microblogging-Dienst angeboten, das Ziel liegt aber eher in der Demonstration der Möglichkeiten.

Die Preise reichen von 5 US-Dollar für eine einmonatige Mitgliedschaft hin zu 36 US-Dollar für eine Jahresmitgliedschaft. Developer erhalten bei App.net einen API Key-Generator, Anleitungen und mehr für 100 US-Dollar im Jahr.

App.net präsentiert sich als entspannte Social-Alternative. (Bildquelle: App.net)

Nun mag man dem Dienst entgegenhalten, dass man nur schwerlich die Katze im Sack zu kaufen gedenkt. Aus diesem Grund wurde am 25. Februar 2013 eine Möglichkeit des kostenlosen Zugangs mit eingeschränkten Funktionen eingeführt. Einen freien Zugang erhält man jedoch nur per Invite. Diese Invites wurden unter Usern mit bezahlten Accounts aufgeteilt. Ein freier Zugang kann seine eingeschränkten Ressourcen durch das Anwerben von neuen Mitgliedern aufstocken.

Google hat heute die Testphase für einen erlesenen Kreis von Nutzern zum neuen Social Network Google Plus gestartet. Die neue Plattform soll ein direkter Konkurrent zu Facebook werden und Google in diesem Marktsegment neue Möglichkeiten schaffen.

Auf dem ersten Blick kann man die Ähnlichkeit zu Facebook deutlich erkennen, doch zeichnet sich Google Plus durch einige Feinheiten aus. Eine wichtige Funktion stellt Google+ mit den sogenannten Circles. Diese stellen, wesentlich einfacher als bei Facebook, Gruppen dar, in denen man seine Kontakte beispielsweise in Freunde, Familie, Kollegen oder Christofs Kochkurs einteilen kann. Diese Circles kann man auch bei Posts auf seinem Stream (ähnlich wie die Pinwand bei Facebok) berücksichtigen. Möchte man ein Bild oder ein Video posten, kann man einfach den Circle auswählen, bei dem es sichtbar sein soll. Zwar gibt es diese Funktion bei Facebook auch, ist bei Google+ jedoch deutlich einfacher und übersichtlicher gelöst, da dies eine Kernfunktion darstellt und nicht auf die bestehende Plattform aufgesetzt worden ist.

Auch die Möglichkeit seine Nachrichten im Stream optisch hervorzuheben stellt eine kleine aber feine Neuerung dar. So kann man beispielsweise einen Textausschnitt in fett, kursiv oder auch durchgestrichen veröffentlichen.

Des Weiteren ermöglicht die Chat-Funktion ein Gespräch mit mehr als zwei Teilnehmern und auch Video-Chats sind hier möglich. Von Facebook bekannte Features wie Apps oder Schnittstellen, die eine Bedienung über spezialisierte Clients erlauben, lässt Google+ bislang noch vermissen. Dies wird wohl erst ein Thema werden, sobald die Social Community die Testphase verlässt. Ob Google mit diesem sozialen Netzwerk Facebook vom Thron stoßen kann bleibt abzuwarten.

Wer sich selbst überzeugen will, kann einfach hier im Blog einen Kommentar hinterlassen. Die ersten 20 Kommentatoren bekommen eine Einladung von uns um an der Testphase teilzunehmen.