Startbildschirm von So.cl
Auf der Startseite gibt es zahlreiche Informationsmöglichkeiten.

Vor kurzem wurde ein weiteres soziales Netz gestartet, das diesmal einen recht ungewöhnlichen Ansatzpunkt bietet. Auf So.cl können Suchanfragen geteilt werden. So soll man besonders gut Kontakte zu Personen knüpfen können, die an ähnlichen oder den gleichen Gebieten interessiert sind. Interessant ist auch der Initiator und Betreiber des Angebots: Microsoft himself!

Dass man mit So.cl (ausgesprochen wie social) nicht in Konkurrenz mit Facebook treten möchte, wird schon auf der Startseite deutlich. Schließlich gibt es lediglich zwei Möglichkeiten, sich einzuloggen: entweder per Windows Live oder eben via Facebook.

Im Grunde sind bei So.cl momentan zwei Dinge möglich: Das Teilen von Suchanfragen beziehungsweise Ergebnissen und das Chatten mit Kontakten. Auch eine Videochat-Funktion ist integriert und hört hierbei auf den Namen Video Party.

So.cl wurde für Schüler und Studenten entwickelt, man darf jedoch gespannt sein, wie die Möglichkeiten der Plattform in Zukunft ausgereizt werden könnten.

Nun ist es Offiziell: Microsoft übernimmt die Suchsparte von Yahoo

Kurz nach der Einführung seiner neuen Suchmaschine Bing (vorher Microsoft Live Search), macht der amerikanische Softwarekonzern Microsoft erneut im Suchmaschinenbusiness auf sich aufmerksam. Microsoft und Yahoo werden für die nächsten 10 Jahre in der Suchsparte eng zusammenarbeiten. Das bedeutet konkret: Yahoo! wird Microsoft seine Suchmaschinentechnologie überlassen und zukünftig die Suchergebnisse von Bing auf den eigenen Seiten nutzen.

Als Gegenzug für diese Freigabe übernimmt Yahoo! einen Großteil der Werbevermarktung innerhalb des Suchmaschinenzusammenschlusses. Dabei kommt dieser Deal nicht ganz so überraschend. Bereits seit über drei Jahren buhlt der Softwarekonzern um Bill Gates um den Suchmaschinenkonkurrenten. Ursprünglich hatte man vor, das Unternehmen für eine Summe von über 44 Milliarden Dollar ganz zu übernehmen, doch die Kalifornier blockten immer wieder ab. Jetzt hat man sich auf den Zusammenschluss der Suchmaschinentechnologien geeinigt. Aus Yahoo! Search wird damit Bing.

microhoo

Doch was bedeutet das für den Suchmaschinen-Anwender? Diese Frage lässt sich bislang noch nicht genauer klären. Fest steht nur, dass Microsoft einen weiteren Schritt getan hat, um dem bisher klar als Monopolist geltenden Suchgiganten Google ein Stückchen näher zu kommen. Normalerweise belebt Konkurrenz das Geschäft, doch in diesem Fall wird aus zwei Mitbewerbern nur noch einer.

Fraglich ist auch, was das für Yahoo! bedeutet. Mit der Suchmaschinentechnologie fällt der Großteil des Konzerns an einen Mitbewerber. Viele Medien sprechen dahingehend schon von einer Kapitulation Yahoos, das den harten Kampf um den Suchmaschinen-Markt damit aufgegeben hat. Kann Yahoo ohne eigene Suchmaschine weiterhin überleben oder ist der erste Schritt zur vollständigen Übernahme durch Microsoft hiermit getan? Und aus Marketing-Sicht: Wie wird sich das nun entstandene Konglomerat zukünftig präsentieren?

Es bleibt spannend für die Internetnutzer.

Am 3. Juni ging die neue Microsoft-Suchmaschine „bing“ an den Start und sorgte in den ersten Wochen nicht nur für reichlich Furore, sondern direkt auch für eine nicht unerhebliche Steigerung des US-Marktanteils von Microsoft auf 12,1 Prozent (12. Juni). Die Suchmaschine ist nach wie vor lediglich in der Beta-Version verfügbar, bietet derzeit aber bereits alle grundlegenden Funktionen, die der Google-verwöhnte Benutzer von einer Suchmaschine erwartet. Zeit für eine Zwischenbilanz!

Bing adaptierte das typische, minimalistische Google-Interface: ein unübersehbarer Suchschlitz, als Radio-Buttons repräsentierte Filter, die Links zur Spezialsuche als dezente horizontale Linkleiste oben links – perfekt zugeschnitten auf all diejenigen, die Googles Übersichtlichkeit und Usability gewohnt sind. Auch die Links zu „gesponserten Seiten“ werden wie die Google Adwords am rechten Rand sowie über den Ergebnissen der natürlichen Suche angezeigt. Hinzugefügt wurde eine Spalte auf der linken Seite, die verwandte Suchvorgänge aufzeigt. Bei Google findet sich diese oft praktische Funktion am Seitenende – bei bing entfällt daher das Scrollen, um per Klick die gestellte Suchanfrage zu verfeinern.
Ein weiterer, bestechender Unterschied zu Google stellt das täglich wechselnde Design in Form von hinterlegten Fotos dar, was die netten Google-Doodles in Sachen optische Ansprache um Längen schlägt.

In der Fehlertoleranz steht Bing dem Vorbild Google nach erstem Anschein auch in nichts nach: Tippfehler werden durch Nutzung eines internen Lexikons souverän erkannt, daraufhin werden die Suchergebnisse für den korrekten Suchbegriff (selbstverständlich nach Relevanz sortiert) angeboten:

bing Screenshot

Die Unterschiede zwischen Bing und Google stecken im Detail – u.a. in den Spezialsuchen, wie der Bilder- und Videosuche. Hier glänzt Bing mit ausgefeilter Technik und pfiffigen Filtermöglichkeiten: Vor allem das elegante Nachladen durch AJAX bei Bildern und das Anspielen von Videos per Mouseover wirken bestechend frisch.

Momentan tut sich fast jeden Tag etwas Neues bei bing. Microsoft gibt sich anscheinend alle Mühe, das beta-Stadium hinter sich zu lassen. Noch sind Funktionen wie Maps oder xRank (das Nachverfolgen der Beliebtheit von Personen-Suchabfragen) auf Grund fehlender Daten für den Benutzer zwar nicht zu gebrauchen, aber auch diese Funktionen wird Microsoft wohl in naher Zukunft ähnlich den Google-Funktionen ausbauen und dementsprechend anpassen. Mit geeigneten Partnern wie ciao! in der Produktsuche wird man bestimmt schnell einig werden.

Fazit: bing kann sich derzeit in Sachen Usability, Design und Funktionalität durchaus mit Google messen. Vor allem das ansprechende Design und die teilweise AJAX-basierte Umsetzung sind eine willkommene Abwechslung im Google-Alltag. Bleibt abzuwarten ob und wie Google kurzfristig auf die gelungene Konkurrenz reagiert, und ob sich bing weiter entwickeln und durchsetzen kann.

Demnächst erscheint an dieser Stelle ein Vergleich der Suchergebnisse von Google und bing – wer nicht so lange warten möchte, bilde sich sein eigenes Urteil auf hello-engines.de bzw. blindsearch.fejus.com.

Anfang Februar sorgte eine Nachricht für ganz besonders großes Aufsehen: Microsoft möchte Yahoo übernehmen und bietet dafür rund 44,6 Milliarden US-Dollar. Hintergrund ist, dass Google im Bereich Internetsuche und Onlineanzeigen mit weltweit rund 60% Marktanteil absoluter Marktführer ist, wohingegen Microsoft, der weltweit größte Softwarekonzern, im Onlinesegment klar ins Hintertreffen geraten ist. Mit der Übernahme von Yahoo, dem zweitplatzierten im Such- und Anzeigengeschäft, könnte man Google wieder Konkurrenz machen. Durch den Zusammenschluss werden nicht nur die bisherigen Marktanteile von Microsoft MSN (3%) und Yahoo (13%) addiert, sondern es könnten v.a. auch (Fix-)Kosten gesenkt werden, laut Microsoft bis zu 1 Milliarde Dollar pro Jahr. Mitte Februar lehnte Yahoo dieses Angebot allerdings ab, mit der Begründung, dass es zu niedrig sei. Es bleibt abzuwarten, ob die Übernahmeverhandlungen eingestellt werden, ob Microsoft sein Angebot erhöht oder ob eine feindliche Übernahme versucht wird.

Doch was bedeuten diese Übernahmeverhandlungen für die Internetnutzer? Derzeit herrscht ein Quasi-Monopol, denn Google ist mit rund 60% Marktanteil ein sehr eindeutiger Marktführer. Doch noch gibt es mit MSN und Yahoo zwei Wettbewerber, die dem Quasi-Monopolisten Google Konkurrenz machen und den Internetnutzern Alternativen bieten. Beim Zusammenschluss von MSN und Yahoo würde ein Markt mit Duopolcharakter entstehen: auf der einen Seite Google, auf der anderen Seite das Unternehmen Microsoft/Yahoo. Doch weder Quasi-Monopol noch Duopol sind im Bereich Internetsuche wünschenswert. Schon heute verlassen sich viele User zu sehr auf die Suchergebnisse von Google und es gibt einige, die meinen: was bei Google nicht auftaucht, existiert auch nicht. Dieses uneingeschränkte Vertrauen ist jedoch gefährlich. Google fungiert als „Gatekeeper“, d.h. dass Google Einfluss darauf hat, welche Informationen den User erreichen und welche nicht. Bei einer Sucheingabe werden zwar oft tausende oder Millionen Ergebnisse angezeigt, doch die meisten User beschränken sich darauf, nur die ersten Ergebnisse zu sichten – und das Ranking der Ergebnisse wird von Google vorgenommen. Das Gatekeeping durch Suchmaschinen ist zum einen nützlich, um Informationen zu filtern und somit der unglaublichen Flut an Informationen Herr zu werden. Zum anderen kann Gatekeeping gefährlich sein, wenn diese verantwortungsvolle Aufgabe nur noch einer oder zwei Suchmaschinen übertragen wird. Deswegen sind weder Quasi-Monopol noch Duopol im Bereich Internetsuche erstrebenswerte Marktformen. Doch der Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo würde die Situation für den Internetnutzer definitiv verschlechtern, weil es damit einen Wettbewerber und eine Alternative weniger gibt.