Die Rumänen sind unzufrieden mit ihrem Image. Genauer: Mit  ihrem Image laut Google Suggest. Gab man bei Google folgende die Worte „Romanians are“ ein, so erhielt man als Suchvorschlag hauptsächlich unschöne Attribute wie stupid, rude oder ugly. Solch ein Bild sagt einer Nation natürlich nicht zu, vor allem wenn man es mit der beliebtesten Suchmaschine der Welt zu tun hat. Man beschloss, auf so genannten positiven Rassismus zu setzen und rief die Kampagne „Romanians are smart“ ins Leben.

Bei dieser Kampagne, die noch bis zum 1. Dezember läuft, geht es darum die Autocomplete Suggestions von Google durch eine Vielzahl von Suchanfragen abzuändern. So soll an erster Stelle „Romanians are smart“ beziehungsweise das Äquivalent der Aussage in anderen Sprachen erscheinen. Hinter dieser Idee steht Rumäniens beliebtester Schokoriegel ROM.

Die Marke ROM besteht bereits seit den Zeiten des Kommunismus und fiel schon in der Vergangenheit durch inspirierte Werbekampagnen auf, die sehr viel Aufmerksamkeit generieren konnten. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2010.

Die Kampagne „Romanians are smart“ ist also nicht ganz uneigennützig. Das überrascht allerdings kaum und nimmt dem Vorhaben nicht seinen unbestreitbaren Erfindungsreichtum. Auf der Seite romaniansaresmart.com findet sich neben dem Aufruf zur Eingabe der titelgebenden Suchanfrage praktischerweise ein Video-Tutorial. (mehr …)

Seit Anfang April  ist die Google Suggest Funktion, die während des Eintippens eines Suchwortes Kombinationsvorschläge macht, aus dem Beta-Stadium entschlüpft und für alle Nutzer verfügbar. Die Auswahl der vorgeschlagenen Begriffe bezieht sich dabei auf die meistgesuchten Nutzer-Anfragen und werden den Nutzer als Dropdown-Liste für genauere Suchanfragen automatisch von Google eingeblendet.

Was als Mehrwert für den Nutzer eingeführt wurde, könnte sich jetzt als Boomerang für Google herausstellen, denn bei einigen Suchanfragen schlägt diese Funktion dem Nutzer unter den meistgesuchten Begriffen Suchkombinationen vor, die nahe an die Aufforderung zur Nutzung von Raubkopien gehen.

Beispielsweise macht Google bei der Eingabe von „microsoft office 2007“ folgende Ergänzungsvorschläge:

  • „microsoft office 2007 key“
  • „microsoft office 2007 crack“
  • „microsoft office 2007 rapidshare“
  • „microsoft office 2007 serial“

Google Suggest

Demnach rät Google dem Suchenden zu vermeintlich unseriösen Alternativen. Denn klickt man die vorgeschlagenen Suchergänzungen an, erhält man auf der ersten Trefferseite durchaus Links zu einschlägigen Quellen, welche die fragwürdigen Downloads vermitteln. Man darf gespannt sein, wie lange sich Google Zeit lässt, um die aktuellen Vorschläge auszufiltern. 😉