Im Rahmen des 6. National Cybersecurity Awareness Month (gesponsort vom Heimatschutzministerium der USA) präsentiert das Dashboard der Google Webmaster Tools seit heute eine neue Funktion – die Google Labs:

Google Labs

Wie es dem Motto „Unsere gemeinsame Verantwortung“ dieses Cybersecurity-Monats entspricht, sollen auch diese beiden neuen Funktionen von Google gewährleisten, dass „jeder die notwendigen Schritte einleiten und ergreifen kann, um seinen Computer, seine Website und seine persönlichen Daten zu schützen.

Der Unterpunkt „Abruf wie beim Googlebot“ soll die zu untersuchende Website anzeigen, so wie sie eben Google sieht. Gelingt Google das Crawling auf der Site problemlos, werden die Header-Informationen (wie der Statuscode 200 oder Server-Angaben) dargestellt wie auch der Quelltext der untersuchten Seite. Bei Problemen auf der Webseite soll mit Hilfe dieser Informationen der Website-Besitzer z.B. Schwankungen von Keyword-Positionen leichter zuordnen oder auch technische Implikationen nach einem Relaunch besser verstehen können.

Die Funktion „Malware-Details“ zeigt an, ob bösartige Programme im Quellcode der in den Google Webmaster Tools registrierten Websites erkannt wurden und listet schädliche (v.a. JavaScript- oder ActionScript-)Code-Schnippsel auf. Allerdings warnt der Entwickler dieser Funktion, Lucas Ballard, gleichzeitig in einem Blogposting davor, diese Funktion überzubewerten und sich ausschließlich darauf zu verlassen. Die „Malware-Details“ sollten nur als erster Anhaltspunkt dienen, denn Googles Algorithmen sind aktuell noch nicht in der Lage, jede Website einwandfrei und vollständig auf Malware zu analysieren. Lucas Ballard warnt ebenfalls davor, einfach den erkannten schädlichen Code von der Website zu entfernen, wenn man sich der eigentlichen Sicherheitslücke nicht sicher sei.

Wie das Label „Labs“ andeutet, sind beide Funktionen in der Betaphase. Die Webmaster sind also aufgerufen, ausgiebig zu experimentieren und zu testen und ihre Meinung abzugeben.

Auf Googles zweitem Searchology Event am 05.05.2009 stellte Google eine Reihe neuer Funktionen vor, die die Navigation und das Finden der treffendsten Ergebnisse maßgeblich erweitern und verbessern sollen und das Potential zu weitgreifenden Veränderungen im Suchverhalten haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei allen neuen Funktionen um Strukturierung bisher unstrukturierter Daten geht, mit dem Ziel, dem Nutzer eine maximale Qualität an Suchergebnissen zu präsentieren.

Dies sind die neuen Funktionen im Überblick:

Erweiterte Suchoptionen
Googles Suchoptionen
Mit den erweiterten Suchoptionen können die Suchergebnisse nochmals verfeinert und unterteilt werden – z.B. differenziert nur in Foren-Ergebnissen oder in Suchergebnisse der letzten 24 Stunden.

Das Wonder Wheel zeigt in Form einer Mind Map die Suchbegriffe zusammen mit zusammengehörigen Begriffen an und wird bei Klick auf eines der Ergebnisse immer weiter untergliedert.

Rich Snippets
Erläuternde Text-Schnippsel sollen darüber hinaus die Suchergebnisse mit zusätzlichen Informationen anreichern:

Googles Rich Snippets
Diese neue Darstellungsform liefert dem Suchenden auf einem Blick wichtige Informationen über die entsprechende Website. Aktuell werden für diese Snippets Bewertungen/Tests und Personen unterstützt. Um diese Funktion anwenden zu können, durchsucht Google die Site nach strukturierten Daten in einem standardisierten Format, also in einer Auszeichnungssprache wie Microformate und RDFa.

Google Squared
Dies ist sicherlich die interessanteste Neuigkeit. Dieser Dienst baut auf einer neuen Technologie auf, die als Suchergebnis nicht mehr Links von Webseiten ausspuckt, sondern Tabellen-Strukturen, in der die thematisch relevanten Daten aufgelistet werden.

Am Beispiel der Suchanfrage „kleine Hunde“ lässt sich dieser Dienst schön veranschaulichen:

Google Squared

Aus zur Suchanfrage passenden Webseiten, die zunächst nur als unstrukturierte Daten verstreut im Web existieren, werden nun Informationen extrahiert und säuberlich in Tabellen strukturiert, sortiert nach Eigenschaften wie Name, Bild, Beschreibung, Größe und Höhe.

Dieser unter Google Labs beheimatete Dienst soll noch diesen Monat online gehen und ist als direkte Antwort zur neuen wissenschaftlichen Antwort-Maschine Wolfram|Alpha zu werten. Diese Antwort-Maschine präsentiert dem User die Suchergebnisse ebenfalls nicht in Form von (der Suchmaschine wegführenden) Links, sondern als Aggregation themenrelevanter Daten interner Datenbanken und Webseiten.

Im Unterschied zu Google speichern Wolframs Datenbanken bisher jedoch nur ca. 10 Terrabyte an Information, ein verschwindend geringer Anteil der im Web verfügbaren und sekündlich steigenden Information. Google hingegen versucht mit Square das gesamte World Wide Web als Datenbank abzubilden.

Für den Nutzer, der in kürzestmöglicher Zeit das beste Ergebnis erhalten will, ist dies natürlich eine tolle Sache. Für Website-Betreiber, die auf ihrem Internet-Auftritt ausschließlich Content und Information anbieten, könnte sich dies jedoch als großer Nachteil erweisen, da der Suchende bereits auf den Suchergebnisseiten die gewünschte Information findet und keinen Bedarf mehr sieht, die Original-Website zu besuchen.

Die Neuerungen sollen nach und nach in den nächsten Wochen eingeführt werden. Man darf gespannt sein…