Die Entwickler von Chrome und Firefox haben sich zusammengetan, um eine neue Applikation für Videokonferenzen zu entwickeln. Web RTC ist ein freies, offenes Projekt. Mit diesem ist Browsern „Real-Time Communication“ (RTC) in Form von z.B. Video-Chat über eine JavaScript-API möglich.

Logo WebRTC

Des Weiteren soll Web RTC komplett ohne zusätzliche Plug-Ins auskommen und bietet hochwertige Bild- und Audioqualität. Somit wird auch Adobe Flash noch ein Stück weit überflüssiger. Der interessanteste Faktor WebRTC betreffend dürfte allerdings die Möglichkeit sein, zwischen den Browsern Chrome und Firefox spontane Video-Konferenzen eröffnen zu können, die keine weitere Software erfordern. Diese sind mittlerweile die beiden am meisten verbreiteten Browser.

Eine Demo von WebRTC lässt sich auf der offiziellen Präsenz des Angebots finden.

Im letzten Jahr berichteten wir über Googles Hinwendung zur SSL-Suche als Standard für eingeloggte Nutzer. Somit erfolgen seit dieser Umstellung bereits viele Suchanfragen in verschlüsselter Form. Bekannte Nebenwirkung dieser Änderung ist, dass Webmaster in ihrer Nutzungsstatistik keine Informationen zum verwendeten Suchbegriff der Besucher mehr erhalten. In Google Analytics äußert sich dies etwa in der Angabe „not provided“. Für die Nutzer bedeutete dieser Schritt zwar einen – theoretisch – besseren Schutz der Privatsphäre, in der Welt des Online-Marketings kam die Neuerung jedoch weniger gut an.

Nun dürfte sich der Anteil der verschlüsselten Suchanfragen wiederum vergrößern. Der Grund: Chrome 25 hat die SSL-Suche per Google als Standard aktiviert. Der beliebte Browser aus Googles eigenem Hause verarbeitet in Version 25 (der aktuellen Beta- bzw. Entwicker-Version) Suchanfragen, die über die Omnibox getätigt werden, somit grundsätzlich in verschlüsselter Form.

Vom Schutz der Suchdaten ausgenommen sind weiterhin Google-Nutzer, welche die Suche über eine bezahlte AdWords-Anzeige verlassen: Zwar werden die Daten auch hier verschlüsselt übertragen, die verwendeten Suchbegriffe können von den Werbetreibenden allerdings wie zuvor üblich ausgewertet werden.

Immerhin: Dank der Verwendung von SPDY soll es bei den verschlüsselten Suchanfragen zu keiner zeitlichen Verzögerung durch den Verschlüsselungsprozess kommen. SPDY, „Speedy“ ausgesprochen, ist die Bezeichnung für ein Netzwerkprotokoll, welches von Google entwickelt wurde. Das Protokoll stellt keinen Ersatz zum Hypertext Transfer Protocol (HTTP) dar, sondern erweitert dieses um verschiedene Maßnahmen, welche die Ladevorgänge von Websiten deutlich beschleunigen können.

Do Not Track (DNT) ist die Möglichkeit, in Browsern das Tracking und Targeting abzuschalten. Genauer wird mit DNT der Wunsch übermittelt, dass kein Tracking und Targeting stattfindet. Cookies bleiben von DNT somit unbehelligt. In den Browsern der Konkurrenz ist DNT schon seit längerem anwählbar. Nun bietet auch Google Chrome die Möglichkeit des Opt Outs. DNT ist in den neuen Chrome Versionen für Windows, Mac und Linux verfügbar.

Originalmeldung bei BGR

„Instant Pages“ ist auf den ersten Blick ein nettes (wenn auch nicht besonders aufregendes) Feature, das demnächst Einzug in den Browser Google Chrome halten wird: Zielseiten von naheliegenden Suchtreffern werden bereits im Hintergrund gerendert und liegen fertig bereit. Häufig klickt der Besucher auf ein solches vorgeladenes Ergebnis – und darf sich freuen, denn die Seite erscheint verzögerungsfrei mit „null“ Sekunden Ladezeit.


Wermutstropfen

Was harmlos erscheint, kann durchaus einige Konsequenzen für Website-Betreiber mit sich bringen: Sites, die gute Platzierungen zu beliebten Suchbegriffen innehaben, dürfen sich auf ein mehr an Servertraffic einstellen, ohne aber zusätzlich Besucher zu erhalten. Schon das vor einigen Jahren in den Suchergebnissen eingeführte „Prefetching“ für Top-Ergebnisse (damals nur für Firefox verfügbar) verwirrte manche Statistik-Tools und sorgte bei manchen Surfern für Unmut – z.B. da man sich auf diese Weise auch Cookies von Websites einfangen konnte, die man nie besucht hat. Auch bei dieser Technik blieben zusätzlicher Traffic und Rechenzeit an den Website-Betreibern hängen.

Während beim „Prefetching“ nur HTML-Code vorausgeladen wird, geht „Prerendering“ nun im Namen der kurzen Ladezeiten noch einen Schritt weiter und lädt alle nötigen Seitenressourcen wie Bilder oder Scripte, wobei letztere auch ausgeführt werden. Beispielsweise bei bildreichen Seiten kann dies Server und Transfervolumen spürbar zusätzlich belasten.

Google lässt die Webentwickler allerdings nicht ganz im Regen stehen: via Page Visibility API (ein w3c-Standard, der sich derzeit im Stadium „Arbeitsentwurf“ befindet) können auf JavaScript basierende Seiten erkennen, ob Sie im Vorder- oder Hintergrund aufgerufen werden und so die Aktivität der Seite reduzieren. Pech dagegen, wenn Sie ressourcenhungrige Aufgaben serverseitig ausführen. In diesem Fall gibt es nämlich bislang keine Möglichkeit, das Prerendering von „echten“ Seitenaufrufen zu unterscheiden.

Da durch das Parsen und Ausführen von Scripten zudem auch gängige Trackinglösungen mit ausgelöst werden, drohen verfälschte Besucherzahlen unbekannter Höhe – denn auf jeden Google-Besucher, kommt ein Vielfaches von Einblendungen in den Suchergebnissen, bei denen Sie nicht geklickt wurden. Das eigene „Google Analytics“ wird dann wohl technisch bereits vorgesorgt haben. Auf Probleme mit anderen Tools wird in der Dokumentation nur kurz eingegangen, um den schwarzen Peter weiterzureichen:

If your site includes a third-party script for analytics or advertising, in many cases you shouldn’t have to make any modifications to your site—the third party will simply modify the script they provide slightly to make use of the Page Visibility API. You should contact the third party directly to see if their scripts are prerender-aware.

Schon bei früheren, vermeintlich harmlosen Veränderungen, die Google dem Web aufgedrückt hat, ist gelegentlich beträchtlicher Kollateralschaden entstanden. Dennoch bleibt vielen von Google abhängigen Website-Betreibern und Entwicklern letztlich nur übrig, auch hier mitzuziehen – ohne Diskussion. Wie immer wenn von Einzelnen ein neuer Vorstoß in Sachen Browsertechnik erfolgt, dürfte danach die Frage interessant sein, welche der weiteren Browser-Hersteller nachziehen.


Links:

Nach langer Zeit wird es mal wieder Zeit einen Blick auf die Browserlandschaft zu werfen. Bei unserer letzten Betrachtung war es ein reiner Zweikampf zwischen Microsofts Internet Explorer und Mozillas Firefox um die Vorherschaft bei den Browsern. Doch wie sieht es heute aus?

Der Datenbank von StatCounter kann man entnehmen, dass sich der Abwärtstrend an IE-Nutzern im vergangen Jahr fortgesetzt hat und der Anteil erneut um weitere 10% gefallen ist. Nur noch 47% der Internet-Nutzer surfen somit mit dem Browser von Microsoft. Im Vergleich zum Jahr 2008 mit einem Marktanteil des Internet Explorers von knapp 70% ein deutlicher Rückschritt. Es scheint so, als ob diese 10% der Internetnutzer ohne Umwege beim Konkurrenten Chrome von Google gelandet sind, da sein Anteil um eben diese 10 Prozentpunkte gestiegen ist. Chrome liegt aktuell bei respektablen 15%. Bei Mozilla ist hingegen nur wenig passiert – der Anteil der Firefox-Nutzer hat sich im letzten Jahr fast gar nicht verändert. Noch immer hält Mozilla ein knappes Drittel des Marktes. Safari konnte seinen Anteil ebenfalls etwas ausbauen und belegt nun einen soliden 4. Platz mit knapp 5 Prozent. Der fünfte „große“ Browser Opera ist ebenso wie Firefox auf der Stelle getreten. Er kann weiterhin nur 2% der Internet Benutzer begeistern.

TOP 5 Browser im Jahr 2010

Es hat sich im vergangenen Jahr so einiges auf dem Markt getan – optimierte JavaScript-Engines und neue Versionen haben für Bewegung gesorgt. Großer Gewinner ist weder Internet Explorer noch Firefox, sondern Chrome. Wir dürfen gespannt sein, wie die neuen Versionen (IE 9 und Firefox 4) die Browserlandschaft aufmischen werden.