Google muss sich mit einem vermutlich wegweisenden Urteil des Bundesgerichthofs auseinandersetzen. So müssen Suchmaschinen laut dem heute gefällten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) bei der automatischen Vervollständigung von Suchanfragen während der Eingabe („Autocomplete“) solche Begriffsvorschläge streichen, von denen ihnen bekannt ist, dass damit Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Auslöser des Urteils war die Klage eines Unternehmers vor dem OLG Köln, der dagegen klagte, dass Google im Kontext der Suche nach seinem Namen die Begriffe „Scientology“ und „Betrug“ als Wortkombination vorgeschlagen hat. Wurde die Klage in erster Instanz vom OLG abgewiesen, hat das BGH heute dieses Urteil widerrufen.

Im Wortlaut der Begründung heißt es unter anderem:

Die Suchwortergänzungsvorschläge „Scientology“ und „Betrug“ bei Eingabe des Vor- und Zunamens des Klägers […] beinhalten eine Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts […], da ihnen ein fassbarer Aussagegehalt innewohnt, zwischen dem Kläger […] und den negativ belegten Begriffen „Scientology“ und/oder „Betrug“ besteht ein sachlicher Zusammenhang.

(mehr …)

Die Rumänen sind unzufrieden mit ihrem Image. Genauer: Mit  ihrem Image laut Google Suggest. Gab man bei Google folgende die Worte „Romanians are“ ein, so erhielt man als Suchvorschlag hauptsächlich unschöne Attribute wie stupid, rude oder ugly. Solch ein Bild sagt einer Nation natürlich nicht zu, vor allem wenn man es mit der beliebtesten Suchmaschine der Welt zu tun hat. Man beschloss, auf so genannten positiven Rassismus zu setzen und rief die Kampagne „Romanians are smart“ ins Leben.

Bei dieser Kampagne, die noch bis zum 1. Dezember läuft, geht es darum die Autocomplete Suggestions von Google durch eine Vielzahl von Suchanfragen abzuändern. So soll an erster Stelle „Romanians are smart“ beziehungsweise das Äquivalent der Aussage in anderen Sprachen erscheinen. Hinter dieser Idee steht Rumäniens beliebtester Schokoriegel ROM.

Die Marke ROM besteht bereits seit den Zeiten des Kommunismus und fiel schon in der Vergangenheit durch inspirierte Werbekampagnen auf, die sehr viel Aufmerksamkeit generieren konnten. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2010.

Die Kampagne „Romanians are smart“ ist also nicht ganz uneigennützig. Das überrascht allerdings kaum und nimmt dem Vorhaben nicht seinen unbestreitbaren Erfindungsreichtum. Auf der Seite romaniansaresmart.com findet sich neben dem Aufruf zur Eingabe der titelgebenden Suchanfrage praktischerweise ein Video-Tutorial. (mehr …)