Wer regelmäßig Magazine, Zeitungen oder ähnliche Medien rezipiert, dem werden Sie wahrscheinlich schon öfter aufgefallen sein – die Rede ist von den sogenannten Advertorials. Hierbei handelt es sich um Werbeanzeigen in unterschiedlichen Formen, die an ihr jeweils redaktionelles Umfeld in der Art angepasst wurden, dass sie zum Teil nur schwer von den eigentlichen Beiträgen und Inhalten zu unterscheiden sind. Ja, das grenzt je nach Umsetzung an Schleichwerbung und steht natürlich dementsprechend auch regelmäßig in der Kritik, aber es wird mit zunehmender Begeisterung von Werbetreibenden eingesetzt, um insbesondere die Annahme der Rezipienten zu steigern. Wenn sich beispielsweise einzelne Artikelvorschläge inklusive Teaser in einer bestimmten, bekannten Form aneinanderreihen und zwischendrin ein ähnlich aufgemachtes Advertorial auftaucht, dann kann das natürlich die Klick-Rate deutlich steigern. Der Betreiber der Website profitiert (zumindest kurzfristig) finanziell und der Werbende ebenfalls. Inwieweit der Leser etwas davon hat, sei mal dahingestellt – möglich wäre es aber natürlich auch.

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Die Advertorials sind die Werkzeuge des Native Advertising und wie gefragt oder auch nicht gefragt diese vergleichsweise neue Werbeform des Internets ist, lässt sich aus der nachfolgenden, aktuellen Infografik von Carlos Monteiro von adweek.com schließen, die wir Ihnen nicht enthalten wollten. So zeigt sich beispielsweise, (mehr …)

Abstrafungen durch Google können bei anhaltendem Fehlverhalten jeden treffen. In Großbritannien wurden gerade News-Seiten durch Google abgestraft. Der Grund: sogenannte Advertorials. Hierbei handelt es sich um News-Beiträge, die eigentlich nur dazu dienen, dofollow-Links als Werbung zu setzen.

Google drückt sich folgendermaßen aus:

We do take this issue very seriously, so we recommend you avoid selling (and buying) links that pass PageRank in order to prevent loss of trust, lower PageRank in the Google Toolbar, lower rankings, or in an extreme case, removal from Google’s search results.

Man merkt: Google meint es ernst und nimmt das Thema Advertorials ziemlich genau unter die Lupe. In den Google Webmaster Tools wird man aber zumindest gewarnt, wenn unnatürliche Links gefunden wurden, die den PageRank beeinflussen. Diese Warnung kann bereits als Vertrauensverlust gewertet werden. Matt Cutts empfiehlt, spätestens nach Erhalt dieser Mail entweder alle verkauften Links und Advertorials zu entfernen oder bezahlte Links mit dem nofollow-Attribut zu versehen.

Linkkauf kann auch den Verkäufer teuer zu stehen kommen. (Bildquelle: flickr.com / epsos.de CC-BY 2.0)

Es lässt sich an dem rigorosen Vorgehen in Großbritannien erkennen, dass Google durchaus nicht mit Platzpatronen zu schießen gedenkt. Auch große und bekannte Zeitungen wurden online abgestraft, darunter The Independent und The Scotsman. Des Weiteren kann man davon ausgehen, dass Google diese Abstrafungsmaßnahme über kurz oder lang auch in Deutschland umsetzen wird. Bereits in der Vergangenheit war dies bei ähnlichen Aktionen der Fall.

Einen „Geschmäckle“ erhält das Vorgehen von Google allerdings durch den Umstand, dass auch Google selbst im Gebrauch von Advertorials glänzt, wenn es beispielsweise um das Bewerben von Produkten wie Chromebooks, Google Analytics, Google Hangouts uvm. geht. Aaron Wall bringt es schön auf den Punkt:

Clearly Google takes paid links that pass pagerank seriously, as acknowledged by their repeated use of them.