Seit letztem Sommer ist es amtlich. Das Social Media-Netzwerk Nummer eins bastelt an einem eigenen, größeren Werbe-Netzwerk mit dem großtönenden Namen „Atlas“. Facebook setzt bei der neuen Ad-Serving-Plattform unter anderem auf zielgerichtete Werbung mittels des eigenen umfassenden Datenbestands.

Anders als Google will das Unternehmen sich bei der Zielgruppenbestimmung und Identifikation von potenziellen Kunden nicht auf herkömmliche Cookies verlassen. Was könnte der neue Titan der Werbewelt stemmen? Wir stellen Facebooks Atlas im Beitrag näher vor. (mehr …)

Es gibt gleich doppelte Neuigkeiten an der Facebook-Front. Auf der einen Seite wurde angekündigt, dass bezahlte Facebook-Messages getestet werden. Für einen Dollar erhält man die Möglichkeit, eine Nachricht außerhalb des eigenen Freundeskreises zu versenden. Der Test ist momentan nur sehr eingeschränkt, es kann lediglich eine Nachricht pro Woche versandt werden und Unternehmen sind von dem Test ausgeschlossen. Die neuen Regelungen zum Datenschutz  beinhalten entsprechend auch den Punkt, wer einem Nachrichten zusenden darf.

Des Weiteren stellt man bei Facebook das geplante Anzeigen-Netzwerk ein. Dieses hätte eine ähnliche Variante von Google AdSense dargestellt. Eine Mitteilung an AllThingsD.com lautet wie folgt:

„We are pausing our mobile ads test off of Facebook. While the results we have seen and the feedback from partners has been positive, our focus is on scaling ads in mobile news feed before ads off of Facebook. We have learned a lot from this test that will be useful in the future.”

Es wird davon ausgegangen, dass Facebook noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse für das Netzwerk oder für Partner erzielen konnte.

Wie Google vorgestern nun auch öffentlich in seinem Official Blog postete, testet und entwickelt das Unternehmen neue AdWords-Werbe-Formate, von denen manche in den USA bereits live geschaltet sind. Diese neuen Formate integrieren visuelle Elemente, eine höhere Anzahl an Links zu den Seiten der Werbetreibenden, Maps, vergleichende AdWords-Werbung sowie Preise und Bilder bei Shopping-Suchergebnissen.

Ziel und Zweck dieser Formate ist es, den Suchenden mit relevanteren und kontextbezogeneren Informationen zu versorgen, die konventionelle Werbung sonst so nicht bietet.

Sucht man z.B. nach einem bestimmten Kinofilm, kann nun eine Werbung eingeblendet werden, die den Trailer des Films zum Abspielen bereit hält:

Googles neue Werbeformate

Update 01.12.09
Das Abspielen des Trailers kostet den Werbetreibenden ab einer Spielzeit von 10 sec.

Ein weiteres neues AdWords-Feature ist das sog. „Add Sitelinks“, die Möglichkeit also, zusätzliche Sitelinks zu einer AdWords-Werbung zu schalten. Somit existiert also nicht mehr nur eine Landingpage pro AdWords-Werbung, sondern der Suchende kann unter max. vier relevanten Ziel-URLs auswählen:

Googles Add-Sitelinks

Bei der lokalen Werbung kommen sog. lokale Erweiterungen ins Werbe-Spiel, d.h. zusätzliche businessbezogene Informationen wie z.B. Anfahrtsrichtungen erweitern lokale Suchergebnisse:

Googles Local Extensions

Bei der Suche nach bestimmten Shopping-Produkten werden seit gestern nun auch Preise und Bilder angezeigt, die für die Suchanfrage am relevantesten erscheinen:

Googles Shopping Ergebnisse

Die sog. „AdWords-Vergleichswerbung“ wiederum versorgt den User mit verschiedenen Angeboten, unter denen er die zu seiner Suchanfrage am besten passende auswählen kann:

Google AdWords Vergleich

Die Grenzen zwischen Werbung und relevantem Inhalt sollen mit diesen Formaten verblassen, laut Google dem Suchenden mit den neuen Werbeformaten zusätzlicher hoher Nutzen und mehr relevante Information geboten werden. Konsequenter Weise verspricht Google deshalb auch einen deutlichen Zuwachs an Werbung, d.h. Information auf den Serps.

Aktuell stehen diese Möglichkeiten der erweiterten Adwords-Werbung nur Werbetreibenden in den USA zur Verfügung, deren Werbung „einem hohen Qualitätsanspruch“ genügen.