Mobile Web: Facebook wächst weiter

Mobile Web: Facebook wächst weiter

150 150 Björn Hallmann

Schlagzeilen und solide Zahlen für den Social Media-Giganten

Dieser Tage wird wieder einmal viel über den Platzhirsch unter den Social Media-Plattformen geredet. So gibt es seit dem 30. Januar bekanntlich eine neue Facebook-AGB, die sich insbesondere um heiß diskutierte Themen wie Standortdaten, (noch) personalisierte(-re) Werbung sowie einen neuen „Kauf“-Button dreht. Des Weiteren steigerte das Unternehmen auch im letzten Jahr die Nutzerzahlen, den Umsatz sowie die Gewinne. Wobei Mark Zuckerberg das verdiente Geld umgehend wieder aggressiv investieren möchte und wohl insbesondere langfristige Zukunftsprojekte im Auge hat – was an der Börse nur bedingt gut ankommt.

facebook mobile messenger

Besonders gut hingegen sehen die Zahlen aktuell auch deswegen aus, weil Facebook in puncto Mobile Web die Nase ganz weit vorn hat. Wie entscheidend die mobile Internetnutzung der User – respektive der per mobiler Werbung erwirtschaftete Umsatz – für den Social Media-Giganten bereits ist, zeigt unter anderem die nachfolgende Grafik:
Infografik: Mobile Werbung treibt Facebooks Wachstum | Statista

Sage und schreibe 69 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen von Facebook werden durch mobile Werbung generiert. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Einnahmen über werbende Einblendungen auf Smartphones und Tablets um fast 100 Prozent.

Und wie lässt sich diese enorme Steigerung im Bereich Mobile Web erklären?

Mal abgesehen von Faktoren wie einem Plus an Nutzern, die freilich auch den mobilen Bereich stärken, zeigt sich hier der auch von uns im Blog beschriebene Trend über das rasante Wachstum der Nutzung des Mobile Webs. Statistisch gesehen besitzt seit 2014 mindestens jeder zweite Deutsche ein Smartphone. Ein vergleichbarer Siegeszug von Tablets ist zwar bislang ausgeblieben, aber auch hier steigen die Nutzerzahlen kontinuierlich. Andere Geräte wie „smarte“ Uhren oder Brillen stehen in den Startlöchern.

Anzahl Smartphone-Nutzer Deutschland

Abb. 2: Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland (2009-2014). Quelle: © Statista 2015.

Mit anderen Worten: Immer mehr Menschen sind Besitzer und Nutzer von mindestes ein bis zwei mobilen Endgeräten. Der nahezu permanente Zugang zum (schnellen) Netz, sei es über die jeweilige Flatrate des Mobilfunkvertrages oder die zunehmende Bereitstellung an öffentlichen, gewerblichen oder privaten WLAN-Angeboten, schaffen die Basis zur regelmäßigen Nutzung des mobile Webs. Dinge, die für viele User längst Teil des Alltags geworden sind: mobil Musik hören, mobil kommunizieren, mobil navigieren, mobil spielen, mobil suchen und auch hierzulande immer häufiger direkt mobil einkaufen (etc.)! Im Gegenzug zu dieser Entwicklung sinken nicht nur die Verkaufszahlen von Desktop-PCs seit Jahren, je nach Fokussierung geht hierüber auch die Internetnutzung selber teilweise deutlich zurück. Als anschauliches Beispiel dient hierfür ebenfalls Facebook:Infografik: 77% mehr Mobile-Only-Nutzer im 4. Quartal | Statista

Während sich die Zahl der reinen Desktop-User in drei Jahren nahezu halbiert hat und sogar die „Mobile & Desktop“-Nutzerzahlen leicht rückläufig sind, verfünffachte sich die Anzahl jener Menschen, die nur noch mobil auf das soziale Netzwerk zugreifen. Ein Blick auf diese Entwicklung genügt und es wird deutlich, dass Facebook ohne adäquates Mobile-Angebot sowie entsprechend gut platzierte Werbung längst nicht so gut dastehen würde. Mehr noch, die ohne Frage erfolgreichen mobilen Angebote des Konzerns wie „Messenger“ oder „WhatsApp“ sowie vergleichbare Services anderer Unternehmen tragen letztendlich dazu bei, das Mobile Web zu stärken und somit zum Alltäglichen der Menschen werden zu lassen.

Was lässt sich daraus für das eigene Online-Angebot ableiten?

Zunächst verweist das Beispiel einfach noch einmal auf die signifikant wachsende Bedeutung des Mobile Webs. Sofern noch nicht geschehen, sollten eigene Angebote im Netz umgehend entsprechend angepasst werden. Die mobile Optimierung kommt in Form von gesteigerter Usability nicht nur dem Nutzer zugute, sie wird insbesondere auch von Google in den SERPs honoriert – was sich wiederum auf die Besucherzahlen und indirekt (oder eines Tages sogar direkt) auf die Rankings positiv auswirken kann. Wie wichtig eine gute Platzierung in den mobilen Suchergebnislisten ist, können Interessierte unter anderem hier nachlesen: Erkenntnisse zur Click-Through-Rate (CTR) in den SERPs.

social apps

Die eigenen Inhalte für das mobile Web zu optimieren ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ergibt sich aus fremden Angeboten, die in die eigene Website integriert werden sollen. Gemeint ist damit insbesondere Werbung – wird diese mobil gar nicht oder nur unzureichend dargestellt, gehen gegebenenfalls wichtige Einnahmen unwiderruflich verloren. Werbefinanzierte Websites sollten daher immer ein Auge auf die Trafficverteilung (Desktop/Mobile) haben. Ist die verwendete Werbeform nicht optimiert, bedeutet der Anteil an mobilen Besuchern de facto ein Einnahmeverlust – oder positiver ausgedrückt: ein Optimierungspotenzial, um weitere Werbeeinnahme zu generieren.

    Hinterlasse eine Antwort