Google+: Chef geht und sofort naht (wieder) das Ende!?

Google+: Chef geht und sofort naht (wieder) das Ende!?

150 150 Björn Hallmann

Die Nachricht von seinem „plötzlichen“ Weggang ist kaum einen Tag alt, da scheint der Untergang seines Hauptprojektes bei Google – zumindest nach einigen Medienberichten – besiegelt zu sein. Die Rede ist von Vic Gundotra, seines Zeichens bis eben noch Vice President Social bei Google, sowie von dem hauseigenen Sozialen Netzwerk Google+, für das er nicht nur verantwortlich war, sondern dessen Entwicklung er maßgeblich geformt hat.

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Vic Gundotra, ehemals Vice Preisdent Social von Google verlässt den Konzern aus persönlichen Gründen. (Quelle:Wikipedia: Jolie O’Dell, derivative work: Boseritwik)

“Today I’m announcing my departure from Google after almost 8 years.”

Es ist der plötzliche Unfalltod eines Familienmitgliedes, der den bedeutenden Google Manager nach eigenen Angaben zu dieser Entscheidung trieb – ein rein persönlicher Grund also. Larry Page bedankte sich unter anderem in einem Post für seine geleistete Arbeit und spricht insbesondere den Erfolg von Google+ an:

“Vic — thank you for a tremendous almost eight years at Google.  You cut your teeth on our mobile apps and developer relations, turning our disparate efforts into something great.  When I first used turn-by-turn navigation, it blew me away.  And, walking onto the stage at I/O last year, it was amazing to see developers so excited about Google.  These were vintage Vic projects.  Then you built Google+ from nothing.  There are few people with the courage and ability to start something like that and I am very grateful for all your hard work and passion.  I really enjoy using Google+ on a daily basis, especially the auto awesome movies which I really love sharing with my family and friends.  Good luck with your next project after Google.  In the meantime we’ll continue working hard to build great new experiences for the ever increasing number of Google+ fans.

Grabgesänge vor dem „sicheren“ Ende

Und während wie üblich die einen bereits über die Nachfolge von Gundotra spekulieren – auf t3n (via re/code) werden beispielsweise die Namen seines Stellvertreters Bradley Horowitz und des Entwicklungschefs David Besbris genannt – sehen andere das Soziale Netzwerk von Google nun vor dem endgültigen Aus – zumindest in der Form, in der wir es heute kennen.

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Steht Google+ etwa vor dem endgültigen Aus? (Quelle:Titelbild: TechCrunch – „Google+ Is Walking Dead“.)

Insbesondere der zu AOL gehörende Tech-Blog TechCrunch schüttet ordentlich Öl ins Feuer und wirft im neuesten Beitrag mit dem viral wirksamen Titel „Google+ Is Walking Dead“ mit zahlreichen vermeintlichen Insiderinformationen um sich. So wollen die Autoren unter anderem erfahren haben, dass Google+ zukünftig eher eine Plattform im Hintergrund anderer Anwendungen als ein Soziales Netzwerk sein soll. Des Weiteren sollen die Kernteams von immerhin über 1000 Entwicklern in andere Bereiche (z. B. ins Android-Team) verschoben worden sein und die von vielen Usern kritisierten „Account-Zwänge“ (wie beispielsweise zur vollständigen Nutzung von YouTube), sollen laut TechCrunch wohl gelockert werden.

Der Sieg für Facebook auf ganzer Linie?

Einer der ausschlaggebenden Gründe für die vorzeitige Beendigung des Großprojektes von Gundotra beziehungsweise Google soll, so haben die Autoren bei TechCrunch „gehört“, der Aufkauf von WhatsApp durch Facebook sein. Würden all diese Informationen den Tatsachen entsprechen, käme dies wohl einer Kapitulation gegenüber Zuckerbergs Sozialem Netzwerk gleich. Allerdings klingen die offiziellen Google-Stimmen in puncto Untergang vehement anders:

“Today’s news has no impact on our Google+ strategy — we have an incredibly talented team that will continue to build great user experiences across Google+, Hangouts and Photos.”

„In the meantime we’ll continue working hard to build great new experiences for the ever increasing number of Google+ fans.”

Viele Kommentatoren des Beitrags von TechCrunch scheinen den „Informationen“ ebenfalls nur wenig Glauben zu schenken und sehen Google+ alles andere als am Ende. Auch wenn sich viele Nutzer insbesondere von YouTube durch das Google+-Promoting gestört fühlen, so wird allgemein bezweifelt, dass Google den intensiv betriebenen Aufbau des Netzwerkes so einfach herunterfahren wird. TechCrunch selber bezeichnet Google+ als einen lebenden Toten, einen Zombie – was durchaus ein interessanter Vergleich ist, wenn bedacht wird, dass viele „aktive“ G+-User das Google-Produkt wohl eher passive nutzen.


Kleines Fazit:

Nichts Genaues weiß man nicht – aber es bleibt auch 2014 in jedem Fall spannend und es lohnt sich die Entwicklungen im Bereich Social Media im Blick zu behalten! Gegebenenfalls würde wohl ein radikaler Umbau von Google+ über kurz oder lang auch zu merklichen Veränderungen bei anderen Google-Produkten führen.

Abschließend: Wenn Sie sich für den Blog-Artikel von TechCrunch interessieren, dann klicken Sie bitte hier.

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