Facebook Pixel rechtskonform einsetzen – Ein Beispiel

Facebook Pixel rechtskonform einsetzen – Ein Beispiel

580 233 Malte Galus

Die Nutzung des Facebook Pixels bietet Werbetreibenden vielfältige Möglichkeiten und entscheidene Vorteile beim Schalten von Anzeigenkampagnen im sozialen Netzwerk:

Er ermöglicht nicht nur das Tracken des Kampagnenerfolgs, sondern auch das Erstellen der sogenannten „Website Custom Audiences“, die für performance-starke Retargetingkampagnen genutzt werden können. So können die Nutzer, die bereits die Website des Werbetreibenden besucht haben, mit gezielten Anzeigen erneut angesprochen werden. Dabei sind jedoch auch datenschutzrechtliche Aspekte zu berücksichtigen, die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen.

Bevor der Facebook Pixel genutzt werden kann, lässt sich Facebook die Nutzungsbedingungen für dessen Einsatz bestätigen. Diese sind unter www.facebook.com/customaudiences/app/tos einsehbar. Dort ist unter Punkt B.1. unter anderem zu lesen, dass der Werbetreibende auf jeder Seite, auf der der Facebook Pixel genutzt wird, einen Link zu seinen Datenschutzrichtlinien zur Verfügung stellen muss. In diesen sollte der Werbetreibende die Nutzer dahingehend aufklären, dass Facebook zum Zwecke von individualisierten Werbeanzeigen Daten auf der Website erhebt, wie Nutzer diesem widersprechen können und wo sie solche Einstellungen tätigen können.

Wie eine solche Datenschutzerklärung aussehen kann, zeigt folgendes Beispiel.


Nutzung von Facebook Remarketing

Diese Website verwendet die Remarketing-Funktion „Custom Audiences“ der Facebook Inc. („Facebook“). Diese Funktion dient dazu, Besuchern dieser Webseite im Rahmen des Besuchs des sozialen Netzwerkes Facebook interessenbezogene Werbeanzeigen („Facebook-Ads“) zu präsentieren. Hierzu wurde auf dieser Website das Remarketing-Tag von Facebook implementiert. Über dieses Tag wird beim Besuch der Webseite eine direkte Verbindung zu den Facebook-Servern hergestellt. Dabei wird an den Facebook-Server übermittelt, dass Sie diese Website besucht haben und Facebook ordnet diese Information Ihrem persönlichen Facebook-Benutzerkonto zu. Nähere Informationen zur Erhebung und Nutzung der Daten durch Facebook sowie über Ihre diesbezüglichen Rechte und Möglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatsphäre finden Sie in den Datenschutzhinweisen von Facebook unter https://www.facebook.com/about/privacy/. Alternativ können Sie die Remarketing-Funktion „Custom Audiences“ unter https://www.facebook.com/settings/?tab=ads#_=_ deaktivieren. Hierfür müssen Sie bei Facebook angemeldet sein.

Gerne können Sie diesen Passus auch für sich bzw. Ihre Website adaptieren, wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier nur um eine nach dem uns bekannten Sachstand gangbare Formulierung handelt, mit der man einen großen Schritt in Richtung Rechtssicherheit machen kann, wofür wir aber keinerlei Gewähr übernehmen.

Vielmehr weisen wir ausdrücklich daraufhin, dass die gesamte Thematik teils auch noch immer sehr kontrovers diskutiert wird. Allein diese beiden weiterführenden Beiträgen des Rechtsanwalts Thomas Schwenke zeigen beispielsweise schon die Komplexität der Materie auf:

  • http://allfacebook.de/policy/custom-lookalike-audiences-vs-datenschutz
  • http://allfacebook.de/policy/custom-lookalike-audiences-from-your-website

Quellen und Links:

Beitragsbild stammt von pixabay/gerald.

  • Das ist so nicht korrekt. Im Detail steht in den TOS von Facebook:
    „Du stimmst zu und bestätigst, dass du einen stabilen und hinreichend auffälligen Hinweis bereitgestellt und die entsprechende Zustimmung deiner Nutzer bezüglich der für die zielgerichtete Online-Werbung gesammelten und verwendeten Veranstaltungsdaten eingeholt hast.“

    Gem. §4 BDSG ist zudem eindeutig geregelt, dass das Einverständnis der Person erforderlich ist, sobald die gespeicherten Daten eindeutig einer Person zuzuordnen sind. Dies trifft bei Facebook augenscheinlich zu. Somit reicht es nicht einen Link auf eine Datenschutzerklärung zur Verfügung zu stellen. Vielmehr muss der Benutzer aktiv dazu aufgefordert werden, der Benutzung seiner Daten zuzustimmen.

    Eine mögliche Umsetzung ist die mittlerweile durch die EU-Cookie-Richtlinie verbreitete Lösung mit dem kurzen Hinweistext und einem OK-Button. In DIESEM Hinweistext muss dann der Link zur Datenschutzerklärung vorhanden sein.

    Ein Nichtbeachten dieser Vorgehensweise kann ein empfindliches Bußgeld nach sich ziehen!

  • Hi,

    kann es sein, dass sich der Link geändert hat? Inzwischen wird man bei Facebook weitergeleitet, wenn man auf der Einstellungsseite Änderungen vornimmt. Man kommt dann auf diese URL:
    https://www.facebook.com/ads/preferences/?entry_product=ad_settings_screen

    VG
    Michel

    • Hallo Michel,

      vielen Dank für Deinen Hinweis. Wir werden diesen Beitrag ohnehin bald überarbeiten und auf aktuellen Stand bringen.

      BG

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