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Facebook: Bild.de und Spiegel Online posten jetzt komplette „Instant Articles“

19. Mai 2015 in Social Media | 1 Kommentar

Facebook Instant Articles 1

Anfang Mai verbreitete sich die Nachricht, dass der Social Media-Primus nun auch direkt mit etablierten Medienunternehmen wie der New York Times oder dem National Geographic in Kontakt stünde, um per „Instant Articles“ ganze Beiträge auf Facebook zu verbreiten. Die Gerüchte sind unlängst bestätigt und auch deutsche Medien steigen in die Testphase direkt mit ein. Allen voran preschen Bild.de und Spiegel Online.

Im folgenden Beitrag finden Sie die aktuellen Infos zum Thema. Was bezwecken die Unternehmen mit der Aktion und welche Vor- und Nachteile bringen die „Instant Articles“ den Beteiligten?

„A faster, more beautiful reading experience on Facebook“

Der nächste Schritt Facebooks zum Medienunternehmen der Zukunft hört sich nicht nur clever an, es sieht auch beeindruckend aus – zumindest im Werbevideo für die neuen „Instant Articles“. Hier werden dem Zuschauer die attraktiven Möglichkeiten des neuen Features schmackhaft vor Augen geführt.

Was hat Facebook von dem neuen Angebot?

Mit großen Namen wie National Geographic, Guardian und BBC News startet Facebook eine ganz neue Leseerfahrung auf dem eigenen Portal. Das primäre Ziel ist schnell klar: mehr und hochwertigere Inhalte für die Nutzer, die dann (noch) länger in dem sozialen Netzwerk verweilen. Ein Abwandern zu anderen News- und Informationsangeboten könnte durch die „Instant Articles“ deutlich minimiert werden.

Außerdem kann das Unternehmen noch mehr über die Interessen und Lesegewohnheiten seiner User erfahren und dementsprechend immer zielgerichteter Werbung sowie entsprechende Artikel platzieren.

Spannendes Angebot für die teilnehmenden Medienunternehmen

Die gesammelten Daten und das daraus resultierende Know-how sowie die Reichweite der Plattform selbst sind wiederum für Werbende und andere Medienunternehmen von handfestem Wert. Bereits jetzt gehört Facebook bekanntlich für viele Websites zu den größten Traffic-Lieferanten im Netz. Kein Wunder also, dass große Player wie NBC News oder BuzzFeed gern auf den Zug mit aufspringen – zumal sie Ihre Inhalte auch direkt selber Vermarkten können.

Laut heise.de dürfen die Partner des Programms die Einnahmen von selbstverkaufter Werbung komplett einbehalten. Wird Facebooks neues Werbenetzwerk Atlas aktiv, dann bekommen die Unternehmen immerhin noch 70 Prozent.

Facebook Instant Articles 2

Generell garantiert der Social Media-Primus, dass die „Instant Articles“ sofort per Klick ohne lange Ladezeiten aufgerufen werden können und dem potenziellen Rezipienten umgehend zur Verfügung stehen. Außerdem ist das ganze Konzept stark auf den Mobile-Aspekt ausgerichtet, weshalb die Performance gerade auf mobilen Endgeräten wie einem Smartphone besonders gut sein soll.

FYI: Älteren, aktuell nicht bestätigten Netz-Gerüchten zufolge soll Facebook den Medienunternehmen sogar eine finanzielle Vergütung in Aussicht gestellt haben, wenn neue Artikel zu erst exklusiv auf dem sozialen Portal veröffentlicht werden würden.

Und der Nutzer, was bringt ihm das Ganze?

Zunächst einmal könnte die Facebook-Community von recht attraktiven Artikeln mit schicken neuen interaktiven Möglichkeiten profitieren. Auch die versprochene verkürzte Ladezeit ist sicherlich ebenso reizvoll, wie die Optimierung für mobile Endgeräte. Die Performance dürfte so manch eine News- und Informationsseite problemlos in den Schatten stellen.

Facebook Instant Articles 3

Da Facebook viel über seine Nutzer weiß und schon heute Beiträge vergleichsweise zielgerichtet positionieren kann, könnte ein Abwandern auf andere Websites aus reiner Unterhaltungsperspektive unnötig(er) werden. Das gilt insbesondere dann, wenn noch mehr Medienangebote auf den Zug aufspringen und stets ausreichend interessante Inhalte für den einzelnen User bereitgestellt werden.

Zum großen ABER kommen wir dann im Fazit.

Große Begeisterung bei Bild.de und Spiegel Online

Bei Bild.de ist man gespannt auf die „Instant Articles“ und freut sich darauf mit Facebook konstruktiv zusammenzuarbeiten:

„Deswegen sind wir gespannt, „Instant Articles“ auszuprobieren und gemeinsam mit Facebook Lösungen zu entwickeln, die unsere einzigartigen Inhalte auf dieser Plattform noch schneller, leichter, reibungsloser und aufregender erlebbar machen.“ Zitat: Julian Reichelt, Chefredakteur Bild.de auf heise.de (13.04.2015).

Ähnlich sieht das auch Katharina Borchert, die ihres Zeichens Chefredakteurin von Spiegel Online ist:

„Wir erhoffen uns davon, neue Umsatzquellen zu erschließen und gleichzeitig eine großartige mobile Leseerfahrung zu schaffen sowie ein neues Publikum für unseren Qualitätsjournalismus zu erreichen.“ – Zitat: Katharina Borchert auf heise.de (13.04.2015).

Im Gegensatz zum Google-Umgang mit deutschen Medien, hier sind ja so mach Rechtsstreitereien noch längst nicht beendet, holt sich Facebook also zum Launch auch gleich zwei große Online-Magazine Deutschlands mit ins Boot. Ob das allerdings langfristig zu deren Vorteil ist, bleibt abzuwarten.

Facebook Instant Articles Launch Partners

Kleines Fazit: Facebook legt gut vor, doch wer profitiert wirklich von den „Instant Articles“?

Wenn das neue Feature/Angebot funktioniert, dann mausert sich Facebook einen guten Schritt weiter zum allumfassenden Medienportal. Die Nutzer verweilen noch länger, holen sich hier ihre tägliche Dosis Information und es fallen weitere Massen an interessanten Daten an, die ganz zielgerichtet für Werbung und andere Zwecke monetarisiert werden können. Facebook wäre ganz sicher der mit Abstand größte Profiteur des Ganzen.

Facebook Instant Articles 4

Für die teilnehmenden Medienunternehmen könnte es zunächst gut laufen. Sie erreichen ein noch größeres Publikum, dass wahrscheinlich viel genauer ausgewählt werden kann, und nehmen zudem noch die Masse der Werbeeinnahmen hierfür ein. Win-win-Situation? Nun ja, wenn Facebooks Plan hinter allem – und der ist natürlich auch Bild & Co bekannt – aufgeht, dann ist der große Traffic-Gewinn durch Facebook gegebenenfalls dahin.

Warum auf Spiegel Online gehen, wenn der nächste Multimedia-Beitrag vom Focus doch schon im Newsfeed auf mich wartet? Aber vielleicht fangen die Gewinne mit dem sozialen Netzwerk den Makel ja ab. Doch dann stünde noch immer die zunehmende Abhängigkeit vom Social Media-Primus als Kritikpunkt im Raum.

Und der Nutzer? Der verkauft abermals ein Stück weit mehr seine Persönlichkeit an Facebook und die Werbewelt, bekommt dafür aber auch recht hübsch aufbereitete Artikel von (nur) ausgewählten Informationsgestaltern.

Der Rest des Internets, allen voran Google und nicht-teilnehmende Webangebote werden im Falle eines umfangreichen Erfolgs des Konzepts von „Instant Articles“ und ähnlichen Facebook-Schritten wohl oder übel Traffic-Federn lassen müssen. Oder eben auch nicht. Näheres wird nur die weitere Entwicklung zeigen. Spannend bleibt das Web in jedem Fall und wir bleiben dran!

 

Quellen und Links:

Die Facebook Website für die „Instant Articles“ finden Sie hier.

Und dieser Link führt zur offiziellen Vorstellung des Facebook-Projekts.

 
 

Kommentare

[…] in Kombination mit den Stärken der eigenen Plattform zu setzen, sowie diese durch beispielsweise Instant Articles oder das Werbenetzwerk Atlas zu erweitern, geht ganz offensichtlich […]

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