Zertifizierte Agentur

Zum Google Umgang mit den neuen generischen Top-Level-Domains

24. Juli 2015 in SEO | 3 Kommentare

Google Webmasters - trafficmaxx

Welchen Einfluss haben eigentlich länderspezifische „.de“ oder „.at“-Domains auf die Google Suche? Wie steht es um die neuen generischen Top-Level-Domains á la „.berlin“ oder „.how“? Und wie nimmt es die Suchmaschine auf, wenn ich auf eine für mich attraktivere Adresse umziehe?

Auf diese und weitere Fragen ist das Unternehmen jetzt im Google Webmaster Central Blog eingegangen.

Google Webmasters - Google+ Feld - trafficmaxxCrawlen, indexieren, ranken – der Einfluss der Domain.

Grundsätzlich, so betont Google, gäbe es (fast) keine Ranking-Vorteile für vermeintlich attraktivere Top-Level-Domains (TLDs) – ganz gleich, ob es dabei um ältere oder die teilweise heiß begehrten neuen Domain-Endungen geht. Insgesamt handelt es sich um ein Thema, dass immer wieder gern zu kontroversen Diskussionen unter SEO-Experten führt.

Warum? Nun, weil es diverse Fachleute gibt, die eine solche Aussage stark bezweifeln. Dementsprechend interessant ist der aktuelle Blogbeitrag des Webmaster Central Blogs von Google, in dem John Mueller (Webmaster Trend Analyst) Stellung zu einigen üblichen Fragen nimmt. Und so geht Mueller direkt zu Beginn auf einige der entscheidendsten Fragen ein.

Kurz: Welchen Einfluss werden die neuen TLDs auf die Suche haben? Wird Google den Algorithmus zugunsten der neuen TLDs verändern? Und wie wichtig sind gTLDs (generische TLDs) in der Google Suche wirklich?

Antwort: Alle gTLDs werden wie gehabt gleichwertig behandelt. Enthaltene Keywords (wie bspw. „berlin“) bringen weder Vor- noch Nachteile.

Das gilt, so Mueller in weiteren Fragen, für jede Form von generischen Top-Level-Domains – beispielsweise auch für „.BRAND“-Domains – sowie für regionale Domains wie „.london“ oder „.bayern“.

Länderspezifische TLDs – die Ausnahme von der Regel!

Sie nennen sich kurz ccTLDs (country-code TLDs) und stehen unter anderem für Nationalstaaten wie zum Beispiel „.de“ für Deutschland oder eben „.us“ für die Vereinigten Staaten von Amerika. Und die bekannten länderspezifischen Top-Level-Domains sind die entscheidende Ausnahme von der Regel. Die Ländercodierungen helfen Google dabei, „nutzerrelevantere“ Suchergebnislisten (SERPs) zu erstellen, so Mueller.

Mit anderen Worten: Ja, ccTLDs besitzen einen gewissen Ranking-Einfluss.

Ob es sich hierbei jedoch um einen Vorteil handelt, hängt ganz von der Perspektive ab. Wenn Sie beispielsweise einen Online-Shop betreiben, der auch über die deutschen Internetgrenzen hinaus leichter gefunden werden soll, dann könnte der Aussage nach eine „.de“-Domain zum Problem werden. Mit einer gTLD wie „.com“ hingegen hätten Sie wiederum hierzulande keinen nennenswerten Vorteil.

Wird ein „Umzug“ auf eine neue Top-Level-Domain von Google unterstützt?

Es kann durchaus Sinn machen, sich jetzt eine neue Domain mit attraktiverer TLD zu schnappen und dorthin „umzuziehen“. Allerdings, und das macht Mister Mueller ganz deutlich, wird es keinen gesonderten Google Bonus für einen solchen Schritt geben. Hier verweist er auf die generelle Hilfe durch das Unternehmen bei Websiteverschiebungen mit URL-Änderungen.

Abschließend hier noch der Post von John Mueller auf Google+ – besonders schön finde ich den Schlusssatz:

Google Webmasters _ John Mueller zu TLDs in Google+ - trafficmaxx

Fazit: Neue TLDs und alles bleibt gleich?

Ja und Nein. Natürlich gehen wir erst einmal davon aus, dass die Aussagen von Herrn Mueller korrekt sind und Google gTLDs allesamt gleich behandelt. Länderspezifische TLDs haben einen gewissen Ranking-Einfluss, der aber ganz sicher auch nicht überbewertet werden darf und sowohl zum Vorteil als auch Nachteil werden kann.

ABER!

Mal von Googles Algorithmus und möglichen Ranking-Faktoren abgesehen – die Top-Level-Domains sind ein auffälliger Teil der URL. Besitzt eine TLD eine gewisse Autorität wie beispielsweise bei lokalen Endungen wie „.berlin“ oder „.hamburg“ bald schon denkbar, dann wird das ganz sicher Einfluss auf das Nutzerverhalten haben. Und da Nutzersignale wiederum ausgesprochen wichtig für die Google Suche sind, werden viele neue TLDs wahrscheinlich doch indirekt Einfluss auf das Ranking nehmen.

Auch das heißt wiederum nicht, dass sich eine Websiteverschiebung unbedingt lohnen muss. So besitzen ältere gTLDs und ccTLDs natürlich jetzt bereits einen gewissen Trust-Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Zumal es bei „Umzügen“ der Art ohnehin zu Ranking-Verlusten kommen kann. Haben Sie allerdings die Chance sich eine Domain zu sichern, mit der Ihre Website langfristig gut aufgestellt ist, sollte eine Verschiebung zumindest in Betracht gezogen werden.

Quellen und Links:

Den Beitrag im Google Webmaster Central Blog finden Sie hier.

Das Titelbild stammt im Original vom Google+ Auftritt des Blogs.

 
 

Kommentare

Ein äußerst interessanter Beitrag, der für mich im Grunde aufzeigt, dass man am besten mehrspurig fahren sollte mit den Domainnamen und sich gleich mehrere Endungen sichern sollte. Somit sollte man doch recht sicher aufgestellt sein für die Zukunft.

Ich finde den Artikel auch sehr interessant und kann mir vorstellen, dass Webhosting Anbieter momentan sehr ausgelastet sind. Ich denke auch, dass im Bereich Hosting und Domains noch einiges kommen wird, auf das wir gespannt sein können. Ich freue mich auf weitere Beiträge! Grüße

Ist es denn wichtig, dass ein Keyword noch in der Domain steht ?
Oder kann man wählen, was man möchte und Google bewertet es gleich ?

Kommentar schreiben

Kommentar