Turbogang für Apache mit mod_pagespeed

Turbogang für Apache mit mod_pagespeed

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Seitdem Google vor einigen Monaten die Ladezeiten von Webseiten als Suchmaschinen-Rankingfaktor eingeführt hat, ist dieses Thema auch innerhalb der Suchmaschinenoptimierung interessant. Schon lange bietet Google die Erweiterung „PageSpeed“ für den Firefox-Browser an, welche das Webentwickler-AddOn „Firebug“ bereichert. Dabei werden zahlreiche und umfangreiche Hinweise gegeben, wie die Performance der Website gesteigert werden kann. Diese Ratschläge kann der Webentwickler nun aufnehmen und umsetzen, der Aufwand wird ihm aber nicht abgenommen.

Seit kurzem ist nun auch eine serverseitige Lösung verfügbar. Google hat nun eine Erweiterung für den weit verbreiteten Apache Webserver veröffentlicht, die als Modul installiert werden kann. Zu der Page Speed Familie zählend (neben der Firefox Erweiterung wird auch ein Entwickler SDK angeboten) hört es auf den Namen mod_pagespeed.

mod_pagespeed, einmal installiert, soll dabei gängige Maßnahmen aus der Praxis auf vorhandene Resourcen (Skripte, Grafiken, etc.) anwenden. Dabei werden sogenannte Filter eingesetzt, die in einer vordefinierten Abfolge ausgeführt werden und bestimmte Aufgaben erledigen. Im Wesentlichen decken sie die Bereiche ab:

  • Optimierung des Cache-Verhaltens
  • Reduzierung der Antwortzeiten
  • Minimierung der zu übertragenden Datenmenge
  • Verbesserung der Anzeigegeschwindigkeit im Browser

Im Zuge der Optimierung werden tatsächlich grundlegende Dinge durchgeführt, z.B. die Zusammenfassung von CSS-Dateien, das Auslagern von Inline-CSS und JavaScript in externe Dateien, Entfernen unnötiger Zeichen, Komprimierung von Bildern oder auch das Entfernen von Kommentaren, um einige Beispiele zu nennen. Diese Filter können bei Bedarf auch einzeln in der Konfiguration deaktiviert werden.

Unterstützt wird der Apache Webserver ab Version 2.2 unter Linux. Getestet wurde die Erweiterung von den Entwicklern dabei unter den Distributionen Ubuntu, Debian, CentOS und Fedora. Für sie stehen Pakete im .deb als auch im .rpm-Format für die 32- als auch 64bit-Architektur zur Verfügung. Nach dem Download des mod_pagespeed Pakets, gelingt die Installation unter Ubuntu 10.04 über ein einfaches:
$ dpkg -i mod-pagespeed-*.deb

Unter Ubuntu 10.04 befindet sich die Konfigurationsdatei nach der Installation unter /etc/apache2/mods-available/pagespeed.conf. In dieser müssen unter anderem Angaben wie die Domain angegeben werden, für die mod_pagespeed greifen soll. Während das grobe schnell und unkompliziert eingerichtet ist, erfordert eine gründliche Einstellung eine intensive Beschäftigung mit der ausbaufähigen Dokumentation. Das Minimieren von JavaScript-Dateien und HTML funktioniert jedoch recht anstandslos.

Einfache Mediawiki Seite vor und nach Aktivierung von mod_pagespeed

Einfache Mediawiki Seite vor und nach Aktivierung von mod_pagespeed – Netzwerk-Abschnitt in Firebug

einfache MediaWiki-Seite vor und nach Aktivierung von mod_pagespeed - PageSpeed Bewertung

einfache MediaWiki-Seite vor und nach Aktivierung von mod_pagespeed – PageSpeed Bewertung

Demonstrationen aller möglichen Filter können unter modpagespeed.com eingesehen werden.

Wenn man sich näher mit Googles Erweiterung beschäftigt, ist sie ein wertvoller Bestandteil schnell und ohne größeren Wartungsaufwand den Abruf von Websiten zu beschleunigen. Entwickler und Designer können sich nun weitaus mehr auf die Funktionalitäten der Website konzentrieren. Ein Freibrief für Schluderei ist mod_pagespeed dennoch nicht, da lediglich Grundlagen abgedeckt werden.

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