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Trend Onepager: „Einseitige“ Webauftritte unter SEO-Gesichtspunkten

31. März 2017 in SEO | keine Kommentare

SEO & User-Experience Titelbild

Viele Unternehmen stellen Ihr Webangebot auf sogenannte Onepager um. Doch wie sind die Onepage-Websites unter SEO-Gesichtspunkten zu beurteilen?

Hat ein „einseitiger“ Webauftritt bessere oder schlechtere Ranking-Chancen? Hier erläutern wir, was einen Onepager ausmacht und welchen Einfluss das Design auf die Suchmaschinenoptimierung und die vielgepriesene User Experience nehmen kann. 

Was versteht man unter einem Onepager?

Die Definition ist denkbar einfach: Eine Onepage-Website oder auch Single Page Site besteht aus einer einzigen HTML-Seite. Den Inhalt findet der User durch einfaches Herunterscrollen. Zusätzlich gibt es meist eine Navigation, die den User in Form von Sprungmarken direkt nach unten in den gewünschten Bereich führt.

Die unterschiedlichen Bereiche sind zudem häufig optisch voneinander abgetrennt: zum Beispiel durch verschiedene Hintergrundfarben.

Mobilfreundlich und gezielt: die Vorteile der Onepager

Die User Experience spielt bei der SEO eine immer größere Rolle – und da inzwischen zwei Drittel der deutschen User mobil surfen, ist Mobilfreundlichkeit auch aus SEO-Sicht unerlässlich. Design und Struktur einer herkömmlichen Website lassen sich jedoch oft nicht einfach auf eine mobile Darstellung übertragen. Der Onepager macht es von Haus aus einfach, Layout und Benutzerführung ansprechend umzusetzen. Er liefert einen Webauftritt aus einem Guss. Dabei ist die Progammierung mit wenig Aufwand möglich, ohne dass eine komplizierte Server- und Informationsarchitektur beachtet werden muss. Zudem ist die Navigation besonders einfach, was vor allem User auf dem Smartphone oder Tablet zu schätzen wissen. Das Laden neuer URLs entfällt, dementsprechend auch unnötige Ladezeiten. Aus SEO-Sicht gibt es hier also hinsichtlich der UX ein Häkchen: Responsive design par excellence!

Weiterhin bietet die Onepage-Website dem Benutzer sehr zielgerichtete Informationen, ohne dass er sich in der Seitennavigation verlaufen könnte. Ein Webauftritt mit komplexer Struktur birgt immer auch die Gefahr, dass der User in die falsche Richtung gelenkt wird und die Website dann frustriert verlässt. Auf dem Onepager präsentieren Sie Ihrem Kunden genau die Informationen, die Sie ihm liefern wollen – in der von Ihnen gewünschten Reihenfolge. Da der User vermutlich wegen eines speziellen Themas über das entsprechende Keyword auf Ihrer Seite gelandet und also auf der Suche nach etwas sehr Bestimmtem ist, können Sie dieses Bedürfnis auch recht einfach erfüllen. Gute Themenrelevanz: nächstes SEO-Häkchen.

Der Reiz des Onepagers liegt unter anderem in seiner Attraktivität und Behandlung eines bestimmten, scharf umrissenen Themas – wie bei dieser Website:

Beispiel Onepager Visionare

Seiten wie diese sind daher besonders geeignet zum Teilen in sozialen Medien. SEO-Check.

Der Crawler von Google und anderen Suchmaschinen schätzt einen sauberen technischen Aufbau von Websites. Je komplexer eine Site ist, desto schwieriger gestaltet sich das natürlich. Hier hat der Onepager einen großen Vorteil: Aufgrund seiner einfachen Struktur ist es nicht schwierig, ihn technisch sauber umzusetzen und es wird auch langfristig keine defekten internen Verlinkungen geben. Vor allem kleinere Unternehmen haben so auch von der technischen Optimierung her die Chance, ohne allzu großen Aufwand mit etablierten Anbietern in den Google SERPs zu konkurrieren. Nächstes Häkchen.

Last but not least: Wenn es keine Unterseiten gibt, geraten auch keine Backlinks auf Unterseiten, auf die Sie Ihre Kunden vielleicht gar nicht als Erstes lenken möchten. Alle Backlinks führen automatisch zu der einen für Sie wichtigsten Seite. Noch ein Häkchen.

Wenig Content, nur ein Thema: die Nachteile der Onepager

Das klang bis hierhin ja recht vielversprechend. Sie sind schon Feuer und Flamme für die Onepage-Website? Leider gibt es neben den Häkchen auch ein paar größere Haken!

 Die einfache, zielgerichtete Form des Onepagers ist ein toller Vor- und gleichzeitig sein größter Nachteil. Denn wo wenig Content ist, ist auch wenig Platz für Content Optimierung.

✘ Eine Page sollte bei der Suchmaschinenoptimierung idealerweise auf ein sehr bestimmtes Thema und das entsprechende Keyword-Set optimiert sein. Dementsprechend können Sie einen Onepager nur sehr spitz auf ein Thema ausrichten – das Abdecken mehrerer Themen ist nicht sinnvoll. Daher bietet sich diese Form des Webdesigns nur dann an, wenn Sie ein einziges Produkt, eine bestimmte Dienstleistung oder ein Unternehmen mit einem eingeschränkten Produktangebot darstellen möchten, zum Beispiel ein Restaurant oder Café:

Beispiel Onepager Café Frida

Auch eine besondere Kampagne kann über eine Single Page Website lanciert werden, da sich die Einzelseiten hervorragend fürs Storytelling eignen. Eine Palette an Produkten oder eine Seite mit viel Content verschenkt allerdings die Möglichkeit, über ganz unterschiedliche Suchanfragen zu ranken.

Da Ihre Nutzer nicht unendlich scrollen wollen, können Sie außerdem nur recht wenig Text in Ihre Website integrieren. Das bedeutet, dass Ihre Inhalte kaum in die Tiefe gehen können. Auch dies zeigt: Ein Onepager ist nur sinnvoll, wenn die Befriedigung Ihres Kundenbedürfnisses ohne längere Texte auskommt – zum Beispiel, wenn der Kunde auf der Suche nach einer konkreten Sache oder Dienstleistung ist. Je nachdem, wonach der Nutzer sucht, ist jedoch mehr Text notwendig. In diesen Fällen bietet die Single Page Website keine optimalen SEO-Bedingungen. Allerdings schätzt Google bereits gut ein, was die User erwarten. Wer beispielsweise auf der Suche nach einem Grafikdesigner ist, möchte Beispiele sehen, keine langen Texte lesen.

Auch nutzen viele Unternehmen den Onepager, um einzelne Produkte aus Ihrer Palette vorzustellen und lagern diesen Auftritt aus Ihrer regulären Website aus. Das bedeutet aber auch, dass die ausgelagerte Seite ihre Autorität nicht in vollem Maße an die eigentliche Website weiterreicht. Dadurch geht das für die Site eigentlich wichtige Thema mehr oder weniger verloren. Ist das per Onepager beworbene Produkt zum Beispiel irgendwann nicht mehr aktuell und bringt daher nicht mehr viel neuen Traffic, ist eine Integration in die eigentliche Domain aber schwierig: Bestehende Autorität und Backlinks können schwerlich transferiert werden. Der Nutzen, den der Onepager Ihrem speziellen Produkt oder Projekt gebracht hat, lässt sich nicht 1 zu 1 auf Ihren eigentlichen Webauftritt übertragen. Auch die als Vorteil erwähnte Präsenz des Onepagers in den sozialen Medien hat in dem Fall keine direkten positiven Auswirkungen auf Ihre Website.

Fazit: Onepager sind nur für bestimmte Webauftritte geeignet!

Wie sind die Onepage-Websites nun insgesamt aus SEO-Sicht zu beurteilen?

Das kommt darauf an, welche Zielgruppe Sie im Blick haben und was Sie präsentieren möchten. Können Sie Ihren Kunden mit dem Onepager alles bieten, was er sucht? Möchten Sie Ihr Portfolio darstellen oder eine bestimmte Dienstleistung anbieten?

Dann ist der Onepager eine attraktive Wahl. Wenn Ihre User zufrieden sind, werden sie Ihnen diese positiven Erfahrungen unter anderem mit einer hohen Verweildauer und gegebenenfalls durch Backlinks belohnen – und so bekommt Ihre Seite auf jeden Fall positive Ranking-Signale!

Sollten Sie jedoch ein größeres Produktangebot haben oder mit Ihrer Website verschiedene Themen abdecken wollen, ist eine Multisite für Sie aus SEO-Sicht definitiv die bessere Variante.

 

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Quellen und Links:

Interessant sind auch die Beiträge im SearchEngine Journal und bei t3n.

Das Titelbild stammt von kaboompics / pixabay.

 
 

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