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Sprachsuche, digitale Assistenten und SEO (Teil 2) – Was bringt der Wandel?

16. Juni 2016 in SEO | keine Kommentare

Titelbild Sprachsuche, digitale Assistenten und SEOBig Player wie Google, Microsoft und Apple liefern ganz neue Möglichkeiten mit digitaler Sprachassistenz – der vielleicht greifbaren Vorstufe künstlicher Intelligenz für die Allgemeinheit. Das Angebot wird von vielen Menschen weltweit gern angenommen und das Interesse an weiteren Innovationen in dem Bereich ist groß. Doch wie wirkt sich der anstehende Wandel auf die Internetsuche aus?

Im zweiten Beitrag der Blogreihe „Sprachsuche, digitale Assistenten und SEO“ beschäftigen wir uns nun mit den Veränderungen, die die digitale Sprachassistenz voraussichtlich mit sich bringen wird. Was ändert sich an der Art, wie wir Suchanfragen stellen, und welche Antworten geben uns „Siri“, „Cortana“ und „Alexa“?

Veränderungen für die Suchmaschinenoptimierung:

Das Angebot digitaler Assistenten wird weiter zunehmen und wahrscheinlich in wenigen Jahren elementarer Bestandteil unseres Alltags sein. Laut Google kommen mittlerweile über die Hälfte aller Suchanfragen über mobile Endgeräte, allen voran Smartphones. Jede fünfte Anfrage wiederum, die per Android-Smartphone in den USA durchgeführt wird, erfolgt über die Spracheingabe. Heißt: Schon heute nutzen viele US-Amerikaner ihre Stimme für die Suche im Internet. Welche Veränderungen kommen aber nun auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu?

Digitale SprachassistentinEs ändern sich zwei grundlegende Dinge: Suchanfrage und Antwort!

Mit Google & Co. haben Nutzer gelernt, bestimmte kurze Wortkombinationen zu nutzen, um möglichst präzise Suchergebnislisten (SERPs) präsentiert zu bekommen. Gleichzeitig sind Suchmaschinen und SEOs interessiert an den Nutzeranfragen und Suchintentionen. Nur wer sie kennt, kann entsprechende Antworten und Inhalte auf Websites anbieten. Ein Spiel von Geben und Nehmen, das nun zwei weitere Komponenten erhält: die gesprochene Sprache und einen halbwegs intelligenten Algorithmus, der eine stark individualisierte Auswahl für seinen Nutzer trifft.

Ein Beispiel:

  1. Sie suchen ein Hotel in Berlin ohne digitalen Sprachassistenten -> „Hotel Berlin“ -> Fertig.

Die Optimierung erfolgt grob gesagt auf eben diese Keywords und die umgebene Themenrelevanz. Nähere Informationen zu Preis, Lage oder bevorzugter Ausstattung würde der potenzielle Besucher wahrscheinlich erst händisch im Nachgang prüfen.

  1. Sie suchen ein Hotel in Berlin mit Spracheingabe und digitalem Assistenten (Bsp. iPhone) -> „Siri, such mir bitte ein Hotel.“ -> ggf. weiterführende Instruktionen.

Siri weiß dank Standortermittlung wo Sie gerade sind und kennt sogar eine von Ihnen bevorzugte Hotelkette, die nicht weit entfernt ist. Außerdem schlägt Ihre digitale Assistentin einen Bus im öffentlichen Nahverkehr vor, der in 2 Minuten von der Haltestelle schräg gegenüber abfährt. Siri könnte Ihr Zimmer bereits buchen und eine Nachricht an die Rezeption schicken, dass Sie gern gegen 18 Uhr einen Tisch im Hotelrestaurant hätten, so wie beim letzten Hotelbesuch in Köln.

Siri agiert fast wie eine menschliche Assistentin und versucht, Ihre Suchanfrage nach quasi bestem Wissen über Sie und Ihre Vorlieben zu beantworten.

Science Fiction wird alltagstauglich:

Zugegeben, ein bisschen Zukunftsmusik spielt hier noch mit und auch die Suchmaschine weiß gegebenenfalls bereits vieles über Ihre Vorlieben. Dennoch wird klar: Die digitale Assistenz kann deutlich umfassender auf Ihre Suchanfragen reagieren und Ihnen diverse weitere Schritte abnehmen.

Während bei der herkömmlichen Suchanfrage die Würze in der Kürze liegt – auch Longtail-Suchanfragen werden unterm Strich vergleichsweise kurz gehalten – und häufig weitere Recherchen von Nöten sind, können Sie einfach mit der digitalen Sprachassistentin „reden“. Und Siri & Co. antworten nicht nur, sie stellen auch weiterführende Fragen und können ergänzende Aufgaben wie Buchungen, SMS-Versand oder Terminplanung übernehmen.

FragenW-Fragen werden noch wertvoller!

Schon jetzt wird in SEO-Kreisen gern auf die sogenannten W-Fragen optimiert. Es gibt sogar ganze Websites, die sich auf die Beantwortung gängiger Fragewörter oder Phrasen spezialisiert haben. Und in ähnliche Richtung schießen zudem diverse Wissens- sowie Vergleichsportale. Ob die Optimierung jeweils sinnvoll ist, hängt stark vom Themen- und Fragespektrum einer Website ab und erfordert eingehendere Analysen. In einigen Fällen wird aktuell schlicht kaum bis gar nicht mit entsprechenden Fragen gesucht.

Allerdings zeigen erste Erkenntnisse zur Sprachsuche, dass es hier deutliche Unterschiede gibt. Während Nutzer bei herkömmlicher Google Suche mit zum Beispiel „Jogi Löw“ auskommen und sich weitere Informationen selbst zusammen suchen, wird mittels Sprachassistent direkt nach „Wer ist Jogi Löw?“ oder „Wann wurde unser Bundestrainer geboren?“ gefragt. Das zeigt nebenbei auch, was wir von einem digitalen Assistent erwarten: Es sollte möglichst menschlich sein!

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Die jährlichen „Wachstumsraten“ von Fragewörtern nach Search Engine Watch (Quelle s. u.). Verteilt auf unterschiedliche Endgeräte sieht die Sache dann so aus:

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Achtung: In der Grafik geht es um die allgemeine Tendenz, nicht um die Sprachsuche im Detail.

Digitaler ZeigefingerFazit (2. Teil): Digitale Assistenten verändern unseren Zugriff auf Webangebote!

Es ändern sich letztlich sowohl Komplexität der Suchanfrage als auch der Antwort. So erhalten Sie statt einfacher Suchergebnisliste (SERPs) mit potenziellen Treffern ein stark individualisiertes Ergebnis! Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine wird dabei generell menschlicher. Zum einen wird die Suchanfrage umfassender, zum anderen setzt der Nutzer aber auch gewisse Informationen bereits beim digitalen Assistenten voraus.

Der anstehende Wandel wird im Umkehrschluss bedeuten, dass auch Webangebote sowohl präzise als auch umfangreiche Antworten auf typische Fragen der eigenen Zielgruppen bereithalten müssen. Spannend wird auch die Frage sein, in wie weit eigentlich eher die digitalen Assistenten überzeugt werden müssen. Das wird sicherlich stark davon abhängen, wie gut Siri, Cortana und Alexa ihre Nutzer und deren Intentionen kennen.


Titelbild Sprachsuche, digitale Assistenten und SEOIm dritten Teil unserer kleinen Blogreihe zu „Sprachsuche, digitale Assistenten und SEO“ wird es dann um das Feststellen der SEO-Baustellen gehen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf drei elementaren Fragen liegen, die vor der eigentlichen Suchmaschinenoptimierung geklärt werden sollten, die wir dann wiederum im vierten und letzten Teil erörtern.

Quellen und Links:

Interessanter Beitrag der FAZ zum Thema.

Inspirierend ist auch der Blogbeitrag bei moz.com. (Quelle gen. Grafiken)

Hier geht’s zur bitcom-Befragung.

Und die aktuellen Zahlen von statista finden Sie hier.

Weitere Grafikquelle: Seach Engine Watch.

Das Titelbild ist eine Komposition aus OpenClipartVectors, gerald & DrSJS (pixabay).

Das Abschlussbild stammt von DirtyOpi (pixabay).

 
 

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