Searchmetrics: Ranking-Faktoren 2016/17 (Teil 2)

Searchmetrics: Ranking-Faktoren 2016/17 (Teil 2)

150 150 Björn Hallmann

Der zweite Teil zu den wichtigsten Erkenntnissen der aktuellen Searchmetrics-Studie. Jetzt geht’s um die Bereiche Backlinks, Nutzererfahrungen und soziale Signale!

Direkt anschließend an unseren ersten Beitrag zu den aktuellen Ranking-Faktoren bei Google, die immer mehr im individuellen Fluss sind, widmen wir uns nun den Backlinks, den Erfahrungen der Nutzer sowie den sozialen Interaktionen mit Websites. Reinschauen!Searchmetrcis Studie Ranking Faktoren 2016 Titelbild (Teil)

Backlinks sind nur noch ein Faktor.

Vor gar nicht allzu langer Zeit waren Backlinks noch der Schlüssel zur Top-Platzierung bei Google. Heute wird den eingehenden Links nur noch eine vergleichsweise geringe Rolle bei der Bewertung von Website zugesprochen.

Searchmetrics-Studie Ranking-Faktoren 2016 Backlinks 1

Die Gründe für den Rückgang der Bedeutung von Backlinks sieht die Searchmetrics-Studie unter anderem in der Zunahme von mobilen Suchanfragen. Da auf mobilen Endgeräten wie dem Smartphone eher selten verlinkt, sondern eher geliked oder geshared wird, können die externen Links schlichtweg nicht als besonders wertvoll von Suchmaschinen bewertet werden. Und da der mobile Traffic längst in diversen Bereichen deutlich über dem Traffic von Desktop-Rechnern liegt, sinkt der Wert der Backlinks generell signifikant.

Auch der zunehmende Einfluss durch Apps und App-Rankings in den SERPs trägt zur Inflation bei. Zusammengenommen mit den weiterhin strengen Qualitätsrichtlinien von Google lässt sich unterm Strich erneut festhalten, dass Linkbuilding im herkömmlichen Sinne ausgestorben ist. Deshalb sollten Sie dennoch um natürliche Links bemüht sein. Das Mittel der Wahl muss aber auch in diesem Bereich eine durchdachte Content-Strategie sein, die verlinkungswürdige Inhalte forciert.

Searchmetrics-Studie Ranking-Faktoren 2016 Backlinks 2

Dank „Mobile First“ verlieren Banklinks als Ranking-Faktor an Bedeutung

Strukturierte Abwechslung liefert gute Nutzererfahrungen!

Um positive Nutzersignale zu erhalten, braucht es natürlich auch entsprechend positive Erfahrungen der Websitebesucher. Das A und O ist hier in der technischen OnPage-Optimierung zu sehen. Kurze Ladezeiten, übersichtliche Navigation und ein abwechslungsreiches Angebot an verschiedenen Medien wie Texte, Bilder und Videos gehören zur Pflicht. Die Kür krönen Sie anschließend mit leserfreundlichen Schriftarten und -größen sowie sinnvoll eingesetzten Strukturelementen.

Ein zunehmend gewachsener Gradmesser ist die Interne Verlinkung. Eine saubere Linksstruktur auf der Seite selbst hilft sowohl Besuchern als auch den Google-Bots die Website besser zu verstehen und wichtige URLs zügig zu finden.

kb-ranking-faktoren-statement3

Generell mag die Interne Verlinkung zum Bereich Technik oder zu den Nutzererfahrungen gezählt werden. Da aber viele Unternehmensseiten durch beispielsweise Corporate Blogs Aktivität zeigen, muss es auch Aufgabe der jeweiligen Redaktion sein, auf eine möglichst sinnvolle Verlinkung zu achten. Quasi stetige OnPage-Optimierung.

Ebenfalls wertvoll können ausgehende Links sein, die dem Nutzer Mehrwerte bieten, die über das eigene Angebot hinausgehen und somit optimal ergänzen. Zum Standard zählen neben informativen Texten längst Bilder und Videos. Top-Rankende Sites bieten erneut deutlich mehr Bilder als andere Seiten. Das Problem beim umfangreichen Bild- und Videoangebot liegt im Spagat zwischen eben diesen Content-Elementen und den Ladezeiten sowie Dateigrößen.

Searchmetrics-Studie Ranking-Faktoren 2016 - Strukturelemente

Positiv fällt ebenfalls die Zunahme von Strukturelementen auf. Bulletpoints, Tabellen und Listen können dazu beitragen, dass Sie Ihren Nutzern mehr Abwechslung und Lesefreundlichkeit bereiten. Außerdem weisen besser rankende Website mehr Menüs, Buttons und weitere interaktive Elemente auf. Auch hier unterscheiden sich Mobile- und Desktop-Ansicht. Bei mobilen Angeboten steht weniger Raum zur Verfügung, also tauchen auch weniger Elemente auf.

Social Signals – starke Nutzersignale, schwer einzuschätzen.

Die Korrelation zwischen sozialen Interaktionen wie Likes und den Rankings bei Google ist extrem hoch. Allerdings lässt sich ein kausaler Zusammenhang schwer einschätzen, da die jeweiligen Positionen ähnliche Platzierungen in den sozialen Netzwerken einnehmen.

Besonders stark performen somit große Brands, die überragend viele Social Signals aufweisen. Da diese aber eben auch über eine entsprechend große Autorität bei Google verfügen, lässt sich ein Zusammenhang zwischen Ranking und Nutzersignal kaum herstellen.

Searchmetrics-Studie Ranking-Faktoren 2016 - Social Media

Während der Primus der sozialen Netzwerke Facebook noch vergleichsweise hohe Signalwerte über eine Vielzahl von Websites aufweist, ranken bei Google+, Twitter und Pinterest vornehmlich große Marken an erster Stelle mit vielen Signalen. Alle anderen Seiten folgen dahinter in puncto Social Signals weit abgeschlagen. Mit anderen Worten: Der Wert sozialer Nutzersignale für das Google Ranking lässt sich schwer einschätzen, dürfte aber wohl nicht unbedeutend sein. Ebenso schwierig erscheint allerdings die Optimierung, wenn Sie nicht gerade über ein entsprechendes Brand verfügen. Die Lösung: Branding und Social Media-Arbeit.


Fazit Teil 2: Saubere Technik, relevanter Content und Social Media!

Ok, so in etwa lautet auch die Überschrift zum Fazit des ersten Teils. Warum? Weil sich auch in den Bereichen Backlinks, Nutzererfahrungen und Social Signals zeigt, dass der elementare Fokus auf nutzerfreundlicher Technik (OnPage-Optimierung) und durchdachter Content-Strategie (vielseitige Inhalte) liegen muss. Über relevanten Content lassen sich Backlinks aufbauen. Bilder, Videos und andere strukturgebende Elemente bieten dem Nutzer brauchbare Mehrwerte und tragen somit nachhaltig zu positiven Nutzererfahrungen bei.

Und Social Signals? Gleiches Spiel plus kompetente Social Media-Arbeit. Hochwertige Inhalte lassen sich per sozialer Netzwerke verteilen und lösen bei Erfolg entsprechende Signale wie Traffic, Likes oder Shares aus. Ähnliche Interaktionen rufen gute Inhalte auf der Website hervor.

Wie bereits im Dezember erwähnt, wird dies die letzte Searchmetrics-Studie in der altbekannten Form sein. Der Grund liegt darin, dass das sogenannte Checklisten-SEO, also Suchmaschinenoptimierung mit vergleichsweise festen Ranking-Faktoren ad acta gelegt wird. Vielmehr befindet sich der Google-Algorithmus ab sofort im stetigen Fluss. Allgemeingültige Faktoren sind nicht mehr auf sämtliche Bereiche anwendbar. In letzter Konsequenz verlangt jede Suchanfrage nach ganz eigenen Antworten und diese bildet die Suchmaschine immer besser ab. Zukünftig soll sich die Studie daher auf Branchenunterschiede fokussieren.

Wir bleiben gespannt dran und freuen uns auf noch differenziertere Daten für 2017!

Quellen und Links:

Hier finden Sie die komplette Studie von Searchmetrics zu den Ranking-Faktoren 2016 (Bilderquelle).

Lesetipp: Was passierte eigentlich bei Instagram 2016? Hier erfahren Sie es!

Hinterlasse eine Antwort