Pinterest, Online Marketing und SEO – was Sie wissen sollten:

Pinterest, Online Marketing und SEO – was Sie wissen sollten:

640 581 Björn Hallmann

 

Fotos, Bilder, Zeichnungen – visuelle Inhalte sind im Netz extrem gefragt. Soziale Netzwerke wie Instagram, Flickr oder Pinterest erfreuen sich auch bei deutschen Nutzern großer und stetig wachsender Beliebtheit.

Dass Video- und Bildernetzwerke effektiv für das Online Marketing im Allgemeinen oder die Suchmaschinenoptimierung im Speziellen genutzt werden können, dürfte mittlerweile allen Online-Marketers bekannt sein. Doch worin liegen bei der Pinterest-SEO die Potenziale? Erfahren Sie mehr!

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Was ist Pinterest und was bietet das Netzwerk?

Das soziale Bildernetzwerk gehört zu den Mikroblogging-Plattformen. Bei Pinterest können Nutzer Bilder, Fotos und Zeichnungen an virtuelle Pinnwände anpinnen und diese eigenen Gruppen oder der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Der Name setzt sich dementsprechend aus „to pin“ für anheften/befestigen und „interest“ für das Interesse zusammen.

Wie in anderen Social Media-Netzwerken ist eine Art „Liken“ und „Sharen“ in Form von Pins beziehungsweise Repins sowie das Kommentieren von Beiträgen möglich und die kommunikative Basis der Community. Außerdem können Nutzer sowohl anderen folgen als auch selbst Follower aufbauen. Hochgeladene und verlinkte Bilder lassen sich von anderen Nutzern ebenfalls in Pinnwänden – einem Bookmark-Portal ähnelnd – sammeln und „repinnen“. Problematisch können hier Urheberrechtsverstöße sein.

Für Unternehmen bieten sich unter anderem „Promoted Pins“ und „Pinterest Rich Pins“ an. Die Sonderformen lassen sich mit mehr Informationen anreichern. So können Produkt-Pins beispielsweise Echtzeit-Preisangaben enthalten.

Von wem und wie wird Pinterest genutzt?

Das Bildernetzwerk mit den mittlerweile weltweit rund 150 Millionen aktiven Nutzern ist auch in den letzten Jahren kräftig gewachsen (s. statista-Grafik). Hierbei nehmen Frauen im Alter zwischen 25 und 44 Jahren mit Abstand die größte Gruppe auf Pinterest ein. Eine Zielgruppe, die als kaufkräftig und anspruchsvoll in puncto Qualität gilt.

Nutzerzahlen Pinterest 2015/2016 - statista

Das Spektrum angepinnter Bilder deckt im Prinzip nahezu sämtliche Lebensbereiche sowie Fantasien ab und reicht von einfachen selbsterstellten Zeichnungen über semi-professionelle Fotos und Montagen bis hin zu hochwertigen Kunstwerken der Malerei, Fotografie oder digitalen Bildbearbeitung. Besonders beliebt ist Pinterest unter anderem im Bereich der DIY-Bewegung. Außerdem wird das Portal gern als visuelle Inspirationsquelle verwendet.

Was macht Pinterest für Online Marketing und SEO spannend?

Gegenüber anderen Netzwerken ist Pinterest besonders interessant für Marketers, da die tägliche Nutzungsdauer mit rund 21 Minuten vergleichsweise hoch ausfällt. Und obgleich das Interesse an dem sozialen Bildernetzwerk hierzulande (noch) nicht ganz so stark ist, wie das beispielsweise im Stammland USA der Fall ist, steigen die Nutzerzahlen auch bei uns kontinuierlich. Recht anschaulich zeigt dies der Google Trend zur Suchanfrage nach „Pinterest“. Mit Ausnahme des jüngsten Ausreißers sehen Sie ein relativ lineares Interessenswachstum in den letzten fünf Jahren.

Maryam Lawal von Hootsuite hat einige Marketing-Fakten für Pinterest (2016) etwa wie folgt zusammengetragen:

  • Ein Pin wird durchschnittlich 11 Mal repinned.
  • Mehr als ein Drittel der Nutzer suchen Bilder eher hier als per Google.
  • Zwei Drittel aller Pins stammen von Unternehmens-Websites.
  • Zweitgrößte Trafficquelle für Shopify-Onlineshops.
  • Bei Empfehlungen ist die Kaufwahrscheinlichkeit rund 10 Prozent höher als bei anderen sozialen Netzwerken.
  • Pinterest-Nutzer geben das Doppelte im Vergleich zu Facebook-Nutzern aus.
  • Die meisten Nutzer (93 %) kauften in den „letzten“ 6 Monaten online ein.
  • Täglich werden 14 Millionen Artikel von fast 2 Millionen aktiven Usern gepinnt.
  • Jährlich entstehen auf Pinterest mehr als 1,5 Billiarden Empfehlungen.
  • Zwei Drittel der Nutzer sind weiblich. Der Anteil männlicher Nutzer wächst aber ebenfalls zunehmend.

Ergänzend: Laut einer statista-Umfrage liegt die Nutzung von Pinterest bei jungen deutschen Erwachsenen (18-29 J.) bei rund 25 Prozent.

Aus SEO-Sicht kann das Bildernetzwerk unter anderem dazu verwendet werden, mehr Traffic auf der eigenen Website zu erzeugen sowie eigene gute Bildmaterialien noch wirkungsvoller zu verwerten.

Die Schlüsselelemente zum Erfolg auf Pinterest:

Freilich geht es in dem Bildernetzwerk darum, möglichst interessante Pins zu positionieren. Dazu gehören aber nicht nur visuelle Beiträge, die die eigenen Zielgruppen ansprechen, sondern auch formale Aspekte, damit das Material die Nutzer optimal abholen kann. Hier einige Schlüsselelemente, auf die es lohnt zu achten:

  • Nutzen Sie hochwertige, ästhetisch ansprechende Bilder (Eyecatcher).
  • Vermeiden Sie hingegen textlastige Bilder oder Grafiken.
  • Auf Pinterest funktionieren Hochformate gegenüber Querformaten deutlich besser.
  • Erzeugen Sie mit dem Bild Interesse und forcieren Sie erst in der Beschreibung den möglichen Abverkauf.
  • Nutzen Sie wie üblich passende Keywords, um den Pin richtig einzuordnen und schneller gefunden zu werden.
  • Wählen Sie eine für die Zielgruppen freundliche Sprache passend zum Bildthema.
  • Ein Call-to-Action gehört ebenfalls in die Beschreibung.
  • Pinnen Sie regelmäßig, um Follower bei der Stange und den Pinterest-Account aktuell zu halten.
  • Ein Pin pro Tag wäre für den Anfang sinnvoll. Steigern Sie die Rate mit der Zeit auf mindestens fünf Pins pro Tag.
  • Beachten Sie beim Pin-Timing die je typische Rushhour für die eigenen Zielgruppen.

Wichtig: Ein Großteil der Nutzerbesuche erfolgt auf Pinterest per mobiler Devices. Vergewissern Sie sich also, dass die entsprechenden Pins und Beschreibungen auf beispielsweise Smartphones und Tablets optimal angezeigt werden.

Tipp: Wie Sie Promoted-Pins optimal nutzen, die deutlich mehr Informationsraum bieten als normale Pins, erfahren Sie übrigens auch bei unseren construktiven Kollegen aus der Social Media-Unit: Pinterest als Marketing-Instrument (Teil II).

Optimierung auf der eigenen Website:

Damit das Pinterest-Marketing optimal funktionieren kann, sollten auch auf der eigenen Website einige Maßnahmen ergriffen werden. Hierzu gehört die Integration des „Folgen“-Buttons sowie des „Pin it“-Buttons bei entsprechenden Bildmaterialien. Zudem können Sie über Widgets das eigene Profil, einzelne Pins oder komplette Pinnwände in die eigene Website einbauen. Hier finden Sie einige Tipps für Pinterest-Einsteiger.

Optimieren Sie zudem sämtliche Bilder, die Sie auf der Website und bei Pinterest nutzen möchten. Dazu sollte die jeweilige Bildbeschreibung, also das Alt-Attribut auch bereits eine für Pinterest taugliche Beschreibung darstellen. Die Metadaten werden gegebenenfalls als automatisch erstellte Bildbeschreibung beim Pinnen durch Nutzer verwendet.


Fazit: Pinterest lohnt sich und wächst weiter!

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen oder auch dem einfachen Hobbyblog interessantes eigenes Bildmaterial haben und dieses sowieso auf der eigenen Website oder in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook nutzen, dann sollten Sie Pinterest nicht außen vor lassen. Das erfolgreiche Bildernetzwerk wächst, gedeiht und kann ein ausgesprochen wertvolles Marketing-Instrument sein.

Wenn Sie beim Einstieg in das spannende Pinterest-Marketing professionelle Unterstützung brauchen, wenden Sie sich gern an unsere Social Media-Experten!

 

Quellen & Links:

Aktuelle Zahlen und Fakten zu Pinterest gibt’s auch auf statista.com.

Außerdem auf statistaPinterest-Nutzer weltweit.

Sehr zu empfehlen: Pinterest als Marketing-Instrument (Teil I).

Beitrag von Maryam Lawal (Hootsuite).

Titelbild: Hypnoart/pixabay.

Beitragsbild (Smartphone): MarcoGonzalez/pixabay.

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