Google vs. Bing: Wer macht das Rennen bei der Suche?

Google vs. Bing: Wer macht das Rennen bei der Suche?

150 150 Björn Hallmann

Die Vormachtstellung von Google gefällt bekanntlich nicht jedem und zuweilen wird man das Gefühl nicht los, dass diese Fraktion immer größer wird. Mark Jackson, Präsident und CEO bei Vizion Interactive, macht dieser Tage seinem Ärger mit Google auf Search Engine Watch Luft und stellt die fast schon flehende Frage: „Could Bing Ever Overtake Google in Search?“

Google vs Bing

Seine Frage wirft der vermeintlich frustrierte SEO-Experte aber nicht einfach nur unbeantwortet provokant in den Raum, sondern liefert auch gleichsam einige interessante Fakten, die das Gedankenspiel lohnenswert zu machen scheinen.

Zunächst einmal verweist er auf Googles aktuelle Ambitionen bezüglich der Suche – Knowledge Graph, Voice Search, Conversational Search, Google Now und Deep learning. Insbesondere bei dem permanenten Wunschziel, die User besser verstehen zu können, sieht Jackson bereits Vorteile für Bing. So unterhält die Suchmaschine von Microsoft Partnerschaften zu sämtlichen großen sozialen Websites, von denen entsprechende Userdaten direkt bezogen und genutzt werden. Ergo, so Jackson: Bing weiß bereits was die User suchen, während Google noch auf der Suche danach ist.

Das größte Thema: mobiles Internet

Immer mehr Menschen nutzen das Netz bekanntlich mobil und die Betreiber von Websites, Apps oder eben auch Suchmaschinen arbeiten auf Hochtouren daran, ihr jeweiliges Angebot stetig und zügig zu verbessern – so also auch Google und Bing. Die Fakten, die den Hype untermauern sollen, stammen interessanterweise von YouTube, wo in diesem Jahr 40 Prozent des gesamten Traffics allein über die Nutzung von mobilen Endgeräten zusammenkommen (wird). Jackson verweist erneut auf die Vorteile von Microsoft, die sich mit dem Kauf von Nokia und dem Erfolg der Lumina-Reihe gut auf dem Mobilfunksektor positioniert hätten. Zudem würde Bing auch hier im besonderen Maße von den Kontakten zum Social Web profitieren, was wiederum für die gestiegene Bedeutung der mobilen Suche im Netz von großem Vorteil wäre. Die Personalisierung von Suchergebnissen bei Bing könnte vergleichsweise besser optimiert werden.

 

Der Knowledge Graph auf mobilen Endgeräten

Bei seinem YouTube-Beispiel, welches an sich für das Thema gut gewählt ist, fehlen allerdings die Verbindung zu Google und die Tatsache, dass YouTube ebenfalls eine extrem erfolgreiche ”Suchmaschine“ ist. Ein Faktum, das sich Google beispielsweise in Kombination mit Google+-Daten zu Nutzen machen wird, um wiederum die eigene Suche zu optimieren.

Wem werden die Nutzer den Vorzug geben?

Google versus Bing

Bildquelle: michperu (http://www.flickr.com/photos/michperu/)

Alles hängt an der Reaktion der User, sagt Jackson. Google hat in letzter Zeit massive Veränderungen an seiner Suche vorgenommen und ermöglicht dem Nutzer immer häufiger bereits bei der Anzeige der Suchergebnisse die gesuchten Informationen zu erhalten (Bsp. Knowledge Graph, Google Maps, Google Local usw.). Den Erfolg dieser Strategie stellt der SEO-Experte infrage und verweist darauf, dass Bing hier wiederum die sozialen Daten seiner Nutzer zur Personalisierung der SERPs heranzieht, was wohl, so postuliert er, gut bei den Suchenden ankommt.

Nur der Vollständigkeit halber sei daran erinnert, dass auch Google zunehmend soziale Daten zur Erstellung der Suchergebnisse verwendet (Google+ & Co) und Personalisierung auch beim Internetriesen Nummer eins ein gewaltiges Thema ist.

Die zunehmende Bedeutung der mobilen Suche bleibt insgesamt das Hauptschlachtfeld, auf denen Jackson den Krieg der Suchmaschinen in die entscheidende Phase gehen sieht. Kleinere Gedankenspiele seiner Seite zu – was wäre, wenn Bing die neue Apple Suchmaschine schlecht hin werden würde – fahren irgendwie spätestens beim zweiten Durchspielen des Gedankens (Apple + Microsoft?) schnell gegen eine Wand.

Die gewaltige Macht von einer Milliarde Usern

Der letzte größere Punkt, denn Jackson in die Suchmaschinen-Schlacht führt, ist die Tatsache das Microsoft mit über einer Milliarde Usern und massenhaft benutzten Produkten wie Windows, Skype oder Xbox die Macht in der Hand hält, Bing zum Wechselgaranten werden zu lassen. Eingebunden in sämtliche Microsoft Angebote könnte die hauseigene Suchmaschine Googles Marktposition nachhaltig verändern. So wurde Bing beispielsweise bereits bei Windows 8 stark ins System eingebunden und Chancen sieht Jackson auch für die Integration in Office oder ähnliche Microsoft Produkte.

Jacksons Fazit:

„More Competition“, wünscht er sich (gerade wohl auch als SEO-Mensch) und verweist abschließend zu Recht darauf, wie schnell sich die Dinge ändern können. Er sieht gute Chancen für Microsoft mit Bing an der dominanten Position von Google zu rütteln und prophezeit, dass der Schlüssel zum Sieg beim mobilen Internet liegt.


Kleines Fazit:

Das einzig beständige bleibt die Veränderung und der Internetkrieg mag erst begonnen haben. Passend dazu vielleicht als letztes Bonbon noch ein Screenshot von Barry Schwarz, der zeigt, was aktuell passieren kann (schätzungsweise nur in den USA), wenn man mit Bing nach Google sucht.

Quelle: Barry Schwarz auf searchengineland.com

Bing vs GoogleDen gesamten Beitrag von Mark Jackson finden Sie auf Search Engine Watch, folgen Sie bitte hier entlang.

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