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Der SEO-Jahresrückblick: Was ist 2015 auf dem Suchmaschinenmarkt passiert?

22. Dezember 2015 in SEO | 1 Kommentar

Sichtbarkeit Desktop vs. Mobil

Gegen Ende eines Jahres bzw. Anfang des neuen Jahres kommt man an Jahresrückblicken in Form von TV-Sendungen, Beiträgen in Zeitschriften etc. kaum vorbei. Einen Überblick der wichtigsten Ereignisse aus dem Jahr 2015 speziell zu den Themen SEO und Suchmaschinen wollen wir euch im Folgenden vorstellen.

Im vergangenen Jahr hat Google nicht nur einmal am Algorithmus geschraubt und damit die Arbeit eines jeden SEOs nachhaltig mitbestimmt. Neben wichtigen Updates waren im Jahr 2015 aber auch andere interessante Entwicklungen auf dem Suchmaschinenmarkt zu beobachten – auch diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Websites müssen „mobile friendly“ sein!

Aus der SEO-Brille betrachtet stand das Jahr 2015 insbesondere unter dem Stern der Mobilfreundlichkeit von Websites. Der bereits länger anhaltenden Entwicklung des Mobile Web setzte Google mit dem 21.April 2015 höchstpersönlich einen Stichtag. Das sogenannte Mobile Friendly-Update machte die Mobilfreundlichkeit einer Website zu einem expliziten Ranking-Faktor. Websites werden also von Google bevorzugt, wenn sie bei einer Suchanfrage über ein mobiles Endgerät eine nutzerfreundliche Darstellung anbieten. Websites ohne ein mobilfreundliches Design werden nun zumindest in der mobilen Suche abgestuft. Zudem wird Nutzern bei den mobilen Suchergebnissen bereits in den SERPs angezeigt, welche Websites für Mobilgeräte optimiert sind. Die folgende Grafik zeigt am Beispiel der HuffingtonPost den rasanten Einschnitt des mobilen Sichtbarkeitsindexes um den 21.April herum.

Sichtbarkeit Desktop vs. Mobil

Überraschend kam dieser Schritt seitens Google angesichts der weltweit zunehmenden Nutzung des Mobile Webs wohl kaum. Doch ab wann ist eine Website denn „mobile friendly“? Google selbst hat hierzu einen Leitfaden veröffentlicht, der zunächst bei der technischen Optimierung für die mobile Darstellung helfen soll. Aber auch auf der inhaltlichen Ebene gibt es einiges zu beachten: So darf der Text beispielsweise nicht zu klein sein oder die Links zu nahe beieinander liegen. Im gleichen Atemzug bieten die Google Developers Tools übrigens auch die Möglichkeit, die Mobilfreundlichkeit der eigenen Website zu prüfen.

Das ominöse Phantom-Update

Das nächste Update ließ nicht lange auf sich warten. Nicht einmal einen Monat später rollte Google das ominöse Phantom-Update aus. Während SEOs, Website-Betreiber und Technik-Begeisterte noch auf signifikante Auswirkungen des „Mobilegeddons“ warten, schlägt plötzlich ein weiteres Update zu, das für einige Websites verheerende Sichtbarkeitsverluste mit sich bringt. Das Kuriose an diesem Update – und daher der Name „Phantom Update“: Im Gegensatz zu kleineren Updates am Algorithmus, die nahezu täglich stattfinden und kaum bemerkt werden, beinhaltete dieses Update Änderungen am Core Algorithmus von Google. Derartig umfangreiche Anpassungen am Algorithmus werden in der Regel rechtzeitig angekündigt. In diesem Fall wurden aber weder der Zeitpunkt des Updates, noch die durchgeführten Änderungen veröffentlicht, sodass es sehr bald unter dem Namen „Phantom Update“ kursierte.

Es folgte das RankBrain-Update

Ungefähr ein halbes Jahr später sorgte ein weiteres Update für Aufruhr, das interessante Parallelen zu dem ominösen Phantom-Update aufweist. Bei dem Google RankBrain handelt es sich um einen selbstlernenden Algorithmus, der die Suchintention eines Nutzers zu bestimmten Keywords beurteilen soll. Auf Basis von künstlicher Intelligenz soll der Algorithmus versuchen, die Intention der 15% Suchanfragen zu verstehen, die noch nie gestellt wurden.

Phantom-Update Erklärung

Google selbst bezeichnet den RankBrain sogar als Ranking-Faktor – und zwar als drittwichtigsten! Es handelt sich somit nicht um einen seitenspezifischen Faktor, der durch konkrete SEO-Maßnahmen beeinflusst werden kann. Vielmehr ist dieser Ranking-Faktor auf die Suchanfrage des Nutzers ausgerichtet. Die Bereitstellung von für den Nutzer relevanten Inhalten sowie die Beachtung der Suchintention als wichtige Einflussgrößen auf das GoogleRanking sind indes nichts Neues und decken sich mit Erkenntnissen zu dem „Phantom-Update“. Ein Tweet von Googles Garry Illyes scheint zu bestätigen, dass das ominöse Update aus dem Mai 2015 und der RankBrain das gleiche Paar Schuhe sind.

Garry Illyes Tweet zum RankBrain

HTTPS-Verschlüsselung als wichtiger Ranking-Faktor?

Die Verschlüsselung einer Website über HTTPS ist ein eigener Ranking-Faktor – das hatte Google bereits im August 2014 bekanntgegeben. Die Bedeutsamkeit dieses Ranking-Faktors wurde jedoch zunächst als gering angegeben. Innerhalb des Jahres 2015 hat unter anderem Searchmetrics mit einer Studie erneut die Frage nach der Bedeutsamkeit der HTTPS-Nutzung gestellt. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass eine Umstellung von HTTP auf HTTPS unter den richtigen Bedingungen durchaus einen „SEO-Boost“ ermöglichen kann. Die Chance auf eine zukünftige Ausweitung dieses Ranking-Faktors sowie das zusätzliche Kundenvertrauen, das Online Shops durch die grüne Färbung in der Browserzeile zukommt, lässt vor allem Shop-Betreiber zunehmend mit den Gedanken einer Umstellung spielen.

Ergänzung durch Universal Search-Elemente nimmt zu!

Ebenfalls im Jahr 2015 und ebenfalls von Searchmatrics veröffentlicht wurde eine Studie über die Anreicherung der Suchanfragen mit Elementen aus anderen Datenbanken wie Google Images, News oder Shopping – kurz Universal Search genannt.

Insgesamt wurden fast drei Viertel aller Suchanfragen bei Google mit Elementen aus anderen Datenbanken angereichert, was einem deutlichen Zuwachs durch ergänzende Informationen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Einen überdurchschnittlich starken Zuwachs verzeichneten dabei die Product Listings Ads (PLAs) in den Suchergebnissen. Google baut die Universal Search-Integration also weiter aus. Besonders sind hiervon die PLAs und Videos betroffen. Unter anderem aus diesem Grund wurde der Navigations-Tab, der bisher „Web“ hieß, erst neulich in „Alle“ umbenannt.

Universal Search in den Suchergebnissen von Google

Zwar dürfte diese Änderung den Wenigsten aufgefallen sein. Da der Begriff „Web“ jedoch das bloße Aufzählen sogenannter Blue Links suggeriert, ist der Tab  in Anbetracht der Universal Search-Einblendungen nun wohl treffender benannt.

Fazit: 2015 das Jahr der Updates?

Mit dem Mobile- und dem RankBrain-Update nahm Google im Jahr 2015 wichtige Veränderungen am Algorithmus vor. Die Optimierung von Websites auf Mobilgeräte ist jedoch nicht nur als bloßer Ranking-Faktor zu empfehlen. Schließlich reagiert Google damit auf aktuelle Entwicklungen in der Web-Nutzung und die steigende Anzahl der mobilen Suchanfragen gehört dazu. Auch die Bereitstellung relevanter Inhalte ist somit eher langfristig und zukunftsorientiert zu verstehen.

Das nächste Update steht schon in den Startlöchern. Das Penguin-Update 4.0 wurde sogar für Ende 2015 angekündigt. Wann genau Google das Update ausrollt, kann momentan noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Erste Veröffentlichungen weisen jedoch darauf hin, dass es anders funktionieren soll als die bisherigen Penguin-Updates.

Es bleibt also spannend, was im kommenden Jahr auf die SEO-Branche so alles zukommt!

Lesetipps und (weiterführende) Quellen:

Blogbeitrag zum Mobile-Update

Blogbeitrag zum RankBrain-Update

Blogbeitrag zur HTTPS-Verschlüsselung

Blogbeitrag zur Universal Search

 
 

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