Searchmetrics: Ranking-Faktoren 2016/17 (Teil 1)

Searchmetrics: Ranking-Faktoren 2016/17 (Teil 1)

971 600 Björn Hallmann

Die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Studie zu den Bereichen Content, Nutzersignale und Nutzererfahrungen sowie Technik, soziale Signale und Backlinks.

Bereits im Dezember berichteten wir über die anstehende Veröffentlichung der neuen Searchmetrics-Studie für 2016 zu den Ranking-Faktoren bei Google. Jetzt wollen wir uns noch mal die Zeit nehmen, einen genaueren Blick auf die Ergebnisse zu werfen – auf geht’s!

Searchmetrcis Studie Ranking Faktoren 2016 Titelbild (Teil)

Jede Suchanfrage hat eigene Ranking-Faktoren?

Das ist tatsächlich der Trend. Nicht nur das Ausspielen von persönlichen Suchergebnislisten (SERPs) wird immer individueller, sondern auch die jeweilige Suchanfrage selbst. Somit sind die Ranking-Faktoren nicht mehr pauschal zu betrachten, sondern im individuellen Fluss. Verstärkt wird diese Entwicklung, deren Grundlage in den Machine-Learning-Algorithmen liegt, durch die Echtzeit-Aktualisierung des Google Algorithmus.

Obgleich die Individualität von Nutzer und Suchanfrage eine immer größere Rolle für die Suchmaschine spielt, lassen sich dennoch Faktoren bestimmen, auf die es grundsätzlich ankommt. So bleibt eine möglichst einwandfreie Technik absolute Grundausstattung, zumindest wenn es um begehrte Platzierungen bei gängigen Keywords und Kombinationen geht. Immer stärker wird der Einfluss der sogenannten Content-Relevanz. Sie spiegelt besonders deutlich die Individualität der entsprechenden Suchanfrage beziehungsweise Nutzerintention wieder.

Ebenfalls weiterhin von herausragender Bedeutung bleiben Nutzersignale und Nutzererfahrungen sowie die sozialen Signale. Ein zunehmend geringerer Einfluss wird den früher so elementaren Backlinks zugesprochen. Das heißt zwar nicht, dass Websites sich nicht weiterhin um starke Links bemühen sollten, aber die Macht von Backlinks scheint doch signifikant insbesondere in der Korrelation mit anderen Faktoren gesunken zu sein.

Aber sehen wir uns die einzelnen Ranking-Faktoren und deren Entwicklung für 2016 genauer an!

„Content is King“ wenn die Inhalte relevant sind!

Überraschung – die Content Relevanz ist ein absolutes Muss! Bieten Sie Ihren Besuchern eben genau die Inhalte, nach denen diese gesucht haben, werden sie dafür unter anderem mit höherer Verweildauer, mehr Interaktionen und sozialen Signalen, mit natürlichen Backlinks und letztlich einem wahrscheinlich besseren oder zumindest verlässlichen Google-Ranking belohnt. So einfach ist das und diese Entwicklung war abzusehen. Fertig!

kb-ranking-faktoren-statement2Zugegeben, das klingt schon hart nach Besserwisser. Aber unterm Strich haben auch wir es schon unzählige Male betont: Google versucht, dem Nutzer das bestmögliche Ergebnis zu liefern. Und das kann langfristig nur die Befriedigung seiner Suchintention sein – also die relevantesten Inhalte zur entsprechenden Suchanfrage.

Somit liegt die inhaltliche Optimierung einer Website darin, die Intentionen der jeweiligen Zielgruppe – so gut es eben möglich ist – zu ergründen und dann durch relevanten Content zu befriedigen. Und das ist und bleibt handfeste Arbeit, die Fachkenntnis erfordert.

Searchmetrics Studie Ranking-Faktoren Content

Welche spezifischen Content-Faktoren für das Ranking bedeutsams sind, zeigt die Infografik von Searchmetrics

Einwandfreie Technik ist unumgänglicher Standard!

Wessen Website technisch nicht mit dem Strom der Zeit schwimmt, der braucht eigentlich gar nicht erst zu versuchen, sich mit den großen und gut angepassten kleinen Fischen anzulegen. Mobilfreundlichkeit, HTTPS-Verschlüsselung, saubere Seitenarchitektur und interne Verlinkung, kurze Ladezeiten sowie geringe Dateigrößen usw. Top-Rankings bei Google gibt es (fast) nur mit State of the art!

kb-ranking-faktoren-statement4Klar, ein paar Ausreißer gibt es immer. Aber eben auch immer weniger. Schlechte Technik wie beispielsweise fehlende Mobilfreundlichkeit mag in mancher Futternische noch durch positive Nutzersignale kompensiert werden. Lange wird der Missstand aber ganz sicher nicht mehr gut gehen, denn Google meint es ernst mit Usability und Sicherheit.

Und mal davon abgesehen – von einwandfreier Technik profitieren ja nicht nur die Nutzer, sondern auch ganz direkt die Betreiber von Websites. Insbesondere wenn Kundendaten auflaufen und deren Sicherheit garantiert werden muss, lassen sich veraltete Standards schlichtweg nicht mehr halten. Diese Baustellen sollten daher 2017 unbedingt als erstes angegangen werden.

Searchmetrics Studie Ranking-Faktoren Technik

Positive Nutzer-Signale sind unglaublich wertvoll!

Warum jagen noch mal alle nach Top-Platzierungen bei Google? Ach ja, weil die sogenannte Click-Through-Rate (CTR) hier besonders hoch ist. Sehr, sehr hoch! Die CTR gehört zu den zunehmend wichtigen Nutzersignalen, die der Suchmaschine zeigen, wie Suchende auf Webangebote reagieren.

kb-ranking-faktoren-statement1Gerne wird auf die geringe Bedeutung von Title und Description für das Google Ranking verwiesen – man wisse gar nicht, ob die beiden Faktoren überhaupt noch eine Rolle spielen. Nun ja, mindestens indirekt. Denn Titel und Beschreibung eines Links in den SERPs besitzen einen hohen Wert für die Klickattraktivität.

Wirkt das Link-Angebot unseriös oder vielleicht zu werbend, wird die Konkurrenz bevorzugt. Hinzu kommen gegebenenfalls Faktoren wie eine sprechende URL oder Rich Snippets, die ebenfalls enormen Einfluss auf die Klickattraktivität eines Links haben können. Also, auch hier kommen Sie um die Optimierung nicht drum herum, wenn Sie die CTR positiv beeinflussen möchten. Und automatisierte Lösungen sind zwar in der Regel günstiger, aber keineswegs grundsätzlich empfehlenswert.

Sind die Nutzer erst einmal auf einer Website gelandet, werden die User Signals Time on Site sowie die zugehörige Bounce Rate spannend. Auch hier muss wieder auf die Content-Relevanz verwiesen werden. Warum? Weil die Nutzer nur dann auf der Seite bleiben beziehungsweise länger verweilen und somit entsprechend positive Nutzersignale liefern, wenn der gesuchte Inhalt geboten wird.

Google kann die User Signals übrigens per Google Chrome, Google Analytics und über das Android Betriebssystem recht präzise dank immenser Datenmenge bestimmen – und zwar mittlerweile in Echtzeit! Heißt, schaffen Sie heute neue relevante Inhalte, werden Sie den Erfolg (oder Misserfolg) der Maßnahmen gegebenenfalls in kürzester Zeit sehen können.

Searchmetrics Studie Ranking-Faktoren User Signals


Fazit Teil 1: Saubere Technik, relevanter Content!

Um den Rahmen des Posts nicht zu sprengen, legen wir an dieser Stelle eine kleine Lesepause ein und kehren dann mit dem zweiten Teil zu den Ranking-Faktoren 2016/17 zurück. Was können wir aber schon jetzt festhalten?

Sollten Sie noch Probleme oder Baustellen im technischen OnPage-Bereich haben, dann gilt es, diese primär zu lösen. Ohne saubere Technik wie Mobilfreundlichkeit, schnelle Ladezeiten oder HTTPS-Verschlüsselung (insb. bei Shops!) kommen Sie langfristig nicht gegen Top-Platzierte Websites an. Top-10-Rankings bei Google sind nur durch technisches State of the art zu halten oder zu bekommen.

Im zweiten Schritt muss die Aufmerksamkeit dann auf die Content-Relevanz gerichtet sein. Nicht nur weil ihr Eigenwert besonders hoch ist, sondern weil sie auch starken Einfluss auf andere Faktoren wie die Nutzersignale hat. Was sind aber relevante Inhalte? Die Antwort darauf liegt in der Suche nach den individuellen Intentionen der eigenen Zielgruppe. Gute Grundlagen bieten in der Regel ordentliche Texte, die keinesfalls zu kurz sein sollten, ansprechende Bilder sowie passende Videomaterialen mit jeweils präzisen ALT-Attributen. Spannend werden wahrscheinlich schon bald neue Features wie VR-Angebote.

laptop-cardboard construktiv VR-Team/Labor

Quellen und Links:

Hier finden Sie die komplette Studie von Searchmetrics zu den Ranking-Faktoren 2016 (Bilderquelle).

Tipp: Übrigens bietet Searchmetrics ein interessantes Webinar zu den Themen der Studie an.

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