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Video Ads: Fünf Fakten zur Sichtbarkeit von Videowerbung im Netz [Studie]

15. Mai 2015 in Online Marketing | 3 Kommentare

Google Video Ad Studie 1Das Internet ist bekanntlich voller Videos und das Medium erfreut sich insgesamt einer immensen Beliebtheit. Viele Nutzer greifen regelmäßig auf Video-Angebote größerer Portale wie YouTube, Twitch oder Vimeo zurück und auch im Social Web wie auf Facebook spielt Video-Content eine wichtige Rolle. Dementsprechend sind natürlich Video Ads für Werbetreibende ausgesprochen spannend. Dazu liefert eine aktuelle Google-Studie fünf interessante Fakten. Punkt 1: State of Video Viewability.

Wie es darum steht und welche anderen Aspekte noch ins Visier genommen wurden, haben wir im nachfolgenden Beitrag aufbereitet.

Ende letzten Jahres verkündete Google, dass über die Hälfte aller Werbebanner (Display Advertising) nicht zur Kenntnis genommen werden. Der entscheidende Grund hierfür liegt zumeist in der schlechten Sichtbarkeit der eingebundenen Banner. Da Werbung bei vielen Videos zumeist vor den eigentlichen Inhalten abgespielt wird, sollte doch zumindest dieses Problem bei Video Ads nicht bestehen. Oder etwa doch?

Google Video Ad Studie 2Der Stand der Dinge: die Sichtbarkeit von Videowerbung.

Tatsächlich hat auch Video-Werbung im Internet mit schlechter Sichtbarkeit zu kämpfen, wie die aktuelle Google Studie zeigt. Allerdings bestehen durchaus signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Integrationsvarianten.

Während die sogenannten In-Text- und In-Banner-Videos natürlich generell dem selben Problem wie herkömmliche Bannerwerbung, also der schlichten “Nicht-Sichtbarkeit“ auf einer Website, unterliegen können, sind die In-Stream-Videos tendenziell im Vorteil. Ähnlich wie bei Fernsehwerbung werden die Ads vor die eigentlichen Inhalte geschaltet und können, Sie kennen das sicherlich, immer häufiger auch nicht gänzlich umgangen werden. Der Werbetreibende hat wenige Sekunden der Aufmerksamkeit des Zuschauers, um das Unternehmen, eine Marke und/oder die zentrale Botschaft zu positionieren. Riesen Vorteil: Video-Werbung kann im Netz viel zielgerichteter verbreitet werden.

Google Video Ad Studie 7

Nun sagt die Google Studie, dass Video Ads dennoch eine Sichtbarkeit von lediglich 54 Prozent haben. Zusammengenomen sind hier Desktop-, Mobile- und Tablet-Daten, wohl gemerkt ohne YouTube und ohne Mobile-Apps. Der hauseigene Videodienst hingegen wartet mit stolzen 91 Prozent Sichtbarkeit auf.

Google Video Ad Studie 8

Beide Ergebnisse weisen allerdings auch regionale Unterschiede auf. So liegt die generelle Sichtbarkeit von Video Ads in Deutschland bei immerhin 69 Prozent und die “YouTube-Sichtbarkeit“ bei 92 Prozent.

Google Video Ad Studie 3Teilweise starke Unterschiede bei einzelnen Endgeräten

Der entscheidende Faktor bezüglich der Sichtbarkeit von Video Ads bei den unterschiedlichen Endgeräten ist der Mobile-Aspekt. Während die Werbung auf dem Desktop nur zu 53 Prozent wahrgenommen wird, besitzt sie auf mobilen Geräten wie Smartphone oder Tablet eine signifikant höhere Sichtbarkeit von über 80 Prozent. Auch hier steht YouTube in beiden Fällen wiederum deutlich besser dar. Die Unterschiede zum restlichen Mobile Web fallen allerdings nicht ganz so gravierend aus.

Google Video Ad Studie 9

Die Quintessenz könnte dementsprechend lauten: Setze gerade bei Desktop-Kampanien auf YouTube. Klar, soweit. Aber Google verweist an der Stelle auch noch auf die enorme Bedeutung der eigenen Video-Plattform bezüglich der mobilen Nutzung. So resultieren die Hälfte aller Views aus der Verwendung mobiler Endgeräte.

Google Video Ad Studie 4Warum werden Video Ads nicht gesehen?

Eine Großzahl von Werbevideos bekommt der Nutzer schlicht überhaupt nicht angezeigt. Das soll laut Google 76 Prozent aller Video Ads bei Desktop, Mobile und Tablet betreffen. Hierbei spielt allerdings noch ein weiterer Faktor eine enorme Rolle, der bei herkömmlichen Bannern so nicht existiert. Es wird während der Werbeeinblendung ganz klassisch aktiv weggesehen beziehungsweise weggeklickt – beispielsweise durch die zwischenzeitige Beschäftigung mit einem anderen Tab.

Google Video Ad Studie 10

Des Weiteren landen 24 Prozent der Werbeeinblendungen ähnlich dem Problem der Bannerwerbung im allgemein nicht sichtbaren Bereich einer Website oder werden in unterhalb von 2 Sekunden abgebrochen. Die Zeit bezieht sich auf die Richtlinien des Media Rating Councils (MRC).

Insgesamt natürlich Probleme, mit denen sich Video-Portale wie YouTube weniger rumschlagen müssen, weil die bewegten Bilder im Zentrum stehen, die Konsumenten-Bereitschaft zum Schauen gegeben ist und sich Werbung nicht innerhalb von 2 Sekunden wegklicken lässt.

Google Video Ad Studie 5Die Bedeutung der Video-Player-Größe

Untersucht wurde in der Google-Studie auch, in wie weit die Größe des Video-Players mit der Sichtbarkeit von Ads im Zusammenhang steht. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Je größer der Player, desto höher ist die Sichtbarkeit. Sehr kleine Video-Ads, wie sie beispielsweise alternativ für Banner verwendet werden, weisen im Vergleich eine enorm schlechte Sichtbarkeit auf.

Google Video Ad Studie 11

Interessant an der zugegeben etwas unreflektierten Feststellung ist, dass die ineffektivste Player-Größe, das Standardformat 300 x 250 am häufigsten – und zwar zu immerhin einem Drittel – eingesetzt wird.

Google Video Ad Studie 12

Mit anderen Worten: Die typischen kleinen Video-Ads, wie sie auf so vielen Websites insbesondere am Rand zu finden sind, weisen mit knapp 20 Prozent eine vollkommen unbefriedigende Sichtbarkeit auf? Vielleicht. Mehr dazu im Fazit.

Google Video Ad Studie 6Wo sollten Video Ads sinnvollerweise auf einer Website eingebunden werden?

Die einfachste Antwort darauf lautet wenig überraschend: Oben in der Mitte!

Google Video Ad Studie 13

Da dort “Oben in der Mitte“ aber für gewöhnlich andere Dinge zu finden sind und eine Seite ja auch nicht zu überladen mit Werbung daher kommen sollte, lohnt es sich auf die Nuancen zu achten.

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Diese zeigen, dass sich auch oben in der linken Ecke, generell mittig und vereinzelt auch auf rechten Positionen weitere sinnvolle Plätze für das Einbinden von Video Ads befinden.

Google Video Ad Studie 15Kleines Fazit: YouTube ist super, alles andere … möglicherweise.

Es wird natürlich recht deutlich, dass Google hier gern darauf hinweist, wie gut Videowerbung auf YouTube funktioniert. Dadurch mutet die Studie allerdings auch immer wieder wie ein Vergleich von Äpfel und Birnen an. Generell dürfte jedem Werbetreibenden klar sein, dass weniger attraktiv positionierte Werbung gleich welcher Form auch weniger Sichtbarkeit mit sich bringt. Deshalb sind höherwertige Werbeplätze ja auch teuerer als schlechtere Positionen. Was dementsprechend in der Studie gänzlich fehlt, ist ein Vergleich von Preis und Leistung. Zudem bietet sich Werbung auf Videoportalen wie YouTube, Twitch oder Vimeo auch nicht für jede Zielgruppe und Kampagne an.

Dennoch lohnt ein reflektierender Blick auf die Google Studie, denn sie liefert einige interessante Informationen wie die beste Platzierung für Video Ads, die Sichtbarkeit einzelner Player-Größen sowie die Unterschiede zwischen Desktop und Mobile. Alles wichtige Faktoren, die auch für das erfolgreiche Seeding und Platzieren eigener Video-Inhalte von Bedeutung sind.

 

Quellen und Links:

Hier finden Sie die gesamte Google Studie als PDF und hier die passende Infografik, die beide auch Quelle sämtlicher Bilder/Grafiken sind.

 
 

Kommentare

Vielen Dank für das Teilen der Studie.

Ich habe gelesen, dass die Dauer die Nutzer ein Video auf YouTube sehen auf Mobilgeräten größer sei als am Desktop. Die würde ja vielleicht auch erklären das Nutzer eher bereit sind eine Anzeige zu sehen, ohne weg zu klicken.

Denken Sie es besteht ein Zusammenhang zwischen einer höheren User Retention auf mobilen Endgeräten und der besseren „Sichtbarkeit“ von Anzeigen?

Herzliche Grüße.

Hallo Herr Kaiser,

vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Beitrag.

Um zu Ihrer Frage zu kommen, davon ist sicherlich auszugehen. Obgleich natürlich auch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen können. So beispielsweise das generelle „Video-Seh-Verhalten“ der jeweiligen User. Ggf. schauen Mobile-Nutzer schlicht „bereitwilliger“ Video Ads als Desktop-Anwender. Gründe hierfür können unter anderem technische Aspekte wie die Bedienbarkeit des jeweiligen Browsers sein, die Einfluss auf das unterschiedliche Nutzer-Verhalten haben.

Auf dem Desktop lassen sich zum Beispiel aktuell (noch) viel angenehmer mehrere Tabs verwalten, sodass die effektive View-Zeit bei Video Ads ggf. niedriger ausfällt. Das Argument finden Sie ja auch in der Studie.

Ich hoffe, das trifft den Kern Ihrer Fragen. 🙂

Mit freundlichen Grüßen.

[…] Wie auch bei den vergleichbaren Arbeiten von Sistrix beziehen sich auch diese Ergebnisse auf die Sichtbarkeit, hier SEO Visibility genannt. Die Kennzahlen werden zur Bemessung der Performance in der […]

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