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Krieg der Suchmaschinen: Amazon macht Google Suchende streitig!

21. Oktober 2016 in Online Marketing | keine Kommentare

amzone-gegen-digitalen-platzhirschIn einer weit, weit entfernten Galaxis namens USA treffen zwei Giganten aufeinander, die um Nutzer buhlen: Amazon und Google. Und der Platzhirsch muss zunehmend gegen seinen Herausforderer Federn lassen.

Laut einer aktuellen US-Studie von BloomReach Inc. setzen bereits deutlich mehr als die Hälfte der Befragten bei der Produktsuche im Netz auf Amazon. Wohlgemerkt, auch ohne dort zu kaufen!

Amazon.com-LogoAmazon – die Suchmaschine für Produkte:

Wie halten Sie es eigentlich mit der Produktsuche? Sie wollen etwas kaufen, sagen wir mal den Kleinkram der Grundschulerstausstattung für den stolzen Spross. Sie haben sich für einen Online-Einkauf entschieden, um Zeit und Mühe zu sparen – womit Sie ja, weiß der Kenner, nicht alleine sind. Ihr erstes Ziel ist Google, eine andere Suchmaschine oder doch direkt Amazon?

Also rund 55 Prozent der US-Amerikaner beziehungsweise der Befragten der aktuellen Studie von BloomReach Inc. starten mit der Suche nach Produkten bei Amazon. Und diese Zahl liegt immerhin bereits deutlich über ähnlichen Erhebungen, die aus dem Frühjahr stammen und von fast 40 Prozent der US-Verbraucher ausgegangen sind (Beispielquelle s. u.).

Amazon als SuchmaschineUnd warum auch nicht? Bei Amazon gibt es nicht nur gefühlt so ziemlich alles, was das ottonormale Konsumentenherz erfreut, sondern auch praktische Filteroptionen, die die Suche effektiver gestalten können. Außerdem dürften viele Nutzer über einen Account verfügen, der wiederum mit entsprechenden Zahlungsmöglichkeiten verknüpft ist. Wird hier also bereits der passende Artikel gefunden, könnte er unmittelbar im Warenkorb landen sowie per bewährter Lieferung zur voreingestellten Adresse geliefert werden. Super praktisch!

Klar, natürlich weiß jeder Nutzer, das Amazon nach eigenen Regeln tickt und Angebote vielleicht auch mal verglichen werden sollten, aber als Basis für den Online-Einkauf ist das Portal doch Spitze, oder!?

google_logoGoogle – die Suchmaschine für Produkte:

Auch mit Google können Sie problemlos nach gewünschten Produkten suchen. Dazu bietet sich nicht nur die organische Suche an, sondern zudem die vertikale Maschine Google Shopping. Hier werden in ähnlicher Weise passende Artikel inklusive Filteroptionen vorgestellt. Und ebenfalls stehen, wie zumeist bei Amazon, verschiedene teils recht namhafte Verkäufer zur Auswahl. Produktreviews? Gibt es. Gratis Versandt? Je nach Anbieter. Preisvergleich? Ist auch dabei. Sind Sie beispielsweise in Google Chrome eingeloggt stehen zudem diverse Einkaufsoptionen zur Verfügung.

Google Shopping als SuchmaschineAlso rein theoretisch können Sie mithilfe von Google ebenfalls recht komfortabel einkaufen – oder zumindest nach geeigneten Produkten suchen. Das machen aber faktisch immer weniger Nutzer. Nur 28 Prozent der Befragten der Studie geben an, dass Sie herkömmliche Suchmaschinen wie Google zur Produktsuche nutzen. Das entspricht übrigens einem Minus von immerhin 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Mit anderen Worten: keine rosigen Aussichten für Suchmaschinen.

Online-Shop auf ScreenAber nicht nur Google & Co sind Leidtragende!

Dass die Zahlen weder Google noch Bing und Co gefallen dürften, ist nachvollziehbar. Aber damit stehen die großen Suchmaschinen nicht alleine. Auch andere Online-Marktplätze und Shops, insbesondere jene, die sich gegen den Abverkauf bei Amazon entschieden haben, haben ein zunehmend gewaltiges Problem mit der erfolgreichen Plattform. Mal abgesehen davon, dass die Marktmacht des Primus in unseren Breiten immens ist, verführt die bequeme Produktsuche bei Amazon freilich auch dazu, auf Angebote des Unternehmens oder eben teilnehmende Amazon-Händler zurückzugreifen. Zunehmend wird ein Großteil alternativer Shops ausgeblendet, die gegebenenfalls bei Suchmaschinen angezeigt werden würden.

Nun ist eine Top-Platzierung bei Google auch nicht ohne personelles sowie finanzielles Engagement zu erreichen. Mit anderen Worten: Die aktuelle Entwicklung dürfte für viele, insbesondere kleinere und mittlere Online-Shops die Frage erneut auf den Plan rufen, ob es nicht doch sinnvoll wäre, wenigstens gewisse Teile des eigenen Angebots auf Amazon feilzubieten, um so interessierte Suchende für den eigenen Shop zu gewinnen. Und in dem Fall wäre dann MPO, also Marktplatz-Optimierung wieder das passende Stichwort.

Fazit: Ruhe bewahren, Potenziale ausloten und passend investieren!

Die aktuelle Entwicklung ist beim permanent steigenden Gewinn im E-Commerce möglicherweise für viele Online-Händler noch gar nicht so spürbar. Hält die rasante Zunahme der Bedeutung von Amazon für die Produktsuche weiterhin an, dürften sich negative Auswirkungen allerdings schon bald bemerkbar machen. Zudem baut der Branchenriese sein Angebot stetig weiter aus und punktet unter anderem mit aufwendigen Offerten wie Same-Day Delivery. So oder so, an Amazon als ernst zu nehmenden Konkurrenz werden die meisten Online-Shops nicht vorbeikommen.

online-marketingLösungsansätze können in der teilweise Integration des eigenen Sortiments in die Plattform inklusive MPO, der verstärkten Werbung per Anzeigen über beispielsweise Suchmaschinen, Websites und Social Media-Formate sowie der Maximierung der Kundenbindung liegen. Im Idealfall empfiehlt sich ein gesunder Mix aus diversen Optionen. Es gilt also, die Ruhe zu bewahren und die Augen offen zu halten, sich aber ebenso um Potenziale zu bemühen und letztlich in eine durchdachte Online Marketing-Strategie zu investieren.

Quellen und Links:

Via Onlinehändler News.de.

Auch direkt zu lesen bei BloombergTechnology.

Ältere Erhebungen siehe z. B. Internet World.

Titelbild stammt im Original von pixabay/sipa & Monoar.

Beitragsbilder 3 & 4 stammen von pixabay/JuralMin & muneebfarman.

 
 

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