Verlinkte Fehlerseiten finden und Links retten

Verlinkte Fehlerseiten finden und Links retten

Tino Schade

Über die Zeit sind viele Deiner Inhalte umgezogen oder wurden ganz vom Netz genommen. Einige dieser Seiten haben vielleicht wertvolle Backlinks erhalten. Jetzt aber verweisen diese Links auf Fehlerseiten und helfen der eigenen Website nicht mehr in ausreichendem Maße. Wie also findet man nun heraus, welche Fehlerseiten gute Links erhalten und was tut man, nachdem man das herausgefunden hat?

Links - trafficmaxx

Linkrettung – das einfachste Linkbuilding der Welt

Linkrettung (Linkrescue) bedeutet, verlinkte Fehlerseiten zu finden und so umzuleiten, dass das Maximum an Linkjuice weitergegeben wird.

Das bedeutet, es müssen gleich zwei Dinge gefunden werden: verlinkte Fehlerseiten, die umgeleitet werden müssen und adäquate Umleitungsziele.

Wie gut der Inhalt des Umleitungszieles zum Inhalt der Seite passt, die umgeleitet wird ist ein wesentlicher Faktor. Eben davon hängt nämlich ab, wie viel Pagerank über diese Umleitung weitergegeben wird. Und davon wiederum hängt ab, ob und wie viel Nutzen dieser Redirect einer Website bringt.

„Im besten Fall eines 301 Redirects entspricht das Umleitungsziel inhaltlich genau der ursprünglichen Seite.“

Eine kurze Ausführung von Matt Cutts zum Thema Redirects und Pagerank findet sich in diesem Video. Hier sagt der Chef der Google Spamfighter, dass durch einen 301 Redirect genau so viel Pagerank weitergegeben wird, wie es auch bei einem Dofollow-Link der Fall ist. Nicht aller Pagerank, aber eben das meiste davon.

Eine verlinkte Fehlerseite umzuleiten, macht also viel Pagerank (oder Linkjuice) wieder nutzbar, der zuvor noch „ins Leere geflossen“ ist.

Linkrettung ist damit die einfachste Möglichkeit, seinem aktuellen Angebot mehr Linkjuice zuzuführen. Und damit ist eine Link-Rescue in gewissem Sinne auch die einfachste Form des Linkaufbaus.


Wie finde ich verlinkte Fehlerseiten?

Um eine Linkrettung vorzunehmen, muss man natürlich ersteinmal wissen, welche Links gerettet werden müssen. Und dazu muss man wissen, welche Backlinks im eigenen Profil aktuell auf Fehlerseiten verweisen.

Die kostengünstigste Variante dies zu tun, besteht darin, Daten aus den Google Webmastertools mit Daten aus Majestic SEO abzuugleichen. Für Majestic SEO kann man sich hier einen kostenlosen Zugang anlegen. Einen Zugang zu den Google Webmastertools gilt ohnehin als obligatorisch für jeden Webmaster. Wer also noch keinen hat, sollte das hier nachholen.

Daten aus den Google Webmastertools

Webmastertools-fehlerhafte-URL

Das Google Webmaster-Tool zeigt Fehlerhafte URLs an – Hier heißt es: Fehler analysieren und beseitigen!

In den Webmastertools steht uns ein Report der nicht gefundenen URLs zur Verfügung.  Bereits im Dashboard (oben) wird uns angezeigt, wie viele Seiten nicht gefunden wurden. Durch Klick auf „Crawling-Fehler“ gelangen wir dann zur Gesamtansicht. Hier sind dann die Unterseiten aufgelistet, welche Google einmal erreichen konnte, nun aber nicht mehr erreichen kann.

Liste von Fehlerseiten

Auflistung aller fehlerhafen URLs des Google Webmaster-Tols

Jetzt kennen wir also 24 Unterseiten eines langen vernachlässigten Miniprojektes auf einer Expired Domain (ta-net-nrw.de), die einen 404 Status-Code zurückgeben. Durch Klick auf „Herunterladen“ können wir uns jetzt die entsprechenden URLs nebst Statuscodes als CSV-Datei exportieren. Aus dieser CSV-Datei wird dann im Handumdrehen eine übersichtliche Excel-Tabelle.

Excel-Export-Fehlerseiten

Excel-Exportdatei: Alle fehlerhaften URLs sind in einer Übersicht zusammengefasst

Damit ist die Arbeit der Google Webmastertools bereits getan. Nun kommt unser zweites Tool ins Spiel: Majestic SEO.

Daten aus Majestic SEO

Um die Backlinkdaten aus Majestic SEO (kostenlos) exportieren zu können, braucht es zwei Dinge. Zum einen einen kostenlosen Account. Zum anderen aber, musst Du als Eigentümer der Domain bestätigt sein. Exporte von Fremddomains sind nur mit einem kostenpflichtigen Account möglich. Am einfachsten erfolgt die Verifikation über das Ablegen einer TXT-Datei im Root deiner Domain. Ist das erledigt, können die Backlinkdaten via Report heruntergeladen werden.

Linkdaten aus MajesticSEO exportieren

MajesticSEO bietet den Eigentümern von URLs nach Verifikation kostenlosten Export der Linkdaten

Die so gewonnenen Daten werden dann einfach wieder in Excel importiert. Dazu benutzt Du am besten ein weiteres Tabellenblatt in der Datei, in der bereits Deine Daten aus den Google Webmastertools gesammelt sind.

Majestic-Export-Excel

Excel-Exportdatei der Linkdaten von MajesticSEO

Jetzt müssen wir die Datensätze nur noch zusammenführen und schon kennen wir unsere verlinkten Fehlerseiten.

Die Daten zusammenführen

Der Abgleich der Daten ist denkbar simpel. Alles, was wir herausfinden müssen ist, ob die URLs, die sich im Webmastertools-Export finden, auch in der Spalte „Target URL“ des Majestic-Exportes zu finden sind. Dieser Abgleich lässt sich ganz einfach über die SVERWEIS Funktion in Excel erledigen.

Dazu erstellen wir uns in unserer Majestic-Tabelle eine weitere Spalte (z.B. „Ist Fehler?“). In dieser werden dann die Ergebnisse des SVERWEIS aufgelistet.

 

URL-Match mit SVERWEIS

Innerhalb kürzester Zeit liefert uns Excel zwei Arten von Ergebnissen. Einmal ein #NV, was so viel bedeutet, wie „Nicht gefunden“ und einmal eine konkrete URL. Letzteres sind die URLs, die für uns von Interesse sind, denn es sind die, welche extern verlinkt, aber nicht mehr aufrufbar sind. Wir Filtern also alle #NV heraus und haben eine schöne Übersicht über unserer verlinkten Fehlerseiten.

Jetzt müssen nur noch die bestmöglichen Umleitungsziele gefunden und 301 Weiterleitungen eingerichtet werden.

Umleitungsziele finden und Weiterleitungen einrichten

Wie schon angesprochen, ist eine möglichst große inhaltliche Äquivalenz zwischen Ursprungsseite und Umleitungsziel ganz entscheidend dafür, wie wertvoll der so gerettete Linkjuice ist. Erkennt Google, dass der ursprüngliche Inhalt wirklich nur dauerhaft umgezogen ist (und ein 301 Redirect bedeutet genau das), wird Google den Link auf die alte Seite auch als Empfehlung für die neue Seite werten. Andernfalls lässt dieser Empfehlungscharakter sukzessive nach, je unähnlicher sich die Inhalte werden.

Wohl dem, der noch genau weiß, welcher Inhalt auf dieser vielleicht schon lange nicht mehr aufrufbaren Seite zu finden war. Wessen Gedächtnis aber nicht so gut ist, oder wer eine Expired Domain nutzbar machen möchte, der sollte einen Blick in ein Webarchiv werfen. In den meisten Fällen lässt sich so sehr gut herausfinden, was unter einer bestimmten URL einmal zu finden war.

Im nächsten Schritt gilt es dann sich die eigene (aktuelle) Seite einmal genauer anzusehen und zu bestimmen, welcher aktuelle Inhalt dem in den Archiven gefundenen, am ähnlichsten ist. Und eben dies ist dann das nächstbeste Umleitungsziel.

Im Anschluss daran, muss eine 301 Weiterleitung eingerichtet werden. Wie genau das anzustellen ist, kann im Blog von SISTRIX nachgelesen werden.

Ist das erledigt, ist es erledigt und Linkjuice, der zuvor noch ins Leere geflossen ist, wurde nun wieder verwertbar gemacht.


Fazit

Link-Rescue (Linkrettung) ist ein Thema, mit dem sich jeder Webmaster einmal befassen sollte. In vielen Linkprofilen finden sich wirklich gute Backlinks, die jedoch ins Leere verweisen. Bevor Du also alles erdenkliche unternimmst, um neuen Linkjuice (neue Backlinks) zu gewinnen, solltest Du vielleicht erst einmal nachsehen, ob da nicht etwas ist, was Du noch nicht nutzt. Linkrettung clever angestellt, kostet kein Geld, nur wenig Zeit und kann zu spürbaren Ranking-Verbesserungen führen. Mindestens aber, tust Du den Nutzern etwas Gutes, die zuvor durch Klick auf den Link auf eine Fehlerseite gelangt sind. Die nämlich finden nun endlich was sie gesucht haben: passende Inhalte.

Quellen + Links:

Das Titelbild stammt von pixabay/PeteLinforth.

  • Da hab ich doch glatt noch ein paar gefunden, danke für die tolle Anleitung (und überhaupt den Hinweis), Tino! Aktuell arbeite ich mich durch deinen Backlink-Beitrag, liest sich soweit wirklich gut 🙂
    Gruß, Robert

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