Google: „Unnatürliche Links und Anträge auf erneute Überprüfung“

Google: „Unnatürliche Links und Anträge auf erneute Überprüfung“

150 150 Björn Hallmann

Unnatürliche Verlinkungen sind entsprechend den Google Qualitätsrichtlinien bekanntlich nicht erwünscht. Das hat der Internetriese immer wieder betont und auch aktiv bekämpft. Seit einiger Zeit – so der aktuelle O-Ton – führt Google manuelle Spam-Maßnahmen für Websites und gesamte Netzwerke durch, die aggressiv und wissentlich gegen die Richtlinien verstoßen haben. Aus diesem Anlass wird im Blog derzeit noch einmal intensiv darauf eingegangen, welche Links als „abträglich“ für das Ranking angesehen werden. Auch ein härteres Vorgehen gegen Verstöße durch deutsche Websites bzw. Linknetzwerke wurde letzte Woche bereits mehr oder weniger offiziell von Matt Cutts per Twitter angekündigt:

“Today we’re taking action on a French link network that violates our quality guidelines (Buzzea).”

“today France; Germany soon,”

Reine Panikmache oder höchste Zeit sich die eigene Linkstruktur noch einmal genauer anzusehen?

Fakt ist, selbst kleinste Verluste bei den Rankings, insbesondere denen von Moneykeywords, können sich sehr schnell bspw. in sinkenden Umsätzen widerspiegeln. Linktauschprogramme sind bekanntlich generell problematisch. Hier einmal (zur Erinnerung) die offiziellen Google-Beispiele für Linktauschprogramme, bei denen sich die Links negativ auf das Ranking einer Website auswirken können:

  • Kauf oder Verkauf von Links, die PageRank weitergeben. Dazu gehören der Austausch von Geld für Links oder Beiträge, die Links enthalten, sowie der Austausch von Waren oder Dienstleistungen für Links. Darüber hinaus zählt dazu auch das Senden „kostenloser“ Produkte, wenn Nutzer im Gegenzug etwas darüber schreiben und einen Link einfügen.
  • Exzessiver Linktausch („Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine“) oder Partnerseiten zu dem ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung
  • Artikel-Marketing im großen Stil oder das Posten von Kampagnen als Gast mit Ankertextlinks, die viele Keywords enthalten
  • Verwendung automatisierter Programme oder Dienste zum Erstellen von Links zu Ihrer Website
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Linknetzwerke und -tauschprogramme im Visier von Google: Zahlreiche Websites drohen Ranking-Verluste

Des Weiteren verstoßen die sogenannten „unnatürlichen Links“ gegen die Google-Richtlinien, die wie folgt definiert werden:

  • Textanzeigen, die PageRank weitergeben
  • Textanzeigen oder native Werbung, wo Artikel mit Links, die PageRank weitergeben, bezahlt werden
  • Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln oder Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verteilt sind. Beispiel:
    Das Angebot an Trauringen ist riesengroß. Wenn Sie eine Hochzeit planen, suchen Sie sicher nach dem besten Ring. Sie müssen auch Blumen kaufen und ein Hochzeitskleid.
  • Links von Verzeichnissen oder Lesezeichen-Websites geringer Qualität
  • Links innerhalb von Widgets, die über verschiedene Websites verteilt sind, z. B.:
    Besucher dieser Seite: 1.472
    Autoversicherung
  • Weit verteilte Links in den Fußzeilen verschiedener Websites
  • Forumkommentare mit optimierten Links im Post oder in der Signatur, z. B.:
    Danke für die tollen Infos!
    – Paul
    Pauls Pizza Berlin Pizza beste Pizza Berlin

Ebenfalls ein größer werdendes Problem scheint Google mit den sogenannten Gastbeiträgen zu haben, die Matt Cutts (wir berichteten) zunehmend als Spam ausmacht. Das ist zwar hierzulande im Vergleich zu den USA eine weniger stark ausgeprägte Problematik, aber entsprechende Gegenmaßnahmen bei fragwürdigen Links sollten früher oder später auch hier erwartet werden.

Grundsätzlich sollten sich Webmaster die entsprechenden Richtlinien genau durchlesen, um nicht eines Tages mit Rankingverlusten abgestraft zu werden. Dubiose Angebote von Linktauschprogrammen gibt es haufenweise und je frequentierter Ihre Website ist, umso häufig flattern fragwürdige „Optimierungsangebote“ in den elektronischen Briefkasten namens E-Mail. Die offiziellen Richtlinien für Webmaster finden Sie hier.

Was tun, wenn sich schwarze Schafe im Backlinkprofil befinden?

Aufräumen! Entfernen Sie unnatürlich Links und stellen Sie ggf. im Anschluss daran in den Google Webmaster-Tools einen Antrag auf erneute Überprüfung, sofern Sie bereits von (manuellen) Spam-Maßnahmen betroffen sind. Da es sich beim Backlinkprofil um Links handelt, die von anderen Websites auf Ihre führen, haben Sie zwei Möglichkeiten diese zu entfernen. Zum einen können Sie die jeweiligen Webmaster bitten, die Links zu entfernen – das ist sicherlich aufwendig, aber der bessere Weg – zum anderen können Sie Links für ungültig erklären. Letztere Methode sollte mit Bedacht eingesetzt werden, da sich die unsachgemäße Verwendung nachteilig auf die Leistung Ihrer Website auswirken kann.

Wenn Sie sich für den gesamten Blogbeiträg von Google interessieren, dann folgen Sie diesem natürlichen Link: „Unnatürliche Links und Anträge auf erneute Überprüfung“.

Update:

Inzwischen hat Google auch in Deutschland zugeschlagen und eine noch nicht namentlich bekannte Agentur sowie deren Kunden abgestraft. Matt Cutts twitterte dazu das Folgende:

Matt Cutts deutsches Linknetzwerk und Kunden abgestraft

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