5 Tipps zum Linkaufbau in B2B und Nischen-Märkten

5 Tipps zum Linkaufbau in B2B und Nischen-Märkten

Tino Schade

Games, Mode, Unterhaltungselektronik – wer diese Produkte Online vertreibt, muss sich wenig Sorgen darum machen, geeignete Linkgeber zu finden. Neben einigen anderen, mitunter etwas fragwürdigeren Themengebieten, sind diese drei wohl die Platzhirsche des Internets. Blogs und Magazine, Portale und Foren soweit das Auge reicht.

Doch was bleibt dann denen, die nicht in dieser luxuriösen Situation sind? Was ist mit den Herstellern von Hochtechnologie, welche die Sichtbarkeit ihrer Marke im Netz stärken wollen? Was mit den Anbietern von Nischenprodukten, für die sich nur wenige Blogger interessieren?

Für all diese Unternehmen und Onlineshops sind die folgenden 5 Tipps zum Linkaufbau für B2B und Nischen-Märkte gedacht. Jede gute Seite kann gute, themenrelevante Links gewinnen – wenn man es nur richtig anstellt.


Tipp 1: Die eigene Lage richtig einschätzen

Oft genug wird schon von vornherein vollkommen falsch an den Linkaufbau in solch engen, oder eben sehr speziellen Märkten herangegangen. Das beginnt bereits damit, dass die Zielstellungen nicht angemessen formuliert sind.

„Wir wollen mindestens X Links von Blogs, weil das ein gutes Maß sein soll“, heißt es dann. Ein gutes Maß für wen? Verschiedene Branchen folgen ganz verschiedenen Regeln im Marketing. Und das gilt auch für SEO und Onlinemarketing im Allgemeinen. 1.000 themenrelevante Bloglinks mögen notwendig sein, will man Zalando für das Keyword „Schuhe“ ausranken. Wahrscheinlich wären 1.000 Bloglinks für ein Ranking für die sehr spezielle (aber für einige Anbieter sehr lukrative) Suchanfrage „Rohrkettenförderer“ nicht nur vollkommen unmöglich, sondern wahrscheinlich sogar in gewissem Sinne schädlich.

Die Konkurrenz bewegt sich im selben Umfeld

Alles was es braucht, um die Konkurrenz auszuranken, ist das, was eben diese hat – nur ein wenig mehr und ein wenig besser. Man sollte nicht vergessen, dass sich die Konkurrenten in genau derselben Lage befinden, wie man selbst. Auch Sie operieren in eben diesem Segment, in dem sich nicht hunderte Blogger tummeln. Das ist das erste, was es sich klar zumachen gilt. Das mag trivial klingen, jedoch lehrt die Erfahrung, dass dieser ganz triviale Schritt oft genug übergangen wird. Die Folgen reichen dann von „nervig“ bis „fatal“. Ansprüche werden nicht erfüllt, weil sie schlicht nicht erfüllbar sind. Im schlimmsten Falle führt dann dieser Ärger dazu, dass auf sehr fragwürdige Taktiken zurückgegriffen und der eigenen Domain und Marke dadurch auf lange Sicht großer Schaden zugefügt wird.

Und nun die korrekte Formulierung

Man sollte also Zielstellungen, wie die oben Formulierte, von vornherein als ungeeignet betrachten und sich lieber etwas vornehmen, wie „Wir wollen überall da sein, wo unsere Kunden, wenn Sie ein Bedürfnis haben, dass wir befriedigen können, auch sind und wir wollen, dass sie uns direkt von da aus erreichen können.“

Genau das ist der erste Schritt im Linkaufbau für B2B und Nischen-Anbieter.


Tipp 2: Die eigenen Stärken kennen(lernen) und nutzen

Wer nun also überall da sein will, wo die eigenen Kunden auch sind, der muss auch etwas bei der Hand haben, wenn er diesen Kunden begegnet. Wie in Massenmärkten auch, muss jeder Nischen- und B2B Anbieter wissen, wie er die eigenen Stärken, das, was ihn positiv von seinen Mitbewerbern abhebt, in Szene setzt. Dabei lassen sich, abgesehen von der Markenbekanntheit, die Stärken eines Unternehmens in diesem Kontext an genau zwei Punkten festmachen: Produkte und Mitarbeiter. Letztere sind Ihr größtes Kapital – auch im Linkaufbau.

So nutzen Sie Ihre Mitarbeiter für den Linkaufbau

Nischenthemen und B2B Marketing sind thematisch in aller Regel recht speziell. Und wenn es erst recht speziell geworden ist, braucht es vor allem Eines: Spezialisten. Echte Experten also. Da auch ein Nischenthema in mehrere Facetten zerfällt, braucht es in der Regel sogar mehrere Spezialisten mit recht feiner Expertise. Finden Sie die Mitarbeiter in ihrem Unternehmen, die diese Expertise nicht nur haben, sondern diese auch kommunizieren können.

Geben Sie diesen Mitarbeitern dann ein wenig Zeit und Freiraum, um eben diese Expertise zu Papier zu bringen. Der so entstandene Content bietet dann in aller Regel einen informativen Mehrwert, den es so im Netz noch nicht gibt. Gibt es wenige Publisher, bedeutet das auch, dass es wenige mögliche Quellen gibt, die im Bedarfsfall referenziert werden können: durch die Presse, durch Universitäten, oder schlicht durch Wikipedia.


Tipp 3: Wikipedia macht Links

Wikipedia ist ein tolles Projekt. Nutzergeneriertes Wissen: festgehalten und frei zugänglich für jeden. Keine Seite auf der Welt stellt mehr hochwertigen Content zur Verfügung als Wikipedia. Google weiß das zu schätzen und schenkt Wikipedia so viel Vertrauen, dass es deren Texte via Knowledge Graph auf der eigenen Seite einspielt. Vertrauen, dass einer Website, die von Wikipedia aus verlinkt wird, zu mehr Stabilität im Ranking und zu thematischer Autorität verhelfen kann. Und das, obwohl ein Link aus Wikipedia keinen Pagerank vererbt (mit nofollow attributiert ist). Ein Link von Wikipedia kann also schnell zu einem echten Gewinn für eine B2B oder Nischen-Seite werden.

Nun ist es jedoch recht schwierig, einen dauerhaften Link aus einem Wikipedia-Artikel zu erhalten. Das hat vor allem damit zu tun, dass kaum ein SEO auf dieser Welt nicht schon einmal versucht hätte, einen solchen Link auf seine Projekte verweisen zu lassen. Und nicht immer ist man dabei geschickt vorgegangen. Wikipedia hat ein Spam-Problem und darum ist man hier stets bemüht, gesetzte Links sehr genau hinsichtlich ihres Mehrwertes zu überprüfen.

So bekommen Sie einen Wikipedia-Link, der bleibt

Das alles macht es nun aber nicht unmöglich einen solchen Link zu bekommen, ganz besonders nicht, da sich ja einige Experten in Ihren Reihen finden, die von Ihnen den Freiraum bekommen haben, ganz hervorragende Texte zu erstellen.

Ihr Markt hat Themen und diese Themen zerfallen wiederum in verschiedenen Unterthemen. Das Thema und die verschiedenen Unterthemen verdienen selbstredend einen Platz auf Wikipedia. Lassen Sie also Ihre Experten die jeweiligen Beiträge schreiben, oder ergänzen.

Wikipedia LinksWenn Ihre Experten dies tun, dann sollten Sie diese Beiträge auch in einer Weise verfassen, so dass an bestimmten Stellen Referenzierungen notwendig sind, zu denen sich keine hinlänglich bekannten Quellen im Netz finden lassen. Und noch bevor Sie diese Wikipedia-Artikel einstellen, veröffentlichen Sie die notwendige Quelle, die dieser Artikel als Referenz braucht, auf Ihrer Seite. Dies tun Sie in einem Umfeld, auf einem Bereich ihrer Seite in dem sich nach Möglichkeit keine kommerziellen Elemente finden. Legen Sie, wenn es notwendig ist, ein eigenes themenspezifisches Lexikon mit Expertenwissen aus Ihrer Branche an. Das könnte ganz nebenbei einen größeren Effekt auf Ihre Seite haben, als der beste Link, den Sie bisher haben. Nun veröffentlichen oder verändern Sie den jeweiligen Wikipedia-Artikel in der beschriebenen Weise und verweisen Sie auf die entsprechende Referenz (auf Ihrer Seite). Haben Sie alles richtig gemacht, wird der Link bestehen bleiben und Sie können sich bei Ihrem Mitarbeiter mit diesem so vielseitig einsetzbaren Expertenwissen bedanken.

Ein Wikipedia-Link kann wachsen

Tatsächlich ist es so, dass viele Recherchen für Blogs, aber auch für (im klassischen Sinne) Journalistische Texte auf Wikipedia beginnen, oder zumindest einmal Station dort machen. Ein Blogger oder Redakteur, der dort auf Ihren Link und so auf Ihre Seite stößt, kann im Rahmen seines Beitrages dann durchaus versucht sein, diesen Text, der da von Wikipedia referenziert wurde, selbst als Referenz zu nutzen. So können aus einem guten Link viele sehr gute Links werden.


Tipp 4: Bürokratie bremst das Linkwachstum

Sie sind nun von Wikipedia referenziert, man ist auf Ihre Expertise aufmerksam geworden. Und nun kommt es hin und wieder einmal vor, dass ein Blogger oder ein Journalist bei Ihnen oder einem Ihrer Mitarbeiter anfragt und um Einschätzung eines Sachverhaltes, oder um ein Statement bittet. Was die meisten nun tun ist, bürokratisch zu werden. Ganz besonders dann, wenn Richtlinien hinsichtlich der Außenkommunikation einzuhalten sind. Nun werden so lange Fragen gestellt, ob denn dieser Mitarbeiter aus dem mittleren Management oder der Entwicklungsabteilung überhaupt im Namen des Unternehmens sprechen darf, ob das denn einen direkten Mehrwert schafft, hinsichtlich irgendwelcher vertrieblicher Interessen, ob denn überhaupt geregelt ist, was denn gesagt werden darf und was eben nicht, bis der Anfragende sein Interesse verliert.

Überwinden Sie den Bürokraten in sich, sagen Sie Ihrer PR-Abteilung (sofern Sie eine haben), den Kampf an. Da wurde jemand gefragt, weil er offenkundig eine gewisse Expertise vorweisen kann und nur darum geht es dem Journalisten oder Blogger. Niemand in Ihrem Unternehmen ist besser geeignet als dieser eine Mitarbeiter, den man darum fragt, weil er diese Expertise vorweisen kann. Lassen Sie diesen schlauen Kopf von der Leine und er wird der Öffentlichkeit vielleicht kein gebrandetes Bild präsentieren – aber er wird zeigen, dass Ihr Unternehmen aus Leuten mit dem richtigen Wissen zusammengesetzt ist. Und er wird Ihnen dabei wahrscheinlich noch mindestens einen tollen Link verschaffen.


Tipp 5: Sie haben einen Namen – trauen Sie sich vor die Tür

Und die Nummer 5.

Und die Nummer 5.

Offenkundig haben Sie Wissen, dass, wenn auch nicht von der breiten Masse, aber doch von einem bestimmten Klientel sehr gefragt ist. Und Sie präsentieren dieses Wissen in ansprechender Weise auf Ihrer Seite.  Und nun gehen Sie weiter nach draußen. Suchen Sie die Orte, an denen über Ihre Themen (es müssen nicht einmal Ihre Produkte, ihr Markt sein) geredet wird. Und dann reden Sie mit und helfen Sie den Leuten von Ihrem Wissen zu profitieren. Messen, Foren, Vortragsreisen – da bieten sich viele Möglichkeiten. Das verhilft nicht nur zu dem einen oder anderen Link, sondern schafft vor allem viele, viele Touchpoints, auf die ein potentieller Kunde auf seinem Weg durch den Purchase Funnel stoßen kann. Das schafft Vertrauen und zahlt positiv auf die Conversion-Rate ein, landet dieser später auf Ihrer Seite.


Fazit: Waren das die richtigen Linkaufbau-Tipps?

Vielleicht waren das nicht ganz die 5 Tipps zum Linkaufbau in B2B und Nischenmärkten, die Sie erwartet haben. Vielleicht hätte hier eher so etwas stehen sollen, wie: veröffentlichen Sie Stellenanzeigen bei Universitäten, setzen Sie ein Nischen-Jobportal auf und bieten Sie dieses Universitäten zum Verlinken an. Schreiben Sie Gastbeiträge (das sollten Sie wirklich unbedingt tun) und suchen Sie sich Ihre Branchenportale. Bitten Sie vertikale Kooperationspartner um einen Link. Vielleicht wären das die 5 Tipps gewesen, die Sie gesucht haben. Aber da kann ich nur sagen: wenn Sie dies gesucht haben, haben Sie soeben 5 solche bekommen und finden hier noch viel mehr davon.

Neben all diesen Taktiken ist jedoch das wichtigste im Bereich Linkaufbau, sich ein Standing in seinem Thematischen Umfeld zu erarbeiten. Und dies gelingt am besten, indem Sie das wertvollste verfügbar machen, was Ihr Unternehmen aufbieten kann: Wissen.

Sieht das jemand anders? 😉 Lasst es mich wissen.

  • toller ARtikel, viele gute Tipps. Wikipidia hatte ich eigentlich schon abgehakt. Trotzdem ist das sicher ein zeitaufwändiges und mühsames Unterfangen.

Hinterlasse eine Antwort