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SEO-Tools: 5 Einsatzmöglichkeiten von Google Trends

22. Mai 2017 in HowTo | 1 Kommentar

Trend Board

Google Trends ist ein simples, zugleich aber äußerst hilfreiches Tool für SEO-Zwecke. Hier ein Überblick über die 5 wichtigsten Einsatzmöglichkeiten bei der Suchmaschinenoptimierung.

Wozu dient Google Trends?

Wie der Name des Tools bereits verrät, geht es um die Untersuchung von Trends. Google teilt uns hier allerdings keine absoluten Zahlen zu Keywords oder Themen mit – sondern einen zeitlichen Vergleich. Das heißt konkret: Anhand der Trendkurve erkennen Sie, wie sich das Interesse bzw. die Anzahl der Suchen zu einem bestimmten Begriff oder Thema über die Zeit hinweg entwickelt hat. Auch können Sie mehrere Begriffe diesbezüglich miteinander vergleichen.

Doch wie genau lässt sich dies für SEO-Zwecke nutzen? Wir stellen die Einsatzmöglichkeiten anhand von anschaulichen Beispielen vor und geben hilfreiche Tipps.

1) Saisonale Schwankungen auf dem Markt erkennen

Nehmen wir einmal an, wir möchten die Seite eines Modeversandhandels optimieren. Nun kann ich beispielsweise prüfen, wie sich ein bestimmtes Thema aus dem Bereich der Mode saisonal entwickelt und voraussichtlich weiter entwickeln wird. Folgenden Chart liefert uns Google Trends für die letzten 5 Jahre beim Begriff „Abendkleid“:

Chart Abendkleider

Dabei geht es nicht um absolute Suchanfragen, sondern um ein Verhältnis: 100 steht für die größte Beliebtheit. Hier sehen wir also, dass der Begriff „Abendkleid“ jeweils im Frühjahr fast doppelt so oft gesucht wird wie im Herbst. Es gibt also bestimmte Zyklen beim Interesse für Abendkleider, deren Peak stets im Frühjahr liegt.

Um noch genauere Ergebnisse zu erhalten, lässt sich die Suche auf einen bestimmten Zeitraum eingrenzen – beispielsweise die letzten 12 Monate. Das kann ich oben ganz einfach per Klick auswählen. Auch ein benutzerdefinierter Zeitraum ist möglich. Habe ich die letzten 12 Monate ausgewählt, erhalte ich folgenden Chart:

Chart Abendkleider2

Hier wird noch mal deutlicher: Auch, wenn grundsätzlich das ganze Jahr über nach „Abendkleid“ gesucht wird, gibt es eindeutige saisonale Unterschiede. So ist das Interesse im November und Dezember am geringsten, im Mai dagegen besonders hoch. Ein Grund hierfür kann sein, dass im Mai die Hochzeitssaison beginnt.

Wichtig ist, welche Schlüsse ich nun für meine Suchmaschinenoptimierung daraus ziehe. Im nächsten Jahr könnte ich zu oder noch besser kurz vor der typischerweise beliebten Zeit spezielle Angebote starten und diese auf der Website platzieren und beispielsweise per Advertising verbreiten. Natürlich weiß ich als Händler selbst, wann bei MIR bisher am meisten Abendkleider gekauft wurden. Aber zum einen besagt das nur etwas über meinen bisherigen Kundenstamm und nicht über die Allgemeinheit. Zum anderen kann das auch andere Gründe haben – beispielsweise habe ich vielleicht im Winter viele Abendkleider verkauft, weil ich da einen großen Sale veranstaltet habe. Google Trends gibt mir die Möglichkeit, die grundsätzlichen saisonalen Interessen der potentiellen Kunden herauszufinden.

Auch für die Content-Planung sind solche saisonalen Interessensverläufe natürlich interessant: Wenn ich weiß, wann meine Zielgruppe besonders oft nach einem bestimmten Thema sucht, kann ich rechtzeitig neuen, interessanten Content platzieren. Ich kann auch Tagesverläufe überprüfen und so sehen, zu welchen Tageszeiten bestimmte Themen häufig gesucht werden – das bietet sich vor allem dann an, wenn meine Inhalte immer möglichst aktuell sein sollen. Wann suchen die meisten User zum Beispiel am häufigsten nach dem Wetterbericht? Hier der Chart für den letzten Tag:

Chart Wetter

Themen rund ums Wetter sollten also möglichst früh Morgens online gestellt werden.

2) Trends in der Gesellschaft erkennen

Für bestimmte Branchen ist es unerlässlich, dass sie am Puls der Zeit agieren. So muss ich als Werbeagentur selbstverständlich wissen, was gerade angesagt ist. Aber auch andere Unternehmen können sich das Wissen um gesellschaftliche Trends zu eigen machen. Bin ich zum Beispiel Finanzberater, kann ich mithilfe von Google Trends entscheiden, welche Themenfelder ich auf meiner Website prominent anbiete. Gehört die Beratung beim Immobilienerwerb zu meinen Dienstleistungen, kann ich bei Google Trends prüfen, wie sich das Interesse bezüglich meiner Dienstleistungen entwickelt. Zum Beispiel „Haus kaufen“:

Haus kaufen Chart

Hier ist eindeutig ein Trend nach oben erkennbar. Selbstverständlich weiß ich als Finanzberater aus meiner täglichen Arbeit auch so, dass in den letzten 5 Jahren der Trend zum Eigenheim gestiegen ist. Doch bei spezielleren Themen kann mir die Trendsuche trotzdem behilflich sein.

Chart Bundeswertpapiere

Dieser Chart zeigt den Verlauf des Suchbegriffs „Bundeswertpapiere“. Das Interesse ist im Vergleich zu dem Interesse von 2012 stark gesunken. Aber Vorsicht: Da es sich um relative Zahlen handelt, darf der Trend nicht einfach als solcher hingenommen werden. Es können Gründe vorliegen (wie beispielsweise Gesetzesänderungen), die einen Suchbegriff zu einer bestimmten Zeit attraktiv gemacht haben. Das muss also nicht zwangsweise bedeuten, dass es für Bundeswertpapiere heute quasi kein Interesse mehr gibt, sondern nur, dass dieses im Vergleich zu 2012 sehr gering ausfällt. Hier sollte man zusätzlich im Keyword-Planer nachprüfen, wie hoch das Suchvolumen in absoluten Zahlen ist – und selbstverständlich auch die Erfahrungen aus dem wirklichen Leben einfließen lassen.

3) Vergleich von Suchbegriffen

Ein praktisches Feature ist die Möglichkeit, mehrere Suchbegriffe miteinander zu vergleichen. Bin ich beispielsweise Anbieter von speziellen Nahrungsmitteln und möchte wissen, welche Themen hier derzeit gefragt sind, kann ich Begriffe aus meinem Sortiment vergleichen – beispielsweise vegetarisch, vegan und bio:

Chart vegetarisch vegan bio

Hier kann ich nun sehen, dass das Thema „bio“ am gefragtesten ist und der Trend grundsätzlich weiter nach oben geht. „Vegan“ ist das aufsteigendste der drei Themen, was die Suche betrifft. „Vegetarisch“ fällt gegen die beiden anderen ab und hat auch keinen Positivtrend. Entsprechend kann ich mich für die prominente Platzierung der beiden Trendthemen auf meiner Website entscheiden. Allerdings ist auch hier Vorsicht angesagt: „bio“ ist als Begriff natürlich nicht zwangsweise auf Lebensmittel bezogen.

Ich kann übrigens auch statt einem „Suchbegriff“ oben das entsprechende „Thema“ auswählen – dann liefert Google Ergebnisse nicht nur nach dem konkreten Keyword, sondern bezüglich des gesamten Themas, dem die Suchmaschine auch andere Keywords zuordnen kann. Wie gelange ich zu dem Thema? Sobald ich einen Suchbegriff eingebe, schlägt Google mir automatisch passende Themen vor. Noch einmal ein Beispiel aus dem Bereich der Nahrungsmitteltrends. Diesmal das Thema Gluten gegen das Thema Veganismus:

Chart Gluten Veganismus

Hier zeigt sich, dass das Thema Gluten kein so extrem gesteigertes Interesse erfährt, wie man vielleicht gedacht hätte, und im Vergleich zum Veganismus deutlich abfällt. Möchte ich meine Website also mit Content zur Ernährungsberatung füllen, hat ein Thementeil zum Veganismus mehr potenzielle Interessenten als einer zum Thema Gluten.

4) Regionale Trends auswerten

Auch eine regionale Übersicht kann in vielen Fällen hilfreich sein. Gehen wir zurück zum Suchbegriff „Haus kaufen“. Scrollt man etwas nach unten, erhält man automatisch eine Übersicht darüber, wie beliebt der Suchbegriff innerhalb des ausgewählten Zeitraums in den unterschiedlichen Bundesländern war. Es lassen sich zudem auch Städte auswählen.

Als Immobilienanbieter erkenne ich also, dass das Interesse am Hauskauf im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland und in Bremen besonders hoch war. Ganz unten stehen Bayern, Baden-Württemberg und Berlin mit einer Punktzahl von um die 50 – das Interesse an dem Thema ist nur halb so groß. Möchte ich also lokale Angebote bzw. Seiten auf meiner Website platzieren, priorisiere ich am besten die Bundesländer, die hier ganz oben stehen.

5) Vergleich mit Konkurrenten

Eine weitere interessante Möglichkeit bei Google Trends: Der Vergleich mit einem Konkurrenten. Vergleicht man beispielsweise Amazon und eBay der letzten 5 Jahre in Deutschland, ergibt sich folgendes Bild:

Amazon eBay

Eine spannende Entwicklung: Während 2012 eBay noch klar die Nase vorn hatte, holte Amazon über die Zeit langsam auf. Ende 2015 zieht Amazon dann das erste Mal an eBay vorbei; im Weihnachtsgeschäft 2016 sogar noch einmal deutlich. Und auch wenn derzeit eBay wieder leicht vorn liegt, ist der stetige Aufwärtstrend bei Amazon und der leichte Abwärtstrend bei eBay deutlich zu erkennen. Als Marketingspezialist von eBay könnte ich mir nun beispielsweise vornehmen, vor der Weihnachtszeit besondere Aktionen/Marketingmaßnahmen zu fahren, um Amazon dort wieder stärker Konkurrenz zu machen.

Weitere nützliche Funktionen von Google Trends

Zunächst sei auf ein praktisches Feature von Google Trends hingewiesen. Die Daten meiner Abfrage kann ich bequem als CSV herunterladen, einbetten oder teilen. Dazu klicke ich beim Suchergebnis oben rechts auf den Pfeil. Besonders hilfreich beim Einbetten: Hier kann ich auswählen, dass die Daten sich immer automatisch aktualisieren. Das heißt, wenn ich wie für diesen Blogbeitrag Charts für eine Veranschaulichung nutzen möchte, erhalten meine Leser immer die aktuellen Daten.

Wenn ich immer über ein bestimmtes Thema auf dem Laufenden bleiben möchte, kann ich Abfragen auch abonnieren. Hierzu klicke ich links auf das Menü und dann auf „Abonnements“.

Und noch ein nettes Feature zum Schluss: die Google Hot Trends. Diese verraten mir täglich, welche Themen gerade besonders angesagt sind. Gleichzeitig wird eine passende Seite vorgeschlagen, die dieses Thema aktuell behandelt und am häufigsten dazu aufgerufen wurde. Die Hot Trends sind also ein perfekter Tageseinstieg für Journalisten, Online-Redakteure, Marketingspezialisten und alle, die sich für die heißesten Trends in der Gesellschaft interessieren.

Fazit: Trends ist im Trend!

Google Trends bietet interessante Möglichkeiten für klassisches Marketing wie auch für die Suchmaschinenoptimierung, vor allem im Content-Bereich. Nutzen Sie gesellschaftliche Trends, um rechtzeitig angesagte Inhalte zu platzieren. Analysieren Sie saisonale Unterschiede und richten Sie danach Ihre Angebote aus. Schauen Sie auf die regionalen Unterschiede beim Local SEO. Und finden Sie heraus, wie die Trends Ihrer Mitbewerber im Vergleich zu Ihren eigenen verlaufen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Quellen und Links:

Quelle aller Charts: Google Trends

Mehr über Google Trends erfahren Sie hier: businnes2community, seonative

Titelbild stammt von geralt / pixabay.

 
 

Kommentare

Vielen Dank für den sehr informativen Artikel, er liefert mir viele neue Ansätze um Keywords zu recherchieren. Vor allem ist es gut zu erfahren wie sich Trends entwickeln. Auch das Zusammenspiel mit anderen ähnlichen Keywords finde ich sehr spannend. Die Daten bilden eine gute Grundlage für eine effiziente Strategie den Content eines Blogs. Ich habe bis jetzt vor allem mit kostenlosen Tools gearbeitet, die ich in diesem Beitrag (https://www.onlinesolutionsgroup.de/blog/die-besten-kostenlosen-keyword-tools/). Nun kann ich auch sehen ob meine Planung zu Saisonalitäten und anderen Faktoren passt und ggf. anpasssen

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