Zertifizierte Agentur

US-Gericht stoppt Digitalisierung: Was wird aus Google Books?

23. März 2011 in Google | 2 Kommentare

Die von Google vor 6 Jahren ins Leben gerufene Online-Bibiliothek „Google Books“ musste kürzlich eine juristische Schlappe hinnehmen. Ein US-Gericht entschied, dass ein von Google und Verlagen angestrebter Vergleich unrechtmäßig sei.

Dieser Vergleich hätte Google ermöglicht, durch eine Einmalzahlung von insgesamt 125 Millionen Dollar (rund 88 Millionen Euro), alle in den USA registrierten Bücher zu digitalisieren und ohne Rücksprache mit dem Rechteinhaber online zu stellen.

Der zuständige New Yorker Richter Denny Chin sah in der Vereinbarung einen zu großen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern wie Microsoft oder Amazon. Außerdem würde Google „dafür belohnt werden, urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Genehmigung zu kopieren“, so Chin weiter.

Da in den USA auch Bücher von ausländischen Verlagen und Autoren registriert sind, könnte die Vereinbarung zusätzlich gegen internationales Recht verstoßen. In seiner Argumentation bezog sich der Richter auch auf Bedenken der Bundesregierung. Kanzlerin Merkel hatte sich persönlich gegen eine Vereinbarung ausgesprochen.

Google hatte 2004 damit begonnen, Bücher zu digitalisieren, sie ins Internet zu stellen und durchsuchbar zu machen. Allerdings bediente sich Google nur Werken, deren Urheberrecht abgelaufen ist, die also problemlos verwendet werden dürfen. Durch den Vergleich hätte Google das Recht gehabt, auch Bücher zu digitalisieren, deren Urheberrecht noch nicht abgelaufen ist.

Das US-Gericht schlug vor, dass beide Parteien die Vereinbarung überarbeiten. Im Raum steht das sogenannte „opt-in“-Verfahren: jeder Rechteinhaber muss Google persönlich zustimmen, die entsprechenden Werke digitalisieren zu dürfen.

Google zeigte sich erwartungsgemäß enttäuscht und kündigte an, mögliche Alternativen zu prüfen. Nächster Verhandlungstermin ist der 25. April.

Quellen:

GoogleWatchBlog, Financial Times Deutschland, Golem

 
 

Kommentare

Schade eigentlich, ich habe gerne mal in die Bücher geschnuppert bevor ich sie mir gekauft habe. Hingegen dem nutzlosen eingescannten Inhaltsverzeichnisses und Vorwortes bei Amazon finde ich den Dienst nach wie vor Klasse – verstehe aber auch die Einwendungen der Rechteinhaber…

Das mit den abgelaufenen Rechten wäre doch ein super Kompromiss – da versteh eich die Aufregung nicht…

Grüße,
Tim

For your kind information the settlement agreement resulted from a class action lawsuit was filed in 2005 by the Authors Guild and the Association of American Publishers (AAP) charging Google with copyright infringement.

Kommentar schreiben

Kommentar