Google in China: Keine automatische Weiterleitung nach Hongkong mehr

Google in China: Keine automatische Weiterleitung nach Hongkong mehr

150 150 Jan

Die Querelen zwischen Google und der chinesischen Regierung gehen weiter. Nun sieht sich der US-amerikanische Riesenkonzern gezwungen, der kommunistischen Regierung weiter entgegenzukommen, um sein Geschäft in China zu retten.

So wird in den nächsten Tagen die automatische Weiterleitung der Website google.cn auf die Hongkong-URL google.com.hk aufgehoben. Stattdessen werden Besucher auf google.cn dort fortan eine Landing Page mit Link auf google.com.hk vorfinden. Auf der chinesischen Seite selbst sind dann weiterhin keine (ehemals zensierten) Suchanfragen möglich. Der Schritt von Seiten Googles ist nötig, weil Ende Juni die Betreiberlizenz für die Domain google.cn ausläuft und die chinesischen Behörden einer Verlängerung nicht zustimmen wollen, solange die Weiterleitung besteht. Damit steht das Gesamtgeschäft des Weltkonzerns in China auf dem Spiel.

Google.cn verweist nun auf google.com.hk anstatt direkt dorthin zu leiten

Die automatische Umleitung bestand seit dem Frühjahr dieses Jahres, als Google sich weigerte, Chinas Zensur-Anforderungen weiterhin zu befolgen und daraufhin auf Hongkongs unzensierte Version verwies. Die kommunistische Regierung verlangte vorher unter anderem die Herausfilterung von Informationen über Tibet und blutige Protestniederschläge aus dem Jahr 1989. Nach Hackerangriffen auf mehrere westliche Unternehmen war der Streit zwischen dem Konzern und den Behörden eskaliert. Durch den jetzigen Kompromiss beabsichtigt Google die Regierung zu besänftigen und gleichzeitig seinem neuen Grundsatz treu zu bleiben, keine Selbstzensur zu verüben.

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