Google / Björn Hallmann 8. August 2014

Google: HTTPS jetzt als Ranking-Signal bestätigt!

Zunächst ist Verschlüsselung nur ein minimaler Faktor – aber bald schon unabdingbar?

Jetzt ist es offiziell: Die Verschlüsselung per HTTPS wird zum Ranking-Faktor für Google. Schon vor einigen Monaten propagierte der Suchmaschinenriese, dass der Wechsel von HTTP auf HTTPS in absehbarer Zeit für Webmaster zur obligatorischen Maßnahme werden würde und dass man selbst damit die Sicherheit im Internet erhöhen wolle. Nun soll die HTTPS-Verschlüsselung immerhin zu einem minimalen Ranking-Signal geworden sein, begleitet von der Aussicht auf einen noch höheren Stellenwert.

security - google

Wechsel unbedingt notwendig? Sieht ganz danach aus.

Derzeit soll dieser Faktor weniger als 1 Prozent der Suchanfragen betreffen, sodass mit stärkeren Schwankungen in den Suchergebnissen diesbezüglich nicht zu rechnen sei. Das hatte Google bereits in den vergangenen Monaten getestet. Nun will der u. a. deutsche Marktführer unter den Suchmaschinenanbietern den Webmastern „ausreichend“ Zeit bieten, um von HTTP auf HTTPS zu wechseln. Damit die Betreiber der Webseiten dem Google-Wunsch nach mehr Sicherheit im Netz auch nachkommen, wird Druck mit der Aussage ausgeübt, dass der neue Ranking-Faktor möglicherweise noch (signifikant?) an Bedeutung gewinnen könnte.

„For now it’s only a very lightweight signal — affecting fewer than 1% of global queries, and carrying less weight than other signals such as high-quality content — while we give webmasters time to switch to HTTPS. But over time, we may decide to strengthen it, because we’d like to encourage all website owners to switch from HTTP to HTTPS to keep everyone safe on the web. “

Logo Google Webmasterblog Deutsch

Immerhin sollen in den nächsten Wochen ausführliche Best Practices veröffentlicht werden. Auch ein paar Tipps zum Einstieg liefert der aktuelle Webmaster-Blogspot, der um einen entsprechenden Link zu den Best Practices in Kürze erweitert werden soll. Die folgenden Tipps stammen direkt aus der deutschen Übertragung des Beitrags:

  • Überlegt, welches Zertifikat ihr benötigt: Einzeldomain, mehrere Domains oder Platzhalterzertifikat.
  • Verwendet 2048-Bit-Schlüsselzertifikate.
  • Verwendet relative URLs für Ressourcen, die sich in derselben sicheren Domain befinden.
  • Verwendet Protokoll-relative URLs für alle anderen Domains.
  • Weitere Richtlinien zum Ändern eurer Websiteadresse findet ihr in unserem Artikel zur Websiteverschiebung.
  • Blockiert das Crawling eurer HTTPS-Website nicht mithilfe einer robots.txt-Datei.
  • Lasst die Indexierung eurer Seiten durch Suchmaschinen zu, sofern möglich. Verwendet kein Meta-Tag „noindex“.

Kleines Fazit:

Es sieht ganz danach aus, als ob insbesondere auf größere Websites auch ein größerer Haufen an Arbeit zu kommt, sofern Sie natürlich nicht schon HTTPS nutzen. Sollte das sicherere Kommunikationsprotokoll zu einem bedeutenderen Ranking-Faktor werden, dann dürfte kaum ein Webmaster, der in den SERPs auf oberen Plätzen mitspielen möchte, daran vorbei kommen.

Übrigens: Zum Thema Sicherheit im E-Commerce veröffentlichen wir in der kommenden Woche auch einen weiteren Beitrag. Es lohnt sich also, uns im Blick zu behalten.

Update: Hier geht’s nun zum angekündigten Beitrag: „E-Commerce: Der Cyberkrieg gegen Online-Shops„.