Google / trafficmaxx 27. November 2017

Analytics Summit 2017: Recap zur Google Analytics Konferenz in Hamburg

Analytics Summit 2017: Deutschlands einzige Google Analytics Konferenz fand am 08. und 09. November in Hamburg statt. In unserem Recap erfahren Sie die wichtigsten Key Takeaways der Konferenz.

Titelbild Analytics Summit 2017

Von Business-, über Marketing- bis hin zu Technik-Themen hatte die Konferenz des Veranstalters Trakken eine große Bandbreite an Vorträgen für jeden anzubieten. Wir haben die spannenden Fachvorträge des Analytics Summits 2017 im hamburgischen Curio-Haus mitverfolgt. Alle Key Takeaways sind im Folgenden für Sie aufbereitet.

Unerlässlich für Implementierung – den Google Tag Manager verstehen und sinnvoll einsetzen

Der Konferenztag des Analytics Summits beginnt für uns mit dem Vortrag von Manuel Schnaible von l’tur, der eingangs die Funktionalität des Google Tag Managers erläutert. Darauffolgend werden aktuelle Schwierigkeiten beim Tracking angesprochen. Der Speaker betont, dass der Bereich des Online Marketings häufig auf die Release-Zyklen der Webentwicklung angewiesen ist. Weiterhin besteht darin eine Problematik, dass viele Tracking-Codes diverse Anpassungen durch die Webentwicklung mit sich bringen. Daraus entstehen hohe Kosten. Auch die Tatsache, dass schnelle Anpassungen nur bedingt möglich sind, kritisiert der Speaker. Nachfolgend kontrastiert Manuel die Problematiken mit den Vorteilen des Google Tag Managers. Ein wesentlicher Benefit des Tools besteht darin, dass schnelle Anpassungen weitestgehend ohne großes IT-Wissen und Kenntnisse in der Webentwicklung vorgenommen werden können. Abschließend wird positiv hervorgehoben, dass Tests und Debugging schnell und einfach erfolgen und dass es nur einen Tracking Code gibt.

Hack your Analytics – 11 Tipps für ein besseres Analytics

Noch im letzten Jahr musste er das Publikum mit einem Hack überzeugen. Beim diesjährigen Analytics Summit tritt er als Speaker mit noch zehn weiteren Hacks auf: Michael Janssen von Zedwoo präsentiert in seinem Vortrag praktische Tipps zur täglichen Verwendung von Google Analytics und weist auf Verbesserungspotenziale des Accounts hin. Zu seinen Hacks zählt die Optimierung des Checkout-Prozesses. Hier gilt es, PayPal als Referrer auszuschließen.

Beitragsbild Analytics Summit

Schließen Sie zudem eigenen Traffic aus, um validere Daten zu erlangen. Ebenso kann sich das Tracken von 404-Seiten lohnen. Michael weist darüber hinaus darauf hin, dass der Verweis von https auf http als direkter Traffic gemessen wird.

Beitragsbild Analytics Summit (2)

Tue Gutes und rede darüber – Reporting mithilfe von Spreadsheets und APIs

Till Schramm berichtet in seinem Vortrag über das Reporting im Verlagswesen. Dabei geht er auf spontane Nachfragen nach Reportings ein. Im Reporting des Verlagswesens werden laut Till oft Grafiken gewünscht, wohingegen Zahlen mitunter als zu komplex betrachtet werden. Wer für das Verlagswesen Reportings erstellt, muss sich darauf einstellen, möglichst kurzfristig liefern zu können. Empfehlenswert sind daher weitestgehend automatisierte Reportings. Der direkte Zugang zum Rechenzentrum durch Tools ist in der Regel nicht gewünscht. Auch steht für gewöhnlich lediglich wenig bis kein Budget zur Verfügung.

Till gibt in Bezug auf diese teils problematischen Voraussetzungen auch Lösungsvorschläge: Er rät von der Nutzung von Excel, Powerpoint und Co. ab. Stattdessen eignen sich Google Spreadsheets sowie dynamische Abfragen in besonderem Maße. Was dies betrifft empfiehlt der Speaker beispielsweise:

Auch die Aufbereitung mit Hilfe von Plugins sowie die Visualisierung wie zum Beispiel mit Google Data Studio legt Till als Lösungsansätze nahe.

Beitragsbild Analytics Summit (6)

Diese Vorgehensweisen bringen verschiedene Vorteile mit sich. Einerseits handelt es sich in Relation zu anderen Vorgehen um eine günstige Arbeitsweise. Andererseits können Sie flexibel arbeiten, da das Teilen der Reports mit Mitarbeitern simpel abläuft.

Data Science: From Zero to Hero

Am Beispiel von Spiegel Online schildert David Kriesel in seinem unterhaltsamen Vortrag, wie Daten im Internet massenhaft erfasst werden können und was sich aus vermeintlich wertlosen Metadaten schließen lässt. Der Speaker stellte sein Eigenprojekt „SpiegelMining“ vor, welches seit Mitte 2014 die Spiegel Online Artikel crawlt und archiviert. Seine Abfragen archivieren ebenfalls die Änderungen an den insgesamt ca. 100.000 Artikeln und versiebenfachen somit die Anzahl an Dokumenten.

Beitragsbild Analytics Summit (4)

Somit erhebt er die verschiedensten Daten der einzelnen Artikel. Neben Informationen zu Autor und Textlänge kann das Tool auch den Veröffentlichungszeitpunkt, die Rubrik und die zugewiesenen Keywords erfassen. Weiterhin kann ausgelesen werden, ob bei den Artikeln eine Kommentarfunktion vorhanden ist oder nicht.

Schließlich wird zur Analyse der erhaltenen Daten über den gesamten Zeitraum übergegangen. Dabei geht es z. B. darum, wie viele Artikel pro Ressort publiziert wurden, um auszumachen, welche Rubrik wächst bzw. schrumpft. Mittels der Veröffentlichungszeitpunkte je Ressort kann darauf geschlossen werden, ob es sich bei den Autoren um Frühaufsteher oder Langschläfer handelt. Anhand der Kommentierbarkeit von Artikeln lässt sich ableiten, welche Themen grundsätzlich von Nutzern diskutiert werden dürfen.

Anhand des Spiegel Online Beispiels lassen sich folgende Key Takeaways ableiten:

  1. Daten sind immer noch Fakten und keine Wahrheiten, jedoch können aus einfachen Datensätzen Erkenntnisse gezogen werden.
  2. Darüber hinaus können Daten beim Hinterfragen von Gegebenem helfen.
  3. Massendaten sollten allerdings keinesfalls in die falschen Hände geraten, da dies großes Gefahrenpotenzial birgt.

Sie möchten mehr über David und SpiegelMining erfahren? Hier erlangen Sie weiterführende Informationen sowie die Präsentationsfolien des Speakers.

Data Driven Decisioning bei DFL Digital Sports – Aufbau und Nutzung von Google Analytics im Sport-Content

Bastian Zuber und Alexander Altenhofen sind für den Bereich Analytics bei der DFL Digital Sports GmbH zuständig, dem offiziellen Online-Auftritt der Fußball Bundesliga. Die Speaker demonstrieren eindrucksvoll, dass Google Analytics mit bundesliga.de auch Einsatzbereiche neben dem E-Commerce verzeichnet.

Bastian und Alexander erläutern eingangs die Integration von datengetriebenem Marketing bei der DFL. Dabei beziehen sie sich sowohl auf bundesliga.de als auch auf die entsprechende App. Die integrierende Vorgehensweise verfolgt das Ziel, in ausländischen Märkten zu wachsen und die Markenbekanntheit im Ausland im Allgemeinen zu steigern. Dies liegt darin begründet, dass das Unternehmen auf dem deutschen Markt bereits eine Sättigung erlangt hat. Die Speaker gehen zudem darauf ein, dass datengetriebenes Arbeiten zunächst kein Teil der Unternehmensphilosophie war. Dementsprechend ging dem täglichen Arbeiten auf Datengrundlage ein langer Transformationsprozess in der Unternehmensphilosophie voraus.

Folgende Maßnahmen empfehlen Alexander und Bastian:

  1. Es sollte eine zentrale Ansprechperson zur Durchsetzung bzw. als Leitfigur ausgewählt werden.
  2. Die Datenanalyse gilt es in das tägliche Arbeiten zu integrieren.
  3. Zudem sollte eine kontinuierliche Strategieableitung aus der Datenanalyse erfolgen.
  4. Auch die Entwicklung eigener KPIs erweist sich laut den Speakern als hilfreich.
  5. Eigens entwickelte Dashboards dienen der Analyse aller Inhalte hinsichtlich ihrer Performance.

Auf Basis dieser Datenanalyse lassen sich schließlich Maßnahmen für Content Strategie ableiten.

Mobile First – App Tracking und App-Personalisierung

Plattformübergreifendes Internet-Fernsehen in höchster Qualität? Das bietet Waipu.tv laut Albrecht Kühn, womit das Fernsehverhalten gleichzeitig ein Stück weiter trackbar wird. Albrecht stellt neben seinem Unternehmen und dem Produkt das Leistungsportfolio vor. Dabei geht er detailliert auf das Tracking der App-Nutzung ein. Der Speaker stellt heraus, dass exaktes Daten-Tracking bei Apps nur dann gelingt, wenn eine Zuordnung per Login erfolgen kann. Für die Visualisierung des Reportings wird bei Waipu TV nicht Datastudio sondern Tableau verwendet.

Challenge accepted! – Rollout und maintenance eines global einheitlichen Analytics Setups bei L’Oréal Deutschland

Ingo Börnert teilt in seinem Vortrag spannende Einblicke in die Standardisierung von L’Oréal und die damit einhergehenden Herausforderungen mit der Digitalisierung. Die Schwierigkeiten der Etablierung eines global einheitlichen Analytics Setups des Konzerns bestehen darin, dass viele Marken und Länder sowie verschiedene Zielgruppen und Unterschiede in der Kommunikation zu berücksichtigen sind. Bei der Etablierung des globalen Tracking-Setups erweisen sich zudem die individuellen Anpassungsmöglichkeiten und die Eigenständigkeit der verschiedenen Marken und Länder als Herausforderung.

Die Zielerfüllung gelingt bei L’Oréal letztlich mit einem konsistenten Setup in GA und GTM. Dabei existieren für die einzelnen Marken in den verschiedenen Ländern jeweils eigene Properties. Das Setup basiert auf festgelegten Naming-Conventions für die Properties, Tags, Trigger usw. Zudem findet eine Festlegung auf spezifische Zielvorhaben statt, die aber inhaltlich individuell angepasst werden können. Diese Zielvorhaben sind dann für alle Länder und Marken Pflicht.

Keynote: Where is Google Analytics going to – Insights from a Google Product Managers Perspective

Beitragsbild Analytics Summit (5)

Der Google Product Manager Jason Xu gibt in seinem Vortrag auf dem Analytics Summit Einblicke in die Möglichkeiten des aufkommenden Features Google Attribution 360. Der Release ist für Mitte 2018 geplant. Das neue Tool soll die Verknüpfung von Performance Daten und Insights ermöglichen – kanal- und geräteübergreifend. Auch dient das Tool der Analyse und dem Reporting. Beispielsweise können Budget- und Nutzeranalysen durchgeführt werden. Das Tool eignet sich für Google Analytics, DoubleClick, AdWords sowie für externe Anbieter und den Datenupload.

Fazit: Interessante Insights und gute Organisation

Zusammenfassend hat uns die Teilnahme am Analytics Summit durch die vielen informativen Vorträge bereichert. Als besonders positiv empfanden wir, dass die einzelnen Vorträge aufeinander gewartet haben, wodurch wir an jedem Slot teilnehmen konnten. Zudem bestochen alle Panels inhaltlich durch eine hohe Qualität. Auch die Rahmenbedingungen und die Organisation der Konferenz haben uns überzeugt. Dazu zählte natürlich auch das leckere Essen. Wünschenswert wäre diesbezüglich für das nächste Jahr eine vegetarische Alternative beim Hauptgang. 😉

Mit Vorfreude blicken wir auf den nächsten Analytics Summit und erhoffen uns auch vom Besuch im nächsten Jahr einen regen Austausch mit Branchenkollegen.

Quellen und Links