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Google Shopping-Werbetreibende sind aktuell von Abmahnungen bedroht!

15. August 2014 in Google Shopping / PLA | keine Kommentare

shopping-resultsGoogle-Shopping-Anzeigen müssen mit Versandkosten ausgezeichnet sein!

Eine der Möglichkeiten, die Google AdWords Online-Shop-Betreibern bietet, ist das bekannte Einstellen von Shopping-Anzeigen, die dann nicht nur speziell in der Google Suche unter „Shopping“ angezeigt, sondern in immer höherem Maße auch direkt in die Google Suchergebnisse integriert werden. Für viele Shops ist dies ein elementarer Absatzkanal. Allerdings hat das ganze Anzeigenformat seit knapp zwei Monaten ein massives Problem in Deutschland, denn das Landgericht Hamburg entschied (Urteil vom 13.06.2014, 315 O 150/14), dass die Ausgestaltung in der aktuellen Form nicht mit dem deutschen Wettbewerbsrecht konform geht.

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Google Shopping: Punkten in den Suchergebnissen bei Google.

Das Problem liegt darin begründet, dass die Anzeigen (ohne weitere Interaktion) keine Versandkosten ausweisen. Zum Teil werden die zusätzlichen Kosten zwar in der Mouse-Over- oder in der detaillierteren Produkt-Ansicht aufgeführt, dies genügt aber schlicht nach deutschem Recht nicht.Bei mobilen Browserversionen bzw. auf mobilen Endgeräten gibt es zudem auch gar keinen Mouse-Over-Effekt.

Google muss handeln!

Grundsätzlich stehen die Nutzer der Shopping-Anzeigen in der Pflicht, die Versandkosten entsprechend korrekt auszuzeichnen, um dem deutschen Wettbewerbsrecht zu entsprechen. Mit anderen Worten: Hier muss unbedingt so bald wie möglich eine zusätzliche Möglichkeit von Google bereitgestellt werden! Das Portal Rechtsfokus.de hatte Google diesbezüglich eine Anfrage gestellt und die folgende Antwort erhalten:

„Unser Produktteam entwickelt derzeit Lösungen, die es den Werbekunden in Deutschland ermöglichen, Anzeigen mit Produktinformationen zu schalten, die auch den erhöhten Anforderungen, die das LG Hamburg in seinem Urteil vom Juni aufgestellt hat, entsprechen. Wir erwarten, dass wir zu etwaigen Änderungen in den kommenden Wochen ein Update geben können“

Was tun bis zum angekündigten Google Update, um Abmahnung zu vermeiden?

manage-adsDiese Frage lässt sich leider für Shopping-Anzeigen-Nutzer nicht wirklich zufriedenstellend beantworten. Die eindeutig sicherste Möglichkeit Abmahnungen zu vermeiden, ist natürlich sämtliche Produktanzeigen vorläufig abzuschalten. Dies wird aber freilich unweigerlich zu massiven Umsatzeinbrüchen führen.

Wer sich dazu entscheidet, die Anzeigen weiterhin zu schalten, kann dies nach aktuellem Stand rechtssicher lediglich tun, wenn die Versandkosten in den Titel der Anzeigen integriert werden. Abgesehen davon, dass dies die Klickattraktivität sicherlich deutlich reduziert ist auch der Platz natürlich begrenzt.

Google Shopping Versandkosten

Google Shopping-Anzeigen müssen unbedingt direkt mit den Versandkosten ausgezeichnet werden. Google arbeitet derzeit an einem entsprechendem Update.

Ein Workaround wäre, einen Versandkostenhinweis in abgekürzter Form (bspw. „zzgl. VK“) zu integrieren. Dies wird den gesetzlichen Anforderungen wohl nicht in vollem Umfang genügen, aber getreu dem Motto „besser als nichts“ wäre dies zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Vierte – und aktuell am weitesten praktizierte – Möglichkeit ist: abwarten und Tee trinken. Denn schaut man sich die Shopping-Ergebnisse an, sieht man sofort, dass bisher kaum jemand auf die gesetzlichen Anforderungen reagiert hat. Nicht zuletzt sicherlich auch deshalb, weil jede der oben genannten Möglichkeiten unweigerlich zu Einbrüchen in den Konversionen führen dürfte.

Und so mag es vielleicht Unwissenheit, wahrscheinlich aber sogar kaufmännisches Kalkül sein, die Anzeigen zunächst unverändert weiterlaufen zu lassen in der Hoffnung, dass Google mit seinen technischen Nachrüstungen schneller ist, als der nächstbeste Abmahnanwalt.

Achtung: Abschließend sei ausdrücklich erwähnt, dass wir in dieser Sache keine verbindliche Rechtsberatung übernehmen. Wir fassen hier lediglich den aktuellen Kenntnisstand der Sachlage nach unserem Ermessen zusammen und möchten schlussendlich nur jeden Werbetreibenden bitten, sich selbst gut zu überlegen, welcher der skizzierten Wege der favorisierte ist.

Wer sich noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, dem empfehlen wir den Beitrag von Martin Rätze im shopbetreiber-blog.de.

And last, but not least, wollen wir Ihnen zwar den Start ins Wochenende nicht gänzlich verderben, aber gerade für Shop-Betreiber ist bezüglich drohendem Ungemach vielleicht auch unser Beitrag „E-Commerce: Der Cyberkrieg gegen Online-Shops“ von Interesse.

 
 

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