Zertifizierte Agentur

Wearables: Interessieren sich die Deutschen eigentlich für Smartwatches?

28. April 2015 in E-Commerce | keine Kommentare

smartwatch

Die tragbaren Computersysteme gehen zum Angriff auf unseren Alltag über!

Es besteht wohl keine Frage darin, dass Wearable Computering (tragbare Datenverarbeitung) ein spannendes Forschungsfeld ist, dass unseren Alltag früher oder später stark beeinflussen wird. Bereits jetzt nutzen viele Menschen regelmäßig die Unterstützung von tragbaren Computern à la Smartphone. Wearables werden generell direkt am Körper getragen und unterstützen Tätigkeiten in der realen Welt unmittelbar. Als gutes Beispiel dienen Smartbrillen wie Google Glass, die durch Augmented Reality, also die Erweiterung der Realität Informationen liefern, die sonst in der Art nicht direkt zur Verfügung stehen.

infografik_2678_Umsatzprognose_fuer_Wearable_Technology_in_Europa_n

Während sich ein Durchbruch für smarte Brillen noch nicht abzeichnet und auch Googles Glass zunächst zurück auf das Reißbrett geschickt wurde, preschen nun andere tragbare Computersysteme nach vorne, um den Weg für eine neue Generation digitaler Geräte zu ebnen. Das erklärte Ziel lautet: eine Bereicherung unseres Alltags. Die Rede ist von den Smartwatches, die zwar schon eine ganze Weile erhältlich sind, aber bislang auch keine breite Zustimmung für sich verbuchen konnten. Ein Grund hierfür ist der noch vergleichsweise hohe Preis der Geräte, ein anderer mag der sein, dass gerade viele Apple-Fans auf die Apple Watch gewartet haben, die dieser Tage allmählich Verbreitung findet.

Immerhin: Bereits am ersten Tag soll Apple rund 1 Million Vorbestellungen für die “clevere“ Uhr verbucht haben und Experten gehen derzeit von bis zu 3 Millionen vorbestellten Smartwatches aus. In den Apple Stores wird es die Wearables wohl erst ab Juni geben.

Die Mehrheit der Deutschen interessiert sich (derzeit) nicht dafür, aber…

infografik_2681_Wichtigste_Funktionen_von_Smartwatches_n

Ohne entsprechende Verbindung zum Smartphone bringt die Smartwatch aktuell kaum einen nennenswerten Vorzug gegenüber anderen Multifunktionsuhren. Diverse Dienste können nur bei bestehender Verbindung zum Internet per Smartphone in vollem Umfang genutzt werden. Über Standards wie Uhrzeit und Datum hinaus zeigen Smartwatches E-Mails, Massenger-Nachrichten und SMS an und messen Gesundheitsdaten wie den Puls. Von letztem Aspekt abgesehen, dienen die Geräte also vornehmlich als Erweiterung des Smartphones.

„Smartwatches sind eine praktische Ergänzung zum Smartphone“ – Timm Hoffmann (BITCOM, Bereichsleiter Consumer Electronics & Digital Media).

Und weiter:

„Bislang gab es auf dem Markt erst wenige Modelle mit entsprechend hohen Preisen. Das große Interesse der Verbraucher zeigt aber, dass die Geräte große Chancen auf dem Massenmarkt haben. Schon bald werden die Uhren zu unserem Alltag gehören.“ – Timm Hoffmann (BITCOM).

Soweit so gut, doch überzeugt das digitale Angebot die Deutschen?

Die Antwort liefert eine aktuelle BITCOM-Umfrage zum Thema. Demnach interessierten sich derzeit rund 40 Prozent der Deutschen für eine Smartwatch – oder anders ausgedrückt: 28 Millionen potenzielle Nutzer. Das entspricht wiederum 6 Millionen Menschen mehr als bei einer ähnlichen Umfrage vor zwei Jahren. Zu unterscheiden ist hierbei, dass sich jeder siebte (14 Prozent) in jedem Fall eine smarte Uhr zulegen will, während sich jeder Vierte (26 Prozent) eine Nutzung vorstellen kann. Besonders gefragt sind Smartwatches natürlich bei den unter 30-Jährigen, bei denen es rund 56 Prozent potenzielle Nutzer/Käufer gibt.

infografik_2690_Bekanntheit_und_Nutzungsbereitschaft_von_Smart_Glasses_und_Smartwatches_in_Deutschland_n

Alles in allem sind das Zahlen, mit denen es sich aus Sicht des Handels gut arbeiten lassen dürfte. Doch noch verlangt es die überwiegende Mehrheit der Deutschen nicht nach einer Erweiterung ihres Smartphones. Warum?

Welche Vorbehalte gibt es?

Nun, bislang haben sich viele der Befragten, die derzeit keine Smartwatch nutzen wollen, schlicht überhaupt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt (45 Prozent). Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der befragten Deutschen wollen die alte Armbanduhr nicht eintauschen und rund 29 Prozent haben Angst, dass ihre Daten (wie die erfassten Gesundheitsdaten) missbraucht werden. Des Weiteren ist vielen Befragten das Gerät aktuell noch zu teuer (29 Prozent) und jedem Fünften gefallen die angebotenen Designs nicht (19 Prozent).

Insbesondere bei Experten wird immer wieder die geringe Akkulaufzeit der Geräte bemängelt. Das sehen immerhin auch 11 Prozent der Befragten als Problem.

Kleines Fazit:

infografik_2669_weltweiter_Absatz_von_Smartwatches_n

Im Großen und Ganzen scheinen auch die Vorbehalte der Befragten die vertreibenden Unternehmen wie Apple, Samsung und Co vor lösbare Aufgaben zu stellen. Aus dieser Perspektive könnte ein echter Durchbruch also möglich sein. Wenn – ja, wenn die Geräte uns denn tatsächlich einen nennenswerten Mehrwert im Alltag bieten. Andernfalls könnten Smartwatches am Ende eher als „Trend“ in die Geschichte eingehen.

Leider scheint ein zusätzlicher Alltagswert der Uhren bei der repräsentativen Umfrage keine Rolle gespielt zu haben. Sehr viel wünschenswerter als eine Erweiterung des Smartphones dürfte vielen Menschen wohl eine Ersetzung des Gerätes durch praktische Wearables sein. Eines ist aber schon jetzt klar, das digitale Zeitalter bleibt spannend!

Die BITCOM-Umfrage (als PM) finden Sie hier als PDF zum download.

Die verwendeten Infografiken stammen von statista.

 
 

Kommentar schreiben

Kommentar