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Preise auf Produktbildern in Pinterest – Das WER macht den Ton

16. April 2012 in E-Commerce | 2 Kommentare

Pinterest bietet Marken und Shopbetreibern eine interessante und vielversprechende Möglichkeit, Ihre Produkte bekannt zu machen und Links zum Point of Sale zu streuen. Bilder von Produkten sind beliebter Content auf Pinterest und werden rege gesammelt und geteilt. Ein Klick ausgehend von Pinterst auf das entsprechende Produkt führt häufig auch zum Kauf des selbigen. Anbieter, die wollen, dass Ihre Produktbilder geteilt und verbreitet werden, müssen aber einige ganz besondere Rahmenbedingungen beachten.

Pinterest ist eine soziale Plattform und kein Affiliate-Netzwerk. Die User suchen die Plattform auf, um zu zeigen, was sie haben, was sie interessiert und was ihnen gefällt. Nicht selten sind das Produkte und damit Produktbilder und dieser Umstand ist äußerst vorteilhaft für Anbieter. Dabei darf man jedoch nicht übersehen, dass Pinterst weit mehr ist, als ein riesiger Onlineshop. Versteht man, sich in diesem Umfeld zu bewegen, kann und darf Pinterest aber als der verlängerte, soziale Arm des eigenen Shops genutzt werden.

Wer ein Produktbild auf Pinterst streut oder etwa über einen „Pin-It-Button“ zum Teilen auf der Plattform zugänglich macht, der streut damit auch den Link zum Point of Sale und macht mehr oder weniger direkt eine konkrete Verkaufs-Offerte. Nichts liegt darum näher, als auch den jeweiligen Verkaufspreis gleich mit zu streuen. Ganz besonders dann, wenn der Preis eines der Hauptverkaufsargumente ist.

Eine aktuelle Studie des US-Startups Pinreach und Joshua Yang hat sich mit eben diesem Thema befasst und mehr als 1 Million Pins hinsichtlich Preisangabe und Sharing-Quote betrachtet.

Zwei Möglichkeiten der Preisintegration

Um die eigentliche Essenz des Studien-Ergebnisses verstehen zu können, muss man verstehen, in welcher Form sich Preise in Pins verankern lassen. Grundsätzlich gibt es hier zwei Möglichkeiten, Produktbilder mit einer Preisangabe zu versehen.

Die erste Möglichkeit ist, händlerseitig einen Preis gleich in die Grafik einzupflegen. In diesem Fall ist garantiert, dass der Preis, wann immer das entsprechende Bild gepinnt und geteilt wird, auch mit von der Partie ist. Bild und Preis werden dann genau so weitergegeben, wie es vom Shopbetreiber intendiert ist.

Die zweite Möglichkeit einen Preis in ein Bild zu integrieren, besteht über einen speziellen Pinterest-Tag. Durch einfügen eines „$“-Zeichens gefolgt von einer Zahl in die Pin-Description wird ein Störer mit der jeweiligen Preisangabe in die linke obere Ecke des Bildes integriert.

Einmal gespeichert, wird dann der Pin bei jedem Share mit der jeweiligen Preisangabe weitergegeben. Leider gibt es noch keinen €-Tag, so dass diese Möglichkeit vorerst dem US-Publikum oder europäischen Anbietern, die ihre Preise auch in Dollar auszeichnen, vorbehalten ist.

Der Grundlegende Unterschied zwischen beiden Möglichkeiten der Preis-Integration ist, vereinfacht gesagt, der äußere Schein. Ist der Preis fest in das Bild integriert, so vermittelt das nicht zu Unrecht den Eindruck, dass der Pin händlerseitig in dieser Form erstellt wurde und als Vertriebsmittel intendiert ist. Eine Botschaft, die dem sozialen Grundcharakter der Plattform widerspricht.

Die Preis-Integration über den $-Tag hingegen, ist etwas, das erkennbar auf der Plattform selbst und durch einen Pinterest-User geschehen ist. Das Bild bleibt so zuerst einmal ein Pin eines Users und ist nicht auch gleich automatisch Vertriebsmittel. Der soziale Charakter bleibt gewahrt.

Auf das WER kommt es an

Dass dieser feine Unterschied tatsächlich in gravierendem Maße zum Tragen kommt, belegt die angesprochene Studie. So lässt sich hinsichtlich der Sharing-Quote keine nennenswerte Diskrepanz zwischen Pins bei denen der $-Tag verwendet wurde und solchen, bei denen das nicht geschehen ist, feststellen. Pins mit und ohne Preis-Tag werden gleich häufig geteilt (5,4 vs. 5,5). Bei den durchschnittlichen Likes schneiden die Pins mit Preis-Tag sogar geringfügig besser ab, als die Pins ohne diese Angabe (1,4 vs. 1,1).

Ganz anders verhält es sich, wenn eine Preisangabe bereits händlerseitig in das gepinnte Bild integriert wurde. Solche Pins werden nur etwa um 1/3 so häufig weitergegeben, wie Pins die auf derartige Preisangaben verzichten. Einen Preis bereits in die Grafik zu integrieren, mag vielleicht eine gewisse Sicherheit schaffen, dass dieses Verkaufsargument auch wirklich immer mitbefördert wird, ist aber letztlich mehr als hinderlich bei der Verbreitung des Produktbildes und des Links zum Point of Sale.

Fazit

Pinterest ist die vielversprechende soziale Plattform für Shopbetreiber und Unternehmen, die besonders auf eine optische Präsentation ihrer Dienstleistungen angewiesen sind. Nichts desto trotz bleibt Pinterest ein soziales Netzwerk und darf nicht unbedacht als kostenloses Affiliate-Netzwerk genutzt werden.

Wie auf jeder anderen sozialen Plattform auch dürfen Verkaufsmaßnahmen auf Pinterest nicht losgelöst von sozialer Interaktion mit dem Nutzer stehen. Pins, die bereits händlerseitig vorgefertigte Preisangaben enthalten, erwecken aber nicht zu Unrecht den Eindruck, dass durch sie gegen dieses Grundprinzip verstoßen wird. Ein Verstoß, der durch die User dadurch abgestraft wird, dass derartiger Content ausgesprochen selten geteilt wird. Wer seine Pins mit einem Preis versehen möchte, sollte daher immer den sozialen Weg über Pinterest direkt wählen. Eine Preisangabe über den $-Tag (und hoffentlich bald auch über den €-Tag) erfüllt denselben Zweck, wie eine in das Bild integrierte Preisangabe – jedoch ganz ohne die unangenehmen Nebenwirkungen und den rein vertrieblichen Beigeschmack.

 
 

Kommentare

Ich finde auch die Version des Overlays durch Pinterest deutlich interessanter für potenzielle Kunden. Grundsätzlich hat man doch als User immer das Gefühl über Preise in einem Portal das durch die Pins einem Vergleichsportal ähnelt einem besseren Preis zu erhaschen als dies beim Kauf direkt vom Hersteller der Fall wäre.
Insgesamt eine interessante Sache sobal das € Symbol eingeführt wird. Danke für den Beitrag, kannte das Portal vorher noch nicht.

Vielen Dank für den Beitrag – habe es direkt ausprobiert. Funktioniert leider noch nicht mit dem Euro Zeichen aber das ist ja auch okay. Finde Pinterest sehr schön, einfach und die Postings sind mit Do Follow ausgestattet – Daumen hoch!

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