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Online-Shopping: Verbraucher kaufen ungern im stationären Handel!

20. Januar 2017 in E-Commerce | keine Kommentare

Unpassende Werbeaktionen, schlechte Produktsuchen und Vergleichsmöglichkeiten sowie lange Warteschlangen verderben den deutschen Verbrauchern zunehmend die Kauflust im stationären Ladengeschäft. Die sich stetig weiterentwickelnden Vorzüge des Online-Shoppings vermiesen das traditionelle Einkaufen vor Ort.

Die Erfolgsgeschichte des E-Commerce mal aus Sicht des herkömmlichen Handels. Ein Blick auf die aktuelle Studie von Capgemini zeigt, viele Menschen sehen große Nachteile im klassischen Einzelhandel.

Aus der Studie „Making the Digital Connection: Why Physical Retail Stores Need a Reboot“ - Cover„Lästige Pflicht im Ladengeschäft einzukaufen“

Der Online-Handel hat sich 2016 erneut prächtig entwickelt und der Boom wird wohl auch die nächsten Jahre weiter im zweistelligen Prozentbereich liegen. Als elementarer Vorzug gegenüber dem traditionellen Einzelhandel wird unter anderem die zunehmende Personalisierung von Online-Shops gesehen. Außerdem tragen die komfortablen Service-Angebote im E-Commerce zum wachsenden Frust beim stationären Einkaufen bei.

Das jedenfalls behauptet die aktuelle Studie des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Capgemini. Demnach spülen viele der Befragten lieber Geschirr oder waschen Wäsche als einkaufen zu gehen. Die Aussage ist zwar schon arg plakativ, demonstriert aber auch deutlich, wie unangenehm vielen Menschen der Einkauf im Ladengeschäft ist. Laut Studie empfinden 40 Prozent der Deutschen das Einkaufen als lästige Pflicht.

Aus der Studie „Making the Digital Connection: Why Physical Retail Stores Need a Reboot“ - Kundenmeinungen

Mit dem Wert liegt Deutschland im unteren Mittel anderer EU-Länder wie Spanien (49%), Italien (42%) oder Vereinigtes Königreich (37%). Deutlich zufriedener zeigen sich die Befragten in den USA (31%) sowie in China (29%).

Aus der Studie „Making the Digital Connection: Why Physical Retail Stores Need a Reboot“ - Länderunterschiede

Was missfällt den Deutschen am stationären Einzelhandel?

Ohne Frage bietet der Einkauf im Ladengeschäft noch immer Vorzüge, die Online-Shops nur unzureichend oder schlichtweg noch nicht realisieren können. Die Betonung muss hier ganz gewiss auf „noch nicht“ liegen. Neue Technologien wie Lieferdrohnen, 3D-Druckverfahren und Augmented sowie Virtual Reality stehen in den Startlöchern und werden viele der Alleinstellungsmerkmale des klassischen Einzelhandels in Rauch aufgehen lassen.

Was aber missfällt den deutschen Verbrauchern schon heute beim Einkaufen im Laden?

germany-1Der größte Kritikpunkt liegt laut Studie in mangelnden Produktvergleichsmöglichkeiten. Das ist ein durchaus interessanter Aspekt, dem der stationäre Handel schnell per Apps oder ähnlicher technischer Lösungen wie durchdachten Einkaufsassistenten beikommen könnte. Immerhin 71 Prozent der deutschen Befragten finden es mindestens schwierig, Produkte im Ladengeschäft zu vergleichen, und wünschen sich demnach Verbesserungen.

germany-2Lange Warteschlangen an der Kasse sind wenig überraschend ein weiterer wichtiger Kritikpunkt, an dem sich die Deutschen mit rund 66 Prozent stören. Auch hier stehen längst praktikable Lösungsansätze mit voll automatisierten Kassensystemen wie Amazon Go oder zügigeren Bezahlverfahren wie Mobile Payment in den Startlöchern.

germany-3Mängel bei der Produktsuche geben weitere 66 Prozent an. Klar, im Netz wird alles mal fix gegoogelt oder unmittelbar im Online-Shop gesucht. Im Laden heißt es händisch suchen, sich durchfragen oder das nehmen, was eben gefunden wird. Im digitalen Zeitalter unzureichend, so die Aussage der Studie. Lösungspotenziale: mehr Personal, Einkaufsassistenten, durchdachtere Sortierungen. Und was tun, wenn die gesuchten Produkte gar nicht vorrätig sind? Online im Laden zum Kauf anbieten, unmittelbar!

germany-4An Werbung im Geschäft scheinen sich die Befragten nicht generell zu stören. Für sie ist es eher ein Problem der Relevanz. Zu unpersönlich und irrelevant! 59 Prozent geben an, dass sie die Werbeaktionen im Laden nicht ansprechen. Da sind Online-Angebote mit individualisierten Werbeanzeigen natürlich längst weiter. Wüsste der stationäre Handel, welcher Kunde da gerade das Ladengeschäft betreten hat und wo er sich aktuell befindet (siehe Amazon Go), wäre eine individuelle Werbeausspielung ebenfalls kein Problem. Lösungen könnten ebenfalls wieder Apps und Mobile Payment-Konzepte bieten.

Amazon Go

Fazit: Der stationäre Handel muss sich weiterentwickeln – ganz schnell!

Weiterer Kritikpunkt ist die häufig unzureichende oder nicht vorhandene Verknüpfung von Online- und Offline-Geschäft. Genau hier drin liegen aber gerade auch die Chancen des klassischen Einzelhandels vor Ort. Viele Menschen wollen die Produkte, die Sie kaufen möchten, zuvor in den Händen halten und sich genauer ansehen. Außerdem schätzen Kunden das beratende Gespräch mit kompetenten Mitarbeitern. Das örtliche Ladengeschäft muss auf diese Stärken setzen und Schwächen im digitalen Sektor zügig beseitigen. Perfekt wäre eine sinnvolle Kombination aus Offline- und Online-Angebot.

„Das Einkaufserlebnis im Laden lässt die Leute zunehmend kalt und es ist auch offensichtlich warum: Da die meisten Geschäfte auf stur stellen und komplett offline bleiben, verfehlen sie die Wünsche ihrer heutigen Kunden: Flexibilität, Tempo und Komfort. Will der stationäre Einzelhandel auch zukünftig Verbraucher vom Rechner weg in seine Läden locken, dann muss er sich neu erfinden und seinen Geschäften einen gänzlich anderen Look verpassen.“ – Marc Rietra, Leiter Consumer Goods & Retail bei Capgemini (Zitat auf presseportal.de).

Quellen und Links:

Via presseportal.de.

Den Download zur Studie (Bilderquelle) mit weiteren interessanten Grafiken und Infos finden Sie hier.

Deutschland-Button stammt im Original von pixabay/OpenClipart-Vectors.

 
 

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