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Mobile Payment: Wird Apple Pay auch in Deutschland zum Wegbereiter?

7. August 2015 in E-Commerce | 1 Kommentar

Apple Pay - Mobile Payment - trafficmaxxIn den USA ist Apple mit seinem Mobile Payment-Dienst angeblich ordentlich durchgestartet und die Verbraucher nehmen das Angebot offenbar gerne an. In Europa ging Apple Pay nun jüngst in Großbritannien an den Start und auch hier kann die Lifestyle-Marke auf eine große Fangemeinde mit wachsender Tendenz setzen.

Doch wie sieht das Ganze eigentlich in Deutschland aus? Mobile Payment steckt noch in den Kinderschuhen und keiner wills so richtig nutzen. Weder die Händler, noch die Kunden – wird Apple mit dem eigenen Dienst hierzulande ebenfalls zum Wegbereiter?

Wir haben uns mal ein wenig umgehört und fassen einige interessante News und Fakten zu dem Thema im nachfolgenden Blogbeitrag zusammen. Erfahren Sie jetzt mehr dazu! 

Apple Pay läuft super in den USA, jetzt kommt Europa – ist das so?

Apple Pay - IPhone - trafficmaxxDie einen Experten sagen, dass der hauseigene Bezahldienst von Apple, der mit der Near Field Communication (NFC) und der App Passbook arbeitet, ausgezeichnet in den Vereinigten Staaten von Amerika angenommen wurde und wird. Der Start ist jetzt am 20. Oktober ein Jahr her. Die anderen hingegen sind der Meinung, dass es mit der Euphorie der vornehmlich vom Konzern gelieferten Zahlen nicht übertreiben werden sollte. Zum einen besitzt nicht jeder ein Apple Pay-fähiges Gerät, zum anderen nutzen selbst diese stolzen Eigentümer den Zahlungsdienst nur wenig.

Zu der zuletzt genannten Annahme gibt eine Erhebung von pymnts.com und Infoscout Anlass. Schnappt man sich die Zahlen der Umfrage, bei der rund 1000 iPhone 6- oder iPhone 6 Plus-Besitzer befragt wurden, als Grundlage für die Diskussion, sprechen die Fakten wohl eher (noch) nicht von einem US-Durchbruch beim Mobile Payment durch Apple.

Demnach haben offenbar 86 Prozent der Befragten Apple Pay überhaupt noch nicht benutzt. 9 Prozent haben den Dienst ausprobiert, aber nicht wieder verwendet. 15 Prozent machen sich Sorgen um die Sicherheit. Bei 5 Prozent funktionierte das Hinterlegen der Bankkarte nicht. Und knapp ein Drittel haben keine Ahnung wie Apples Bezahlservice überhaupt funktioniert.

Apple Pay Logo - trafficmaxx

Nur 6 Prozent nutzen Apple Pay regelmäßig.

Das wäre aber immerhin ein Prozent mehr als bei einer ähnlichen Umfrage aus dem November letzten Jahres.

Darf diesen Angaben Glauben geschenkt werden und wären die Daten repräsentativ, dann kann hier wohl kaum von einem echten Durchbruch für Mobile Payment in den USA die Rede sein – mal vom Medienwirbel darum abgesehen.


Jetzt mit iPhone, Apple Watch und NFC in Großbritannien zahlen.

Ab sofort dürfen iPhone und Apple Watch-Fans in England, Schottland, Nordirland und Wales mit dem mobilen Bezahlsystem von Apple zahlen – sofern sie denn NFC-fähige Kassen in Shops, Restaurants und Co vorfinden. Möglich soll das Bezahlen immerhin in über 250.000 Etablissements sowie dem öffentlichen Personennahverkehr sein. Hier eine kleine Auflistung von möglichen Einsatzorten, die auch uns Deutschen nicht unbekannt sein dürften:

  • Lidl
  • McDonalds
  • Starbucks
  • KFC
  • BP
  • Subway

Doch wie bei so manch anderer Markteinführung steckt Apple Pay auch in Großbritannien in den Kinderschuhen. Es hapert momentan an fehlender Kompatibilität zu einigen Kreditinstituten wie HSBC (intern. Großbank mit Sitz in London). Das US-Unternehmen verspricht aber Nachbesserungen bis zum Herbst. Auf brauchbare Zahlen werden wir warten müssen.

Apple Pay - Kreditkarte - trafficmaxx


Apple Pay startet in Deutschland!

Gut, zugegeben, das stimmt so natürlich nicht ganz. Aber ich wollte die medienwirksame Überschrift schon jetzt einmal testen, denn es wird ganz sicher nicht mehr lange dauern, bis es auch hierzulande möglich sein wird, mit Apple Pay zu bezahlen. Und dafür gibt es deutlich Hinweise!

Das Wettrüsten hat längst begonnen.

So beobachten Commerce-Experten seit Beginn des Jahres einen deutlichen Anstieg bei der Umrüstung auf NFC-fähige Kassensysteme – und zwar beispielsweise auch bei Discountern wie Aldi.

Mobile Payment - Aldi Nord - trafficmaxx

Laut Bitcom soll sich die Zahl der NFC-fähigen Terminals aktuell auf rund 60.000 Stück belaufen. Das sind immerhin 8 Prozent aller Kassen in Deutschland. Tendenz: deutlich steigend. Übrigens sieht die Bitcom hier den eigentlichen Durchbruch beim Mobile Payment.

Wenn die Kassenterminals flächendeckend umgerüstet sind, wird das Bezahlen per Smartphone in kürzester Zeit einen Durchbruch erleben – Ulrich Dietz, Bitcom-Vizepräsident.

Wir sind das logische nächste Ziel.

Mal abgesehen davon, dass Apple die Ausweitung des eigenen Bezahldienstes auf Europa bereits im letzten Jahr angekündigt/versprochen hat, ist Deutschland zusammen mit Frankreich nach Großbritannien das nächste logische Ziel. Zwar liegt der Marktanteil der iPhone-Nutzer hierzulande mit circa 16 Prozent deutlich tiefer als bei unseren europäischen Freunden von der Insel (ca. 37 Prozent), aber dafür besitzen wir eine enorme Kaufkraft, auf die das Unternehmen nicht verzichten kann.

Apple Watch - Apple Pay - trafficmaxxEssenzieller Dienst der Smartwatch.

Außerdem liegen, wie auch Maik Klotz von t3n richtig feststellt, elementare Services der Apple Watch und des iPhones aktuell brach. Gerade das mobile Bezahlen per Smartwatch hätte schon seinen Reiz – auch wenn ich eigentlich kein Uhrenträger bin. Ein Argument, dass den nur mäßig anlaufenden Verkauf der „cleveren“ Apple-Uhr ankurbeln könnte. Mal schauen.

Und auch Samsung setzt zum Sprint an.

Samsung Pay - Mobile Payment - trafficmaxxEin weiterer Grund für Apple, nun auch in „Good-old-germany“ mit Apple Pay durchzustarten, mag der sein, dass auch die Konkurrenz natürlich nicht schläft. So wird beispielsweise Samsung Pay im September, zunächst in Südkorea und später den USA sowie Europa, an den Start gehen. Sogar China wird vom südkoreanischen Unternehmen bereits ab November versorgt. Dort ist Apple angeblich noch lange nicht soweit.

Bedenkt man, mit wie vielen Smartphones und ebenso wenigen Smartwatches der Hersteller aufwarten kann, dann könnte das auch Apple ein wenig in Zugzwang bringen. Zwar können beide Systeme problemlos nebeneinander existieren, aber der exklusive Gerätevorzug wäre unmittelbar dahin.


Fazit: Alles in allem, es geht voran – Mobile Payment kommt (vielleicht bald).

Während wir in Deutschland auf Apple Pay und den Durchbruch von Mobile Payment „warten“, die Briten sich über das neue bargeldlose Bezahlen „freuen“ können und die Amerikaner nun bald auch direkt an der Zapfsäule einer Tankstelle mit dem Smartphone oder der Smartwatch zahlen „dürfen“, steht eines schon mal fest:

Unsere Art online wie offline einzukaufen und zu bezahlen, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach in naher Zukunft signifikant wandeln.

Das heißt, dass sich auch Online-Shop-Betreiber frühzeitig mit der neuen Bezahlweise vertraut machen sollten!

Denn wir wollen es doch auch, oder?

Wobei es wirklich spannend wird, in wie weit die Menschen hierzulande bereit sein werden, auf den eigenen Geldbeutel zu verzichten.

Laut Bitcom könnten sich aktuell immerhin 3 von 10 Deutschen das Bezahlen mit dem Smartphone (oder der Smartwatch) vorstellen. Klar, die Jüngeren unter uns spricht Mobile Payment eher an als die Älteren. Aber die Jüngeren werden ja einst die Älteren sein und auf Facebook sind doch heute auch fast alle, nicht war? 🙂

 

Quellen und Links:

Inspiriert durch Mac & i und t3n.

Zum entsprechenden Beitrag (Umfrage) auf pyments.com.

Bitcom Artikel zum bargeldlosen Bezahlen.

Apple Pay Logo stammt von Wikipedia.

Die Werbebilder stammen von Apple, Samsung und Aldi Nord.

 
 

Kommentare

[…] Prozent lagen (jetzt 39,5%). Richtig spannend dürfte die Entwicklung werden, sobald hierzulande Mobile Payment etabliert ist. Das dürfte Online-Einkäufen noch mal einen enormen Vertrauensschub […]

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