E-Commerce: Entwicklung bei SEO, SEA und Social Media 2014

E-Commerce: Entwicklung bei SEO, SEA und Social Media 2014

150 150 Björn Hallmann

Im Fokus der Studie: die 177 größten in Deutschland aktiven Online-ShopsStudie SEO, SEA und Social Media bei deutschen Online-Shops 2014

Um den Titel des Absatzes zu vervollständigen: In der Studie „SEO, SEA und Social Media bei deutschen Online-Shops 2014“ werden die Aktivitäten der 177 „größten“ Online-Shops aus zwölf Bereichen wie Arzneimittel, Medien, Elektronik oder Kosmetik hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung (SEO), der Suchmaschinenwerbung (SEA) und des Social Media-Komplexes untersucht. Zu den ausgesuchten Online-Shops gehören auch die laut iBusiness 100 umsatzstärksten Shops in Deutschland. Durchgeführt wurde die Studie zum vierten Mal in Folge von der Online Marketing Agentur Aufgesang mit der Unterstützung von Searchmetrics. Die der Studie zugrunde liegenden Daten stammen aus dem Mai 2014 sowie dem April 2013.

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Neben den allgemeinen Trends in den Bereichen SEO, SEA und Social Media gilt unser spezielles Interesse natürlich den Branchen, in denen unsere Kunden aktiv sind. So gehören zum Pool der untersuchten Online-Shops auch einige unserer Kunden wie OBI (Heimwerker), der apo-discounter (Arzneimittel) oder Yves Rocher (Kosmetik).


Take-aways Teil 1 – einige SEO-Fakten der Studie im Überblick:

  • Die klassischen organischen Suchergebnisse bleiben allgemein die bedeutendste Trafficquelle für deutsche Online-Shops (81,66 %). Das gilt besonders für die Bereiche: Arzneimittel, Elektronik und Kleidung.
  • Vergleichsweise geringer wiegt die Bedeutsamkeit der organischen Suche beim Bereich Büroausstattung. Hier wird mehr auf AdWords (allg. bei 9,34 %) und Universal Search (allg. bei 9,05 %) gesetzt.
  • Als Teil der Universal Search zeigen sich Google Places- bzw. Google Maps-Einträge als im Vergleich besonders wichtig für die Bereiche Heimwerker, Auto-Zubehör und Komplettsortiment. Vermutet wird eine hohe regionale Nachfrage vor allem für den Heimwerker-Bereich.
  • Ebenfalls eine gehobene Rolle scheinen Video-Ergebnisse für den Bereich Heimwerker sowie Medien und Komplettsortimente zu spielen. Diese werden von Google offenbar vergleichsweise häufig eingeblendet.
  • Die höchste Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen weisen die untersuchten Komplettsortiment-Shops wie beispielsweise amazon.de, otto.de oder baur.de auf.
  • Bei Bildern liegen die Online-Shops aus den Bereichen Heimwerker, Komplettsortiment, Medien und Möbel in puncto Sichtbarkeit vorn.
  • Generell konnten fast alle Shop-Arten bezüglich der organischen Sichtbarkeit im vergangenen Jahr zulegen. Eine Ausnahme stellen die Bereiche Kleidung und Kosmetik dar, die leicht an Sichtbarkeit verloren haben.
  • Neben der Bedeutsamkeit der klassischen organischen Suchergebnisse stieg auch die Präsenz der Universal-Search-Ergebnisse. Der Bedeutungsgewinn beruht vornehmlich auf der gesteigerten Relevanz von Google Places-Einträgen (bzw. Maps und Videos). Diese Entwicklung zeigt sich besonders stark in den Bereichen Medien, Möbel, Büroausstattung sowie Heimwerker.

Take-aways 2. Teil – einige SEA-Fakten der Studie im Überblick

  • Die bezahlte Suche per Google AdWords spielt vor allem für die Büroausstattung, aber auch die Bereiche Kosmetik und Kleidung eine starke Rolle.
  • Der teilweise signifikante Rückgang der Paid Visibility insbesondere in den Bereichen Medien, Komplettsortiment und Heimwerk lässt sich möglicherweise u. a. auf den ordentlichen Zuwachs der organischen Sichtbarkeit zurückführen. Mit anderen Worten: Die entsprechenden Shops könnten hierfür schlicht das Budget gesenkt haben, da sie offenbar auch ohne die Werbeform gut genug gefunden werden.
  • Der Bereich Spielwaren fährt offenbar zweigleisig – sowohl die Sichtbarkeit bei den organischen Suchergebnissen als auch jene bei den bezahlten Anzeigen stieg leicht.

Take-aways 3. Teil – Social Media: last, but not least!

  • Facebook fährt auch für die Online-Shops im Bereich Social Media weiterhin unangefochten auf der Poleposition.
  • Twitter wird im Social-Media-Mix insbesondere von den Bereichen Arzneimittel und Büroausstattung stärker genutzt.
  • Google+ hingegen nimmt eine überdurchschnittliche Rolle für die Branchen Auto-Zubehör, Elektronik, Möbel, Spielwaren und Medien ein.
  • Zudem bestätigte sich der Verdacht von 2013, dass Google+ im E-Commerce-Bereich Twitter an Bedeutung überholen würde.
  • Generell gilt, fast alle Branchen sind noch aktiver im Bereich Social Media geworden – vor allem aber Online-Shops aus den Kategorien Kleidung, Komplettsortiment und Spielwaren.


Kleines Fazit: ggf. Leseempfehlung!

Die wohl spannendste Erkenntnis der Studie ist die allgemein leicht gestiegene Bedeutsamkeit der organischen Suche gegenüber der bezahlten Suche und Universal Search in Deutschland. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass im Vergleich der entsprechenden Zeiträume die Präsenz der Shopping-Anzeigen und Universal Search-Ergebnisse zugenommen haben. Während der Traffic, der per Bilder erzeugt wurde, leicht rückgängig ist, stieg der Anteil bei Maps und Videos deutlich. Interessant ist auch die Entwicklung im Bereich Social Media, wo insbesondere Google+ gegenüber Twitter signifikant in diversen Bereichen an Bedeutung gewinnen konnte. Lassen sich erstellte Facebook-Beiträge dann doch einfach leichter und ohne großen Mehraufwand erfolgreich zusätzlich per Google+ verbreiten als im gesonderten Tweet-Format bei Twitter, insbesondere da die Nutzung von Google+ für zahlreiche Google-Produkte obligatorisch (geworden) ist? Das wären zumindest möglicherweise gleich zwei Gründe, die für den Erfolg des sozialen Netzwerkes von Google in diesem Bereich sprechen.

verteilung_SEM_traffic_gesamt_2014

Zusammenfassend liefert die Studie einige spannende Daten, die gerade für Online-Shops der untersuchten Brachen von Interesse sein dürften. Grundsätzlich wird klar, die organischen Suchergebnisse bleiben von enormer Bedeutung in Deutschland. Google hat den Bereich Universal Search signifikant ausgebaut, dementsprechend gilt es für Unternehmen hier ggf. Futter zu liefern. Der Bereich Social Media gewinnt weiter an Bedeutung und davon können vor allem Facebook sowie Google+ profitieren.

Die gesamte Studie steht (fast) kostenfrei zum Download zur Verfügung. Eine Leseempfehlung gilt mindestens für alle Online Marketing-Interessierte und Online-Shop-Betreiber.

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