E-Commerce: Die Payment-Trends für 2014

E-Commerce: Die Payment-Trends für 2014

150 150 Björn Hallmann

Der Onlinehandel wächst und gedeiht, das tat er in den vergangenen Jahren und das wird er auch in diesem Jahr wieder tun. Aber die Anforderungen und Rahmenbedingungen werden komplexer und es gilt auch 2014 neue Herausforderungen zu meistern und sich möglicherweise sogar ganz neuen Geschäftsmodellen zu stellen. Hierzu lieferte kürzlich Mirko Hüllemann, der seines Zeichens Geschäftsführer der Heidelberger Payment GmbH (kurz Heidelplay) ist, seine Payment-Trends für das kommende Jahr. In dem Artikel, der auf t3n veröffentlicht wurde, spricht er über die fünf großen Themenschwerpunkte, die er für 2014 erwartet: Internationalisierung, Abo-Commerce, Markplätze, Omni-Channel und Mobile Payment.e-commerce_warenkorb

Doch zunächst ein kleiner Rückblick für den ”deutschen Online-Handelsraum“. Im Mai dieses Jahres veröffentlichte das Institut für Handelsforschung (IFH, Köln) die E-Commerce-Zahlen für das Jahr 2012 und setzte sie in Relation zu den Ergebnissen von 2007. Die folgende Grafik zeigt u.a., wie hierzulande der Umsatz einzelner Sortimentsbereiche in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist, welche Bereiche besonders erfolgreich wirtschafteten und wo noch Potenzial nach oben besteht. Wenngleich auch nicht jeder Sortimentsbereich online dieselben Chancen aufweist, so sieht aber auch das IFH beispielsweise bei Möbeln und Heimwerkerbedarf noch Spielräume und liegen gelassene Umsätze.

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Insgesamt stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr übrigens allein in Deutschland um 15 Prozent.

  • Internationalisierung

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Quelle: rockcohen, flickr.

Von den allgemeinen Aussichten des Onlinehandels zurück zu den Payment-Trends 2014. Das erste große Thema das Hüllemann anspricht, ist die zunehmende Internationalisierung. E-Commerce ist bekanntlich längst auch in Deutschland angekommen und hat sich gegenüber dem stationären Handel endgültig etabliert. Die Akzeptanz geht sowohl von den Konsumenten als auch von den Händlern aus. Die eigene Ware, die eigene Dienstleistung online wirkungsvoll zu präsentieren ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Der nächste Schritt ist die Ausweitung des Angebotes auf die internationale Ebene. Hier verweist Hüllemann nicht nur auf das Potenzial, sondern nennt auch Notwendigkeiten, mit denen sich Händler auseinandersetzen müssen. Den eigenen Onlineshop in mehreren Sprachen anzubieten, das reicht allein nicht aus. Logistische Herausforderungen müssen gelöst und landesspezifische Zahlungsmittel angeboten werden. In beiden Fällen gilt es, sich das Wissen um Besonderheiten anzueignen und diese in das eigene System zu integrieren.

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Während die Umstellung auf den europäischen Zahlungsraum SEPA besonders für viele kleinere Unternehmen zur Belastungsprobe werden könnte, sollte die Veränderung auch dazu beitragen finanzielle Abwicklungen im Internet vereinfachen.

  • Abo-Commerce

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Quelle: Rexhep-bunjaku, wikimedia commons.

Während sich bei Onlinespielen die Abonnements derzeit tendenziell auf dem Rückzug befinden und der Begriff im Allgemeinen bei vielen Menschen negative Assoziationen hervorruft (Stichwort: Abofallen), sieht Hüllemann eine rosige Zukunft für den dazugehörigen E-Commerce-Bereich. Insbesondere in den Bereichen Kosmetik, Kleidung und Lebensmittel stieg die Beliebtheit von Abo-Modellen. Bevor jedoch im Abo-Commerce durchgestartet werden kann, gilt es zunächst im eigenen Shop ein möglichst einfaches sowie sicheres Payment-Modul zu integrieren. Regelmäßige Zahlungen, Fehlbuchungen oder auch die Verwendung von diversen Zahlungsmitteln (Achtung: Internationalisierung!) müssen unkompliziert und schnell verwaltet werden können.

  • Marktplätze

Online Marktplätze

Quelle: Rexhep-bunjaku, wikimedia commons.

Mit seinem dritten Trend geht Hüllemann auf die Marktplätze ein, die sich zunehmend im Netz verbreiten. Ähnlich wie bei Amazon werden dort Produkte Dritter direkt angeboten. Während kleinere Shops bzw. Plattformen das Marktplatzmodell schon länger für sich entdeckt haben, ziehen hier, so Hüllemann, auch immer mehr die Big Player nach. Da sich die Betreiber der virtuellen Markplätze bislang in einer rechtlichen Grauzone tummelten, war es dringend notwendig Rechtssicherheit beim Transaktionsmanagement zu erhalten. Diese liefert nun eine klare Richtlinie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Demnach sind:

„Plattformbetreiber dazu verpflichtet, eine Lizenz gemäß Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) zu beantragen oder Transaktionen über ein zugelassenes Zahlungsinstitut beziehungsweise über eine Bank abzuwickeln.“

Die Zahlungs- oder Geldinstitute schließen entsprechende Verträge mit den Betreibern der Marktplätze sowie den einzelnen Händlern ab. Laut Hüllemann bieten einige Institute bereits adäquate Registrierungsportale an, in denen Onlinehändler ihre Vertragsdaten hinterlegen können.

  • Omni-Channel

Omni-Channel

Quelle: daniel_iversen, flickr.

Während der Begriff vor zwei Jahren noch kaum präsent war, hat der Omni-Channel heute den Hype um den Multi-Channel längst abgelöst. Kunden nutzen unterschiedliche Möglichkeiten zur Findung ihrer Kaufentscheidung, und zwar am allerliebsten parallel und nicht der Reihe nach. Auf diesem Prinzip beruht der Omni-Channel, den Hüllemann auch 2014 weiter im Aufwind sieht. Wer jedoch bei seinen Kunden omnipräsent sein möchte, der sollte auch:

„[…] die neuen Möglichkeiten zahlungstechnisch adäquat abbilden und abwickeln lassen, etwa […] mithilfe derselben Payment-Software […].“

  • Mobile Payment

Der letzte Trend, den Hüllemann für 2014 vorstellt, scheint selber bereits schon jetzt omnipräsent zu sein. Überall wird vom Mobile Payment berichtet. Schlagwörter wie Start-ups, Apps und Datensicherheit umkreisen das spannende Thema und im Zusammenhang mit dem rasant gestiegenen mobilen Internet liegt die Ausweitung sprichwörtlich auf der Hand. Bislang hat sich zwar weder ein bestimmter Service noch Mobile Payment selber wirklich durchgesetzt, wenngleich es auch vereinzelt schon vorzeigbare Erfolge gibt, aber das sich die Technologie im nächsten Jahr rasant weiterentwickeln wird, da ist sich Hüllemann nachvollziehbarerweise ganz sicher.

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Quelle: HLundgaard, wikimedia commons.

Mindestens an diesem Trend wird wohl kaum jemand langfristig vorbeikommen und es ist durchaus vorstellbar, dass das E-Commerce-Jahr 2014 ganz im Zeichen eines Kleinkrieges um die Spitzenplätze im Mobile Payment stehen wird. Es wird um Bündnispartner gehen, es wird um Kundengewinnung gehen und es wird um eine ganze Menge Vertrauensbildung gehen müssen.


Wenn Sie sich für den gesamten Artikel von Mirko Hüllemann auf t3n interessieren, dann folgen Sie bitte diesem Link.

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