Amazon Go: Das Aus für den Einzelhandel?

Amazon Go: Das Aus für den Einzelhandel?

150 150 Björn Hallmann

Kaum hat Amazon sein neues Shopping-Konzept „Amazon Go“ vorgestellt, pfeifen die Spatzen von den Dächern wieder das Lied vom Tod für den klassischen Einzelhandel. Sollte der Shopping-Gigant seine vollmundigen Versprechen flächendeckend in die Tat umsetzen, könnte es aber tatsächlich ungemütlich für viele stationäre Händler werden.

Doch ruhig Blut. Schauen wir uns die aktuellen Informationen zu Amazon Go erst einmal an und warten dann die weitere Entwicklung ab. Wegschauen geht in keinem Fall!

Introducing: Amazon Go – Einkaufen von morgen!

Es hört sich eigentlich ganz nett an. Sie gehen in einen Store von Amazon Go, checken mit Ihrem Smartphone per Amazon Go-App beim Reinschlendern ein und kaufen dann ohne weitere Berührungspunkte im Laden ein. Voilà – und Sie gehen wieder!

  • Keine Kasse
  • Keine Schlange
  • Kein Warten

Gezahlt wird unmittelbar über den eigenen Amazon-Account. Aber sehen Sie sich Amazon Go selbst an:

Zu Kaufen gibt’s im Store zunächst vornehmlich frische Snacks, Getränke, Fingerfood und Ähnliches. Ob es dabei bleibt, darf bezweifelt werden. Zumindest dann, wenn das Konzept Erfolg hat. Verortet ist das erste der Lokalgeschäfte in Seattle (Washington) und eröffnet werden soll es zu Beginn des nächsten Jahres.

Steht da nun eine Revolution des Einzelhandels an?

Ja und Nein! Gesetzt den Fall, dass Amazon Go richtig durchstartet und sich schnell über weitere Standorte, Städte sowie Länder verbreitet, darf das Ergebnis sicher als echte Revolution bezeichnet werden. Allerdings weniger, weil andere Händler gegebenenfalls schnell nachziehen müssten und wir bald vollkommen bargeld- sowie kontaktlos einkaufen können. Sondern vielmehr, weil der Shopping-Gigant eine letzte Bastion alteingesessener Händler erobern würde.

Amazon wäre in dem Fall omnipräsent und dürfte den stationären Background außerdem zur Stärkung seines Same Day Delivery– und Fresh-Angebotes nutzen. Ganz zu schweigen vom unermesslichen Datenschatz, der sich aus dem Kaufverhalten sowie den Bewegungsdaten (usw.) der Kunden ergeben würde. Ja, wenn Amazon Go Schule macht, steht uns definitiv eine signifikante Veränderung des Einzelhandels ins Haus.

Aber ist das Konzept an sich nun so revolutionär? Mitnichten! Eigentlich warten wir doch alle nur darauf, dass wir kontaktlos shoppen gehen können – ganz gleich, ob wir bargeldloses Bezahlen nun mögen oder nicht. Mit anderen Worten: Amazon kann es sich schlichtweg leisten, einen groß angelegten Test zu wagen und damit gegebenenfalls auch gleich den stationären Händel zu revolutionieren. Außerdem bringt das Ganze ja auch diverse genannte Vorzüge für den E-Commerce-Mogul mit sich.

Fazit: Abwarten, aber nicht nur Tee trinken!

Nichts wird so heiß gegessen. Schauen wir erst mal, wie sich Amazon Go macht und wie die Kunden es annehmen – insbesondere in konservativeren Ländern wie Deutschland. Der Einzelhandel selbst wird sich ohnehin weiterentwickeln müssen, wenn er gegen Online-Angebote wie Same Day Delivery oder VR-Shopping bestehen will. Totgesagte leben in diesem Fall nur länger, wenn Sie bereit für echten Service und notwendige Veränderungen sind.

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Lesetipp: Ebenfalls wegweisend könnte der Krieg der Suchmaschinen bei der Produktsuche werden: Amazon versus Google!

Quellen + Links:

Hier finden Sie die offizielle Website zu Amazon Go.

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