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Wissen was gesagt wird – Tutorial: Social Media Monitoring mit Netvibes

19. Juni 2012 in Analyse & Controlling | 8 Kommentare

Social Media MonitoringWenn man Inhalte in einem sozialen Netzwerk einstellt, sollte man sich immer bewusst sein, dass man damit auch ein gutes Stück Kontrolle über die eigenen Inhalte aus den Händen gibt. Als Unternehmensseite postet man öffentlich, d.h. jeder kann die Posts lesen, teilen und kommentieren. Das Gesagte kann sich schnell verbreiten und unter Umständen auch einmal falsch ausgelegt werden. Daher ist es wichtig, immer den Überblick darüber zu behalten, was über das Thema oder das Unternehmen in den sozialen Netzwerken gesagt wird. Den Überblick behalten bedeutet: Monitoring betreiben. Das ist die vielleicht wichtigste und erfolgskritischste Aufgabe im Social Media Marketing. Nur wer weiß, was gerade passiert, kann angemessen reagieren oder sich auf kommende Situationen vorbereiten.

1. Was ist Monitoring

Der Begriff Monitoring im Social Media ist nicht so genau definiert. In der Regel fallen darunter zwei Hauptaktivitäten, von denen die letzte wohl die Kernbedeutung von „Monitoring“ ist:

  • Erfolgsmessung der eigenen Maßnahmen
  • Überwachung dessen, was über mein Thema oder Unternehmen gesagt wird

Der erste Aspekt – die Erfolgsmessung – ist ein ganz eigenes Thema und kann nicht so einfach losgelöst von einer Gesamtkampagne behandelt werden. Hier geht es immer darum, den Effekt zu überprüfen, den die durchgeführten Maßnahmen im Hinblick auf die zuvor definierten Kampagnen-Ziele hatten. Dazu stehen zahlreiche Tools zur Verfügung. Das einfachste  kennen Sie vielleicht bereits: Die Facebook Statistiken. Daneben gibt es noch unzählige weitere, von denen gerade für kleinere Unternehmen vor allem Google Analytics in Frage kommt.

In diesem Artikel wird es jedoch hauptsächlich um den Bereich Themenverfolgung, also um Monitoring im klassischen Sinne gehen.

In diesem Sinne ist das Ziel einer Monitoring-Maßnahme, immer auf Stand zu sein, im Hinblick auf das, was über mein Thema oder mein Unternehmen gesagt wird. Das Ganze hat natürlich einen tieferliegenden Zweck: Unterm Strich geht es darum, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, um angemessen darauf reagieren zu können.

Monitoring-Tools und Anbieter gibt es wie Sand am Meer. Viele der oft kostenpflichtigen Tools werden aber erst ab einem größeren Kampagnenumfang wirklich sinnvoll. Für kleinere und mittlere Unternehmen helfen oft auch kostenlose Lösungen, die, wenn sie richtig eingerichtet und bedient werden, effiziente mittel sind, die Diskussion in Echtzeit zu verfolgen. In diesem Tutorial können Sie lernen, wie man sich so eine kostenlose Monitoring-Zentrale einrichtet.

2. Monitoring über das Netvibes Dashboard

Netvibes ist in der kostenlosen Version zuerst einmal nichts weiter, als ein Dashboard, ein virtueller Platz auf dem man die verschiedensten Dinge ablegen kann.

Social Media Monitoring mit netvibes

Zusätzlich gibt es das Tool mit zahlreichen Premium-Features, die aber zuerst einmal nicht zwangsläufig von Interesse sein müssen.

Wir richten unsere Monitoring-Zentrale über die kostenlose „Basic“ Version ein.

Durch einen Klick auf „Go Basic“ können wir schon sofort loslegen.

Monitoring Dashboard in Netvibes erstellen

Wie man sehen kann, ist eigentlich vorgesehen, thematische Dashboards anzulegen. Man würde also hier für jedes Thema, das man beobachten möchte, ein eigenes Dashboard anlegen. Da man mehr Dashboards anlegen kann, als man eigentlich braucht, spricht nichts gegen diese Möglichkeit. Um aber eine echte Zentrale für ein Unternehmen oder eine Kampagne einzurichten, bevorzuge ich, ein echte Firmendashboard und regle die thematische Unterteilung später, indem ich auf Reiter zurückgreife. Letztlich kann man das aber halten, wie es einem beliebt, wie man glaubt, effizienter arbeiten zu können.

Im nächsten Schritt gibt man dem Dashboard einen Namen und bestätigt durch „Dashboard it“. Nun erhält man die Möglichkeit sein Dashboard über ein Bild zu personalisieren. Ist das erledigt, stellt uns Netvibes die Startversion des Dashboards zur Verfügung. Nun sollte man sich zuerst einmal als Nutzer registrieren, damit die Seite auch gespeichert werden kann. Ist das erledigt, kann mit dem Einrichten der zentrale begonnen werden.

Erste Ansicht Monitoring Dashboard

In einem wichtigen ersten Schritt, löschen wir erst einmal alles, was uns Netvibes da anbietet.

Die Widgets (Infokästen) lassen sich durch Klick auf das Kreuz rechts oben in jedem Widget löschen. Nun muss man nur noch bestätigen und das Widget ist verschwunden.

Widget Google Blogsuche

Widget speichern Google Blogsuche

Nach einigen Minuten ist dann das Dashboard schön aufgeräumt und Sie können damit beginnen, es nach Ihren Vorstellungen und Anforderungen neu einzurichten. Dazu brauchen sie zuerst einmal einen Überblick darüber, welche Themen und Schlagworte für sie relevant sind. Solche Schlagworte rekrutieren sich aus den konkreten Zwecken und Themen ihrer Social Media Präsenz und können sein:

  • Schlagworte zur Kundenakquise („Suche Versicherung“, „guten Versicherer“,…)
  • Schlagworte zum Unternehmen („testversicherer“, „Versicherer Bremen“,…)
  • Schlagworte um Themen und Trends zu identifizieren („Brauche Versicherung“, „Neuerung Versicherung“, „Hilfe Versicherung“…)
  • Schlagworte die mit konkreten Produkten in Verbindung stehen („Unfallschutz“, „Rechtsschutz“, „Beste Lebensversicherung“, „berufsunfähigkeit“,…)
  • Schlagworte zur Konkurrenzbeobachtung („Versicherungsbüro XY“,…)
  • Schlagworte um Stimmungen einzufangen („Versicherung Bremen zufrieden“, „Versicherung betrogen Bremen“, „Schlechte Beratung Bremen“, „Testversicherer zufrieden“, „Testversicherer unzufrieden“)

Lassen Sie hier zuerst einmal ihrer Phantasie freien Lauf. Es ist besser sie haben 20 Phrasen zu viel überwacht, als 20 zu wenig. Im Nachhinein können Sie immer noch ausbessern, unnütze Widgets löschen und neue hinzunehmen. Welche Begriffe für Ihren speziellen Fall wirklich sinnvoll sind, muss die Erfahrung zeigen.

Mit den relevanten Begriffen im Gepäck, machen wir uns jetzt daran, unser Board zu gestalten. Wir brauchen jetzt neue Widgets und die finden sich im Bereich „Inhalte hinzufügen“ links oben in der Navigation.

Social Media Monitoring weitere Inhalte

Bevor Sie neue Widgets hinzufügen, müssen Sie für sich bestimmen, wie sie die Widgets anordnen wollen. Dazu stehen Ihnen Reiter zur Verfügung. Sie können jetzt die Reiter je nach gescanntem Kanal oder je nach Thema ordnen. Letzteres trägt in meinen Augen der Übersichtlichkeit bei.

Reiter auf MOnitoring Dashboard erstellen

Sie können die einzelnen Reiter dann nach Ihren Vorstellungen benennen und mit Leben füllen. Die für den Anfang richtigen Inhalte finden Sie im Inhaltsbereich unter „Wichtigste Widgets“.

Wichtigste Widgets in Netvibes

Hier stehen Ihnen zahlreiche Widgets zur Verfügung, wie etwa eine Facebook-, Foren-, Blog oder Twittersuche. Wer hier die richtigen Helfer wählt, kann das ganze Netz nach seinen Schlagworten absuchen. Um ein Widget hinzuzufügen, klickt man auf das Plus in der linken oberen Ecke der Widget-Icons. Prompt erscheint das Widget im geöffneten Reiter und muss nun noch modifiziert werden.

Facebook Monitoring

 

Durch einen Klick auf das Zahnrad, können die Einstellungen für das Widget verändert werden.

 

Facebook Suche für Netvibes

Im Punkt „My Search“ gibt man nun den relevanten Suchbegriff aus der Schlagwortliste ein. In diesem Fall „Suche Versicherung“ und stellt die Sprache auf Deutsch (vorausgesetzt man möchte nicht global agieren).  Bestätigt man nun durch „OK“ liefert uns das Widget viele öffentliche, deutschsprachige Facebook-Posts, die das eingegebene Schlagwort enthalten.

Spracheinstellung Facebook Monitoring

Genau so können wir jetzt mit den Widgets für Foren, Blogs, Twitter und Youtube verfahren. So kann man zuerst einmal die wichtigsten Kanäle nach den eigenen Schlagworten durchforsten.

Überblick Dashboard

Grundsätzlich kann man aber nicht davon ausgehen, dass wirklich alle Beiträge durch ein einzelnes Widget auch gefunden werden. Daher empfiehlt es sich immer, weitere Widgets zur Unterstützung hinzuzuziehen. Dazu bedienen wir uns eines globalen Social Media Suchdienstes: topsy.com oder socialmention.com. Dort können wir unsere Schlagwörter ebenfalls in eine Suchmaske eintragen, nach Sprache Datum und Netzwerk ordnen und uns die Ergebnisse direkt auf unser Dashboard schicken lassen.  Da beide Seiten ihre Stärken und Schwächen haben, gehen wir wieder auf Nummer sicher und lassen uns von beiden Anbietern versorgen.

Dazu klicken wir, nachdem die Suchergebnisse erschienen sind, auf den Button „RSS Feed“ in der rechten oberen Ecke der Suchergebnisseite.

Topsy Monitoring

In unserem RSS-Reader (etwa FeedDemon Lite) erscheint jetzt ein Link den wir kopieren.

RSS Reader in Netvibes

Diesen Link nehmen wir nun mit zu unserem Netvibes-Dashboard.

Im Inhaltsbereich, unter dem Reiter „Feed hinzufügen“ befindet sich ein Eingabefeld, in welches wir unseren link kopieren und mit Feed hinzufügen bestätigen.

RSS Feed einrichten

Wenn alles gut geht, erscheint jetzt ein Widget-Icon.

Widget Icon RSS

Mit einem Klick auf das Plus wird der Feed dem geöffneten Reiter hinzugefügt.

Neuer Reiter Topsy

Dieselbe Technik wenden wir jetzt an, um uns relevante Google Alerts auf das Dashboard zu holen. Google Alerts sind automatisierte Benachrichtigungen, für den Fall, das ein neuer Beitrag irgendwo im Netz zu bestimmten Schlagworten auftaucht.

Um Google Alerts nutzen zu können, benötigt man ein Google-Konto. Sie können sich einfach ein solches einrichten, indem Sie auf der Startseite von Google rechts oben auf „Anmelden“ und dann „Registrieren“ klicken. Nun noch das Formular ausfüllen und Sie haben ein eigenes Google Konto nebst Google plus Profil und Mail-Adresse zur Verfügung.

In Google anmelden

Von diesem Konto aus können  wir jetzt alle Google-Produkte nutzen.

Uns interessiert an dieser Stelle nur Google Alerts, das sich am leichtesten über die Suchmaske finden lässt.

Google Suche Alerts

Ein Alert lässt sich ziemlich einfach anlegen. Im Prinzip handelt es sich dabei auch um nichts anderes, als eine automatisierte Google-Suche.

Google Alert einrichten

Wir fügen also unseren Suchbegriff ein, teilen dem Werkzeug mit, dass wir alle Ergebnistypen bereits bei der Veröffentlichung und im gesamten Umfang zur Verfügung gestellt bekommen wollen. Die Ergebnisse sollen dann nicht, wie standardmäßig eingestellt an unsere Google-mail-Adresse geschickt werden, sondern in einen RSS Feed.

Jetzt erstellen wir den Alert.

Der Alert findet sich jetzt im Google Reader.

Google Alert Übersicht

Durch Rechtsklick auf den Alert können wir die URL des RSS-Feeds kopieren und wie bereits erklärt, in unser Netvibes-Dashboard einfügen.

Google Alert importieren

Mit der Zeit wird sich der Alert dann mit den neuesten Treffern der Google-Suche zu den eingegebenen Suchbegriffen füllen.

Google Alert Feed

Jetzt haben wir im Prinzip unser Dashboard und den ersten Reiter für unser erstes Schlagwort.

Dashboard für erstes Keyword

So können wir jetzt für alle weiteren Schlagwörter oder Schlagwortgruppen verfahren und das Internet im Hinblick auf für uns interessante Themen und Diskussionen im Blick behalten.

So lässt sich mit relativ einfachen Schritten eine kostenlose Monitoring-Zentrale einrichten, die sich in dieser Form durchaus für kleiner Unternehmen eignet, die ihre ersten Schritte im Sozialen netz unternehmen. So gut diese kostenlose variante auch funktionieren mag: sobald die eigene Präsenz umfangreicher wird, die eigenen Inhalte  und die involvierten Mitarbeiter zahlreicher, muss dieses Dashboard um weitere schlagkräftige Tools ergänzt werden. Nicht desto trotz ist ein Netvibes-Dashboard ein guter Start ins Thema Monitoring und sollte, sofern es richtig eingerichtet ist, allen Anforderungen von kleineren Unternehmen genügen.


 
 

Kommentare

[…] Das ist in meinen Augen eine recht deutliche Sprache: man ist sich der Tatsache Bewusst, dass man unter Umständen die Macht hat, einem Unternehmen echte Probleme zu bereiten und man ist bereit, diese Macht zu nutzen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen, welche die Nutzer an den Umgang mit Kritik stellen. Und entsprechend genau sollten Unternehmen die Aktivitäten in den Sozialen Medien beobachten. […]

Ich darf ergänzen, dass es auch Widgets gibt, mit dem man HTML Code in eine Monitoring-Oberfläche unter Netvibes integrieren kann. So lassen sich zum Beispiel Auswertungen von Twittercounter anzeigen. Ich habe dies vor drei Monaten auf meinem Blog in einem ganz ähnlichen Posting vorgestellt: http://www.vibrio.eu/blog/?p=3706.

Danke für den Hinweis. Ich glaube, diesen (und deinen) Artikel könnte man noch um gut 50 Seiten verlängern. Netvibes ist mit seiner Fülle an Widgets einfach ideal, um sich ein Dashboard für jedes Bedürfnis zusammenzustellen. Und ja: ich bin schon ein wenig Fan 🙂

Fan? Dann sind wir schon zu zweit 😉 Ich habe aber immer ein wenig Sorge, dass man sich mit kostenlosen Tools ausliefert. Der Anbieter ändert was und wir müssen nacharbeiten. Im schlimmsten Fall wird ein Tool einfach eingestellt. Aber es ist allemal ein recht guter Einstieg für Unternehmen, die kein Geld und wenig Aufwand investieren wollen. In diesem Sinne: „Good netvibrations“!

Ebenso 😉

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