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Sprachsteuerung – der Tod der grafischen Benutzeroberfläche?

20. Januar 2017 in Allgemein | keine Kommentare

Titelbild Sprachsuche, digitale Assistenten und SEOImmer mehr Menschen nutzen digitale Sprachassistenten für unterschiedlichste Dinge wie die Google Suche oder die Online-Bestellung bei Amazon. Jetzt prognostizieren Experten den baldigen Untergang der grafischen Benutzeroberfläche.

Aber sind die Prognosen realistisch? Ein paar Überlegungen zur Sprachsteuerung – leben Totgesagte nicht länger?!

Die grafische Benutzeroberfläche hat sich überlebt!

In den letzten Tagen war anlässlich des Jahreswechsels und der CES (Consumer Electronics Show) wieder viel über kommende Trends zu lesen und zu hören. Hierzu zählt unter anderem auch die Prognose von Shaw DuBravac, seines Zeichens CTA-Analyst (Consumer Technology Association/CES-Veranstalter), dass sich grafische Benutzeroberflächen bald schon überlebt haben.

Mit den Möglichkeiten von beispielsweise Amazons Alexa oder Googles Sprachassistenten nimmt die Notwendigkeit von grafischen Darstellungen zunehmend ab und die Optimierung auf sprachgesteuerte Systeme entsprechend zu. Laut CTA wurden bereits bis heute rund 5 Millionen sprachgesteuerte Geräte verkauft. Gemeint sind damit Geräte wie Amazons Echo. Eine Zahl, die sich allein in diesem Jahr verdoppeln soll.

Besonders erfolgreich zeigt sich derzeit Amazon mit Alexa. Die Sprachassistentin zieht insbesondere per Echo in immer mehr Haushalte ein und hat längst das Interesse weiterer Unternehmen wie Martian oder Lenovo geweckt. Aber auch Google, Apple und Microsoft sowie diverse weitere Tech-Giganten bieten mehr oder weniger erfolgreich digitale Sprachassistenz an.

Schwächen digitaler Assistenten lassen Zweifel an der Prognose aufkommen.

DuBravac wäre freilich kein Fachmann, wenn er nicht um die vielen Kinderkrankheiten digitaler Sprachsteuerungen wüsste. So nennt er beispielsweise das Standardproblemchen, dass die Assistenten noch immer viele Sprachbefehlen falsch verstehen und verweist auf vergleichsweise sinnfreie Funktionen wie die Möglichkeit, die Temperatur des Kühlschrankes per Zuruf zu regulieren.

Exkurs: Wie anfällig Sprachsteuerung noch sein kann, hat ja Amazons Alexa gerade auf amüsante Weise unter anderem mit der versehentlichen Puppenhaus-Bestellung untermauert.

Siri Cortana Alexa Google Now

Allen Schwächen zum Trotz, am Ende wird sich die grafische Benutzeroberfläche selbst überlebt haben. Das steht zumindest für DuBravac fest. Doch ist das in absehbarer Zukunft wirklich zu erwarten?

Laut einer Prognose von statista wird die Zahl der weltweiten Nutzer digitaler Sprachassistenten von derzeit rund 500 Millionen in fünf Jahren auf etwa 1,8 Milliarden steigen. Das wäre immerhin circa ein Viertel der Weltbevölkerung. Derart vermeintlich positive Daten lassen sich aber haufenweise in ähnlich undifferenzierter Form finden. Die Aussagekraft bleibt insbesondere angesichts fehlender Nutzerintensität minimal.

Fazit: Abwarten – Entwicklung im Auge behalten!

Dass sich Sprachsteuerungen und Sprachsysteme in diversen Bereichen wie der Produktsuche, bei Wegbeschreibungen oder dem Vorlesen von Wikipedia-Artikeln profilieren werden, wird wohl kaum jemand bezweifeln. Es erscheint aber wenig überzeugend, dass deshalb der Tod grafischer Benutzeroberflächen auch nur mittelfristig zu erwarten ist.

Zum einen müssen sich Alexa und Co noch immens verbessern. Zum anderen gilt es, diverse Datenschutzfragen zu klären. Wollen wir, dass Siri, Alexa und Cortana permanent lauschen? Neue Funktionen und Angebote müssen sich erst im Alltag bewähren. Will ich meine Heizung, den Kühlschrank oder den Rechner per Sprache steuern können? Und was ist eigentlich mit der Virtual beziehungsweise Augmented Reality? Steht die grafische Benutzeroberfläche nicht gerade eben erst vor einer bedeutenden Weiterentwicklung?

laptop-cardboard construktiv VR-Team/LaborAlles in allem: Sprachsteuerung wird ganz sicher stärkeren Einfluss auf unsere Mediennutzung haben. Doch schon jetzt einen Totenschein für grafische Benutzeroberflächen auszustellen, erscheint mindestens fragwürdig. Auch führende Manager bei Apple oder Facebooks Chef Zuckerberg haben ähnliche Vorbehalte gegenüber bildschirmlosen Systemen wie Alexa. Der aktuelle Erfolg des Lautsprecher-Sprachsteuerung-Systems soll gar nicht in Abrede gestellt werden, aber keine visuellen Informationen liefern zu können, kann eben auch von großem Nachteil sein. Wie sagte der Apple-Manager Phil Schiller so passend? Alexa fehle der Bildschirm. 🙂

Titelbild Sprachsuche, digitale Assistenten und SEOLesetipp: Wenn Sie mehr zu Siri, Cortana und Alexa erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unbedingt die vierteilige Blog-Serie: Sprachsuche, digitale Assistenten und SEO!

Quellen und Links:

Via heise.de.

Das Titelbild ist eine Komposition aus OpenClipartVectors, gerald & DrSJS (pixabay).

 
 

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