Contentixx 2019 – Unser Recap von der Content-Marketing-Konferenz

Contentixx 2019 – Unser Recap von der Content-Marketing-Konferenz

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Content is Queen – unter diesem Motto fand die Contentixx 2019 vom 19. bis zum 20. März am Müggelsee in Berlin statt. Wir waren bei der Konferenz und den Vorträgen verschiedenster Referenten an beiden Tagen dabei. In unserem Recap erfahren Sie mehr über aktuelle Trends im Content Marketing.

Die Zukunft des Online Marketings

Dr. Kerstin Hoffmann – Dr. Kerstin Hoffmann Unternehmenskommunikation

Die Contentixx 2019 eröffnet Kerstin mit einer Keynote zur Zukunft des Online Marketings. Hier stellt sie klar, dass die technologische Zukunft des Online Marketings nicht vorhersagbar ist. Dennoch betont die Speakerin, dass künstliche Intelligenz und Virtual Reality auf dem Vormarsch sind und auch in Zukunft eine große Rolle spielen werden. Vor allem Voice Search und die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) bestimmen aktuell das Geschehen. Jeder Trend ist aber nur eine Übergangstechnologie und wird früher oder später wieder von neuen, innovativen Technologien abgelöst. Kerstin möchte deshalb vor allem das Bewusstsein zu Wandelbarkeit und Flexibilität stärken: Agile und professionelle Arbeitsweisen sowie einwandfreie interne Unternehmenskommunikation sind unerlässlich für schnelle Reaktionsfähigkeit auf neue Trends. Teamwork und Community sind wichtiger denn je.

Key Takeaways:

  • Voice Search und 5G sind auf dem Vormarsch.
  • Jeder Trend ist nur eine Übergangstechnologie zum nächsten Trend.
  • Unternehmen müssen Flexibilität und Wandelbarkeit beweisen, um im Wettbewerb zu bestehen.
  • Interne Unternehmenskommunikation ist (einer der) Schlüssel zum Erfolg.

Worldwide Content Marketing – Mit globalem Netz zu Stories aus fernen Ländern

Thorsten Wiese – dpa Deutsche Presseagentur

Thorsten geht in seinem Vortrag auf der Contentixx 2019 vor allem auf Unternehmens- und Produktpräsentation in Form von Bildern ein. Hier merkt der Referent an, dass viele Bilder von Unternehmen oft sehr heimatzentriert sind: Sie zeigen den Hauptstandort des Unternehmens und/oder Fotos der Mitarbeiter. Das ist einfach, weil sich diese Bilder mit wenig Aufwand produzieren lassen. Genau so simpel, aber auch nichtssagend und althergebracht sind Symbolbilder beispielsweise von einem Händedruck. Wer aus der Masse herausstechen möchte, entfernt Symbolbilder und setzt stattdessen auf authentische Bilder mit Markenbezug. Mit einigen Beispielen von Unternehmen, die ihre Produkte gekonnt und originell in Szene setzen, zeigt Thorsten gelungene Cases. Dabei müssen glaubwürdige Bilder nicht immer mit hohem Aufwand und/oder Budget verbunden sein. Unternehmen können beispielsweise ihre Mitarbeiter aktivieren, mit dem Smartphone Fotos aus Alltagssituationen zu machen.  Aus denen lässt sich authentischer Bildcontent erstellen. Dennoch sind gelungene Bilder nicht alles: Multimedialität ist wichtig.

Key Takeaways:

  • Weg von Symbolbildern.
  • Glaubwürdige Bilder mit Markenbezug verwenden.
  • Für authentische Fotos aus dem Unternehmensalltag ggf. Mitarbeiter aktivieren.

Klicke den Augenblick – Coole Social-Media-Fotos mit dem Handy

Elke Wessel – Intradus

Einen Ansatz zum Thema „Momente festhalten“ zeigt Elke auf der Veranstaltung am Müggelsee in ihrem Vortrag zur Smartphone-Fotografie. Wer hat schon mal von einer Agentur gehört, die für Kundenaufträge ausschließlich die Handykamera verwendet? Intradus hat dieses Konzept in die Tat umgesetzt und Elke zeigt auf der Contentixx 2019, was dahintersteckt. Ohne langweilige Sheets, dafür mit viel Begeisterung hat ihr Vortrag eher etwas von einem Workshop zum Mitmachen und Anfassen. Denn neben der App „Selfissimo!“ von Research at Google, die von der gesamten Audience zum Herumspielen heruntergeladen wird, stellt die Speakerin ihre Gimmicks für das Fotografieren mit dem Handy vor.

Social-Media-Fotos: Selfie

Foto mit der App Selfissimo!

Das Ringlicht für Selfies ist bestimmt fast jedem bekannt. Aber ein Tennisball, der oben auf das Handy gesteckt wird, damit der liebste Vierbeiner endlich mal in die Kamera schaut, war uns neu – und gefällt sicher auch dem Hobbyfotografen. Etwas professioneller geht es bei den Objektiven zu: Deshalb steht jetzt ein Makro-Objektiv zum Anklipsen an das Handy auf dem Einkaufszettel – endlich Nasenhaare im Detail fotografieren!

Social-Media-Fotos: Makro-Aufnahme

Makro-Aufnahme von Veras Hose

Zudem stellt Elke einen „Selfiestick“ der neuen Generation vor (den Monkeystick). Ihre Ratschläge für das „heimliche“ Fotografieren, verraten wir allerdings nicht.

Neben allgemeinen Tipps und Tricks für gute Fotos, die direkt im Anschluss am Müggelsee ausprobiert werden, empfiehlt die Speakerin zusätzlich zu Selfissimo! weitere Apps:

■             Blaue Stunde/PhotoTime

■             Photoshop App

■             Mirror Reflect

■             Abobe Spark

■             Plotterworse

Und hier unsere eigenen ersten Versuche professioneller Aufnahmen mit dem Handy:

 

 

 

 

 

 


Erfolgsfaktoren im Content Marketing

Oliver Ibelshäuser – One Advertising

Oliver erklärt auf der Contentixx 2019, dass bei 170 Millionen Google-Suchanfragen pro Tag in Deutschland 90 % der SERPs gar nicht wahrgenommen werden. Deshalb ist klar, dass nur High Performance Content gesehen wird. Um diese High Performance zu erreichen, ist es wichtig, die Marke, die Erwartung der Suchmaschine und den User Intent in Einklang zu bringen. Klar definierte Ziele und das Verständnis für den Kunden sind dabei das Wichtigste. Oliver gibt zehn Tipps für erfolgreiches Content Marketing:

  1. Fühlen Sie den Schmerz: Schauen Sie hinter die Fassade – Was läuft nicht und warum? „Echte“ Lösungen für Probleme finden, wie das Beispiel Neckermann veranschaulicht: Hier gab es kein Conversion-Problem. Allerdings haben User – mit negativer Auswirkung aufs Ranking – oft den Back Button genutzt, um eine Reiseanfrage zu ändern. Die contentseitige Abhilfe: Inspirativen Content als Alternative bieten und damit zum Weiterklicken anregen. In Bezug auf das Beispiel des Reiseveranstalters könnte das bedeuten: Ibiza gibt es nicht zum angemessenen Preis im gesuchten Zeitraum? Wie wäre es mit Mallorca?
  2. Skizzieren Sie die Erfolgsvision: Daten schaffen Argumente (beispielsweise: Unser Ziel ist, mit über 30 % der Seiten bei Google auf der ersten Seite der SERPs zu landen und mit über 20 % auf der zweiten Seite).
  3. Treten Sie selbstbewusst auf: Leitbild formulieren (Beispiel: Understanding, Structure, Engagement, Ranking); Google-Perspektive einnehmen (Verlinkung, W-Fragen, saubere Text- und Headline-Struktur, Usability); User-Perspektive einnehmen (Trust, Mehrwert, attraktive Inhalte, Antworten auf Fragen, Verständlichkeit).
  4. Zeigen Sie ihnen, dass Sie ihre Marke verstehen: Markenverständnis formulieren; Identität, Zielgruppe, USP, Kernverständnis berücksichtigen; Lösungen vorschlagen, statt Probleme zu skizzieren.
  5. Analysieren Sie die Wettbewerbssituation: In welchem semantisch-thematischen Umfeld erwarten wir die Wettbewerber? Spielen Sie eigene Vorteile aus.
  6. Tauchen Sie tief in die Zielgruppe ein: Personas anhand von gesammelten Daten auf der Mikro- und Makroebene detailliert definieren; Leitfragen formulieren (zum Beispiel: Welchen Nutzen erwartet meine Zielgruppe?).
  7. Kühne Ideen brauchen coole Bilder als Unterstützung: Mockups erstellen – der Kunde reagiert positiv, wenn er das mögliche Ergebnis schon vor Augen hat.
  8. Go deep: Bestehenden Content analysieren, Probleme verstehen, Lösungen skizzieren.
  9. Haben Sie einen roten Faden in Ihrer Success Story: Den Kunden immer im Loop behalten, ihn immer wieder abholen und einbeziehen, erreichte Teilziele formulieren und teilen.
  10. Zeigen Sie ihnen, dass es für Sie keinen wichtigeren Kunden gibt: Positive Zahlen direkt kommunizieren, täglich Top-Rankings reporten, Team Dashboard zur Verfügung stellen.

Key Takeaways:

  • Haben Sie den Kunden und sein Umfeld im Blick.
  • Analysieren Sie alles im Detail und auf mehreren Ebenen.
  • Kommunizieren Sie Probleme direkt und skizzieren Sie Lösungen.
  • Sehen Sie Content Marketing nicht als einsamen Wolf, sondern als Teil einer Herde.
  • Behalten Sie den Kunden immer im Boot.

Strategischer Blog-Aufbau mit klaren Performance-Zielen

Sven Deutschländer – dskom GmbH

Sven definiert auf der Konferenz in seinem Vortrag zum strategischen Blog-Aufbau zunächst einige Vorqualifikationen für einen gelungenen Text. So muss laut dem Speaker vor dem Schreiben die Zielgruppe des Texts feststehen und dessen Nutzen für den Leser bestimmt sein. Zudem muss der Text bereits einen Platz an geeigneter Stelle gefunden haben, damit er als Problemlösung einer Suchanfrage direkt auffindbar ist. Darüber hinaus soll der Content möglichst nur die definierte Zielgruppe ansprechen, da andernfalls die Streuverluste hoch wären. Eine breite Streuung des Contents auf mehreren Kanälen ist eine weitere Voraussetzung für den Erfolg.

Des Weiteren muss Content an der passenden Stelle im Funnel platziert sein, um den Leser abzuholen und zur Conversion zu führen. Hierfür lässt sich das AIDA-Modell nutzen. Vor allem muss Content zwingend eine Handlungsaufforderung enthalten – sonst sind Conversions unwahrscheinlich. Ist der Leser schließlich durch guten Content am Kauf des Produkts interessiert, müssen die Konditionen stimmen. Um das Produkt erfolgreich zu vermarkten, muss es qualitativ hochwertig und für den Käufer nützlich sowie verfügbar und preislich vertretbar sein. Ihr Produkt ist bei einem anderen Anbieter wesentlich günstiger? Dann wird Ihr potenzieller Kunde trotz gutem Content und Hinführung zum Produkt bei der Konkurrenz kaufen.

Key Takeaways:

  • Zielgruppe kennen, (Text-)Ziele definieren, Textnutzen bestimmen.
  • Content an richtiger Stelle auffindbar machen, auf mehreren Kanälen streuen.
  • Customer Journey beachten: Content anhand von AIDA an passender Stelle im Funnel platzieren – Touchpoints ermitteln und schaffen.
  • Handlungsaufforderungen im Text verwenden – sonst keine Conversion.
  • Produkt verfügbar und preislich vertretbar halten.
  • Erfolgskontrolle durchführen, strategisches SEO einsetzen.

Rezipienten lenken – So holst du das Optimum aus deinen Texten

Max Schmidt – contify

Max startet seinen Beitrag zur Contentixx 2019 mit einer kleinen, aber nicht unbedeutenden Begriffserklärung. Das Zauberwort lautet „Framing“. Framing bedeutet aus dem Englischen übersetzt schlicht „Rahmen“. Gemeint ist der Prozess der Einbettung von Ereignissen und Themen in ein Deutungsraster. Also: Hören wir das Wort „Hammer“, haben wir im Zusammenhang mit „Handwerk“ ein Werkzeug, beim „Auto“ aber einen „Hummer“ vor Augen. Teekesselchen, klar. Nichts Besonderes. Das Beispiel geht bereits in die Richtung, wie Texte mit passenden Worten die Gedankenwelt, Aufmerksamkeit und Emotionen des Rezipienten steuern. Beim Wording kommt es nicht nur darauf an, was ich sage, sondern insbesondere, wie ich es sage.

Dann führt Max ein „L“ ein. Er erweitert die AIDA-Formel um „Loyalität“ und spricht im Prinzip von der Kundenbetreuung nach dem Sale. Auch wenn After-Sale-Prozesse essenziell sind, geht aus dem Vortrag aus unserer Sicht nicht deutlich hervor, was das mit Texten vor der Conversion zu tun hat. Interessant wäre sicher, die Kundenbindung durch ehrliche und bedürfnisorientierte Inhalte bereits im Vorfeld der Conversion zu forcieren.

Anschließend beschäftigt sich der Beitrag kurz mit unnötigem Fachjargon, der richtigen Zielgruppenansprache und der verbesserten Visualisierung von Texten – beispielsweise durch den Einsatz von Fettungen, unterschiedlichen Schriftgrößen und Teasern. Außerdem spricht Max noch Videos, Bilder sowie W-Fragen an. Alles unterm Strich ganz richtig, aber eben auch Standard. Leider nicht viel Neues für uns. Trotzdem ein unterhaltsamer Beitrag und ein sympathischer Speaker.

Key Takeaways:

  • Framing/Wording – passende Begriffe -> Leser gedanklich und emotional mitnehmen.
  • An Standards denken:
    • AIDAL – Aufmerksamkeit, Interesse, Begehren, Aktion sowie Loyalität erzeugen.
    • Zielgruppengerechte Ansprache und Inhalte verwenden.
    • Auf unnötigen Fachjargon verzichten.
    • Fettungen verwenden und Schriftgrößen sowie die Positionierung der Inhalte bedacht wählen.
    • Bilder und Videos verwenden.
    • W-Fragen beantworten (zur Auseinandersetzung mit dem Text und für den Leser).
  • PDF „Rezipienten lenken“.

Mit YouTube zur „Love Brand“ – Die WG von eBay Kleinanzeigen

Pierre Du Bois & Simon Kaiser – eBay Kleinanzeigen

Für eBay Kleinanzeigen ergibt sich die Herausforderung, für die junge Zielgruppe attraktiv zu bleiben. Über den YouTube-Channel #Mehranzeigen möchte eBay Kleinanzeigen deshalb möglichst viel Zeit mit seinen Nutzern verbringen, denn dies wird als relevanteste KPI betrachtet. Die nachhaltige Nutzung des zweitgrößten sozialen Netzwerks bedient dabei den Marketing Funnel: Bekanntheit steigern > Uplift Consideration > Aufbau/Wachstum > Conversions. Die Videos auf #Mehranzeigen haben einen Sitcom-Charakter in Form einer WG und sollen damit den Nutzer unterhalten. Ziel dabei ist es, den Nutzer so gut zu unterhalten, dass er gerne bereit ist, sich ein zehnminütiges Video anzuschauen – ohne aufgrund von Langeweile abzuspringen. eBay Kleinanzeigen setzt dabei auch auf Langfristigkeit: Regelmäßiger neuer Content und Verlässlichkeit (jeden Donnerstag gibt es ein neues Video) sind wichtiger als kurze Viralität. Die Kundenbindung durch wiederkehrende Formate und fortlaufendes Storytelling steht im Vordergrund.

Key Takeaways

  • YouTube als Kommunikationskanal nutzen.
  • Nutzer mit regelmäßigem Input und fortlaufendem Storytelling binden.
  • Zeit mit dem Nutzer/der Community als wichtigste KPI.

Content Marketing & psychologische Faktoren, die erheblich zur Umsatzsteigerung beitragen

Vanessa Markowski – ReachX

Psychologie geht immer! Und so führt Vanessa die Teilnehmer ihres Beitrags zur Contentixx 2019 in die Welt zwischen Marketing, Hirnforschung und Psychologie -also ins Neuromarketing – ein. Ob wir wollen oder nicht: Die menschliche Psychologie ist ein permanenter Faktor, der unsere Gefühle, Entscheidungen und letztlich Taten beeinflusst. Am Anfang stehen Sehnsucht und Bedürfnis. Soweit so gut. Doch wie und warum treffen Menschen eigentlich Entscheidungen?

Hier kommt uns die Entscheidungspsychologie zur Hilfe: Entscheidungen treffen wir entweder intuitiv oder bewusst. Intuitive Entscheidungen fällen wir extrem schnell und ohne es in den meisten Fällen zu bemerken. Für bewusste Entscheidungen brauchen wir hingegen verdammt lange, dafür sind sie (mehr oder weniger) durchdacht. Im Marketing sollen beide Systeme angesprochen werden. Dabei gilt nach Vanessa Folgendes:

  1. Kennen Sie Ihre Zielgruppe -> Big Five (OCEAN-Modell) zur Persona-Erstellung nutzen:
    • Offenheit (Aufgeschlossenheit)
    • Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus)
    • Extraversion (Geselligkeit)
    • Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Teamgeist, Empathie)
    • Neurotizismus (emotionale Labilität und Verletzlichkeit)
  2. Kommunizieren Sie überzeugend (Stichwörter: Phonetik, Geschichte, Symbolik, Sensorik).
  3. Verkaufen Sie mit Integrität (glaubhaft und ehrlich).

Anschließend geht Vanessa noch kurz auf die sechs Prinzipien der Überzeugung ein*:

  1. Gegenseitigkeit – Menschen wollen sich für Gefälligkeiten revanchieren.
  2. Autorität – Menschen folgen Vorbildern (beispielsweise Influencern auf gleicher Flughöhe).
  3. Knappheit – Wird ein Angebot knappgehalten, steigt die Nachfrage.
  4. Konsistenz – Menschen handeln gern gewohnt. Ansichten ändern sie ungern.
  5. Sympathie – Menschen mögen Menschen, die ihnen ähneln und die sie attraktiv finden.
  6. Soziale Bewährtheit – Menschen folgen Gruppen (Bewertungen, Kommentare etc.).

*Die Kurzerklärungen zur Erläuterung nachträglich hinzugefügt.

Key Takeaways:

  • Verstehen Sie, wie Menschen Entscheidungen treffen und warum.
  • Kennen Sie Ihre Zielgruppe.
  • Kommunizieren Sie überzeugend.
  • Verkaufen Sie mit Integrität.
  • Nutzen Sie die sechs Prinzipien der Überzeugung.

Anmerkung: In eine relativ ähnliche Richtung geht der Beitrag „Psychologie + Website = Conversions“ von Sarah Weitnauer, die ebenfalls auf sehr unterhaltsame und spannende Weise Marketing und Psychologie in Einklang bringt. Wer ein bisschen Lust auf die Abgründe der menschlichen Psyche und das Potenzial zur Steigerung eigener Conversions hat, der findet mehr zum Thema auf ihrer Website: Psyketing.de.


SEMY-Award-Kampagne 2018: Content Marketing entlang der Customer Journey

Marco Lauerwald – UNIQ

Wissen Sie, was ein Schwanzflug ist? Nein? Echt jetzt, das gibt es wirklich! Und Marco und sein Team haben die Frage überzeugend ganzheitlich auf urlaubsguru.de beantwortet. In seiner Session auf der Contentixx 2019 zeigt Marco, worauf es beim Content Marketing ankommt:

  • Was will der Nutzer wirklich?
  • Welcher emotionale Trigger wirkt?
  • Wie biete ich ihm den besten Inhalt gegenüber allen anderen?

Klare Ansage: Wenn der Kunde beim Thema mitspielen will, muss er die Sehnsüchte und Bedürfnisse des Suchenden kennen und so gut wie möglich befriedigen. Das heißt: Zunächst gilt es, die Wünsche des Nutzers bestmöglich zu recherchieren. Hierzu setzen wir beispielsweise auf Tools, Foren- sowie Social-Media-Beiträge, Pinterest („großes Ding!“), Kundenfragen oder Erfahrungen aus dem Offline Store. Dann wird der Content gründlich geplant und anschließend professionell erstellt. Wenn möglich nutzen wir Text, Tabellen, Bilder, Grafiken etc. Die entscheidenden Fragen zum Thema müssen letztlich beantwortet werden. Das Ganze ist aufwendig und kostet Geld. Peng. Und macht es die Konkurrenz wirklich gut, machen wir es einfach besser! Logisch. 😉

Key Takeaways:

  • Kennen Sie Ihre Zielgruppe – stellen Sie den Nutzer in den Vordergrund: Was will er wirklich?
  • Nutzen Sie emotionale Trigger, um Nutzer zu packen.
  • Bestehen Content-Lücken? Füllen Sie diese und bedienen Sie das Nutzerbedürfnis.
  • Machen Sie Inhalte immer besser als alle anderen.
  • Arbeiten Sie plattformübergreifend.

Strategisches Content Marketing: Von der Marketing-Technik zur Management-Disziplin

Mirko Lange – Scompler Technologies

Vorweg: Doppelsitzung mit Mirko? Mitnehmen! Denn Mirko zählt zu den alten Hasen des Content Marketings. Auf der diesjährigen Contentixx macht er in seiner Session zunächst noch mal deutlich, womit wir es jeden Tag zu tun haben: einem Überangebot an Werbung und Produkten. Und irgendwo im Warenangebots-Dschungel wollen wir für uns oder unseren Kunden einen möglichst sichtbaren Platz ergattern. Um das zu erreichen, folgt laut Mirko die verzweifelte Suche nach dem Ausweg:

  • Paid Media! (Native Ads, Facebook Ads, Pinterest, …)
  • Influencer! (Influencer Marketing, Corporate Influencer, …)
  • Silo! (Sich in sein(en) (Be-)Reich zurückziehen)
  • Skalierung! (Bots, AI, Programmatic, …)
  • Snackable! (Visual Microcontent, …)
  • Emotion/Sensation! (AR, VR, Video, …)
  • Data! (Marketing Automation, Analytics, …)

Oder kurz: PISSSED.

Die Lösung: Echte, brauchbare Inhalte erzeugen und auf allen relevanten Kanälen nutzen. Denn:

  • Was ist eigentlich der Content einer 1 l Mineralwasser-Flasche?
  • Warum gibt es von einer Marke Wasser oft diverse Varianten (0,2 l, 0,33 l, 0,5 l, 1 l, 1,5 l, Glasflaschen, Plastikflaschen usw.)?

Der Fokus muss also auf dem Produkt liegen, das der Nutzer sucht. Und zwar in der Art und Weise, wie er es sucht. Das macht Content natürlich komplexer und erfordert eine große Bandbreite an Ressourcen wie:

  • SEO
  • E-Mail Marketing
  • Social Media
  • Corporate Publishing
  • PR usw.

Nun ist es aber so, dass in vielen Unternehmen die genannten Abteilungen, Teams oder Units noch immer sehr unabhängig voneinander agieren – so Mirko. Das heißt, es gehen wertvolle Inhalte verloren, die andere auch gut nutzen könnten. Es werden ggf. sogar Inhalte (oder Hilfsmittel) doppelt und dreifach erstellt. Und das spezielle Know-how der einzelnen „Silos“ ist für die anderen Einheiten nicht richtig verfügbar. Das sorgt unter Umständen für: Effektivitätsverluste, höhere Kosten, Aktionismus, „getrieben sein“, zersplitterte Aktionen und letztlich Wettbewerbsnachteile. Keine Frage: Ein Umstand, der behoben werden muss.

Im Folgenden geht Mirko darauf ein, dass Content Marketing echten Nutzen bieten will. Da sind sich alle einig – zieht sich ja auch wie ein roter Faden durch unseren Recap. Und beim Nutzen geht es um die Bedürfniserfüllung. Zwischen dem Versprechen der Werbung und dem Erfüllen des Bedürfnisses nimmt Content Marketing eine Vermittlerrolle ein. In dieser zeigt das Content Marketing, wie das Produkt das Bedürfnis erfüllt. Zugleich werden dem Nutzer vertrauensbildende Inhalte geliefert.

Der Content erfüllt einen kognitiven Nutzen.

Sprich: Die Inhalte erfüllen das Bedürfnis nach zum Beispiel Wissen, Verständnis, Neuem, Fortschritt, Lernen usw. Nutzen durch Content schaffen wir durch Wissen- und Orientierungswerte, Gebrauchswerte, Unterhaltung- und Gesprächswerte sowie Beziehungs- und Bestätigungswerte.

Im letzten Teil seines Doppelbeitrages zur Contentixx 2019 geht Mirko auf die Content-Marketing-Strategien von und mit scompler ein. Dabei geht es darum, welche unterschiedlichen Typen (SEO, Publisher, Fachexperten etc.) und welche verschiedenen Fokussierungen auf Content es gibt. Außerdem wird thematisiert, wie die einzelnen „Silos“ im Unternehmen sinnvoll zusammengebracht werden, sodass weniger Verluste auftreten und Synergien ausgebaut werden. Hierzu bietet scompler diverse freie Checklisten und anderen Stuff sowie die eigene Plattform für Kleinstunternehmer kostenlos an. Einen Blick ist das Ganze in jedem Fall wert.

Key Takeaways:

  • Inhalte kommen ohne durchdachte Strategie kaum noch gegen die Konkurrenz an.
  • Content passgenau auf bestimmte Zielgruppen und Nutzerfälle anpassen.
  • Synergien zwischen einzelnen Units im Unternehmen stärker ausbauen und nutzen.
  • Einmal erstellten Content für alle sinnvollen Kanäle nutzen und aufbereiten.

Beyond Text? Die Zukunft des Texterberufs

Ann-Kristin Iwersen – Akiversum

Zeit für ein bisschen Kaffeesatzlesen? Ja! Ann-Kristin wagt sich in ihrer Session auf der Contentixx 2019 an einen Ausblick auf die Aussichten für Texter. Und bereits bei dem Begriff scheiden sich die Geister. Was ist eigentlich ein Texter? Nur ausgebildete Copywriter, festangestellte Online-Redakteure, studentische Hilfskräfte bei einschlägigen Textportalen? Die Frage ist entscheidend, denn während Ann-Kristin für professionelle Schreiberlinge eine gute Zukunft prognostiziert, ist sie der Ansicht, dass für eher ungelernte Texter schon sehr bald das Licht ausgeht.

Das Netz professionalisiert sich immer weiter. Es stehen große Veränderungen mit technologischen Fortschritten an. Vor allem die wachsende Bedeutung von Sprachassistenten sieht die Speakerin – wenig überraschend – als großes Problem für einfache Texte. Wird demnächst beispielsweise signifikant weniger am Screen gegoogelt? Dafür aber deutlich mehr per Sprachsuche erfragt? Lesen Alexa, Siri und Cortana dann nur noch irgendein Platz-1-Ranking als Antwort vor? Das würde nicht nur für textbasierte Inhalte ein … interessantes Szenario sein.

Laut Ann-Kristin beschäftigt sich der künftige Texter mehr damit, „Drehbücher“ für Voice-Anfragen o. Ä. zu schreiben. Auch Messenger und multifunktionale Service-Apps wie WeChat werden den Zugriff aufs Netz hierbei revolutionieren. Text bleibt wichtig, muss sich aber weiterentwickeln und rückt in die zweite Reihe – quasi Unterputz, wenn man so will.

Interessant: Großteile des Plenums reagieren mit leichtem Unverständnis und gefühlt nervösen Fragen. Man merkt, hier sitzen viele junggediente Texter. Ann-Kristin trifft einen Nerv. Tatsächlich können wir ihre These zumindest dahingehend unterstützen, dass „Online-Redaktion“ im professionellen Rahmen zunehmend komplexer, aber auch spannender wird. Fundierte SEO- und Tool-Kentnisse gehören zur alltäglichen Arbeit. Weiterdenken ist der Standard. Wo vor zehn Jahren noch zehn Studierende mitarbeiten konnten, sitzen heute fünf festangestellte, meist studierte Redakteure. Diese werden permanent weitergeschult und ihre täglichen Aufgaben wachsen. Eine gute und notwendige Entwicklung.

Key Takeaways:

  • Einfachere Texte sind mittelfristig – oft heute schon – unbrauchbar.
  • Redakteure müssen permanent weitergebildet und für neue Herausforderungen fit gemacht werden.
  • Unternehmen sollten sich alsbald mit dem Thema „Voice“ auseinandersetzen.

Wenn ein Must-Do zum Wanna-Do wird: Motivationsboost durch Gamification

Philipp Reinartz – Pfeffermind Consulting GmbH

Philipp stellt in seiner Session auf der Contentixx 2019 vor, wie sich unliebsame Aufgaben spielerisch aufwerten lassen: To-dos kommen so von der „Müssen“-Liste auf die „Wollen“-Liste. Als Gamification bezeichnet der Speaker dabei den Einsatz von Spielelementen im Non-Game-Kontext, also zum Beispiel im beruflichen und schulischen Bereich. So lässt sich der ÖPNV-Kunde, der täglich eine Stunde Bahn fahren MUSS, um seinen Arbeitsplatz zu erreichen, mit dem richtigen spielerischen Anreiz dazu bringen, dass er täglich eine Stunde Bahn fahren WILL. Allerdings funktioniert auch in diesem Bereich nicht alles überall: Der Erfolg von Gamification hängt immer von der Zielgruppe ab – Stichwort Personas. Für die Erstellung von themenspezifischen Spielen werden Bestandteile anderer Spiele wie Quizze, steigender Schwierigkeitsgrad und Belohnungen genutzt und auf die Bedürfnisse, Ansprüche sowie Ziele des Kunden abgestimmt. Da Gamification allerdings in Konzeption und Umsetzung sehr aufwendig ist, wird diese Art des Marketings eher von großen Konzernen genutzt. Noch ist Gamification nicht in der breiten Masse anzutreffen.

Key Takeaways:

  • User und Kunden spielerisch zu unliebsamen To-dos motivieren.
  • Spiele auf das Produkt und die Bedürfnisse des Users zuschneiden.
  • Aufwendige Produktion erfordert derzeit hohes Budget.

Storydoing – alle wollen Action!

Julia Zettl – Seokratie GmbH

Julia definiert Storydoing auf der Veranstaltung am Müggelsee als Unterkategorie des Storytellings. Es handelt sich beim Storydoing um das Zusammenspiel aus telling, living und doing. Daraus entsteht Erlebnismarketing, an dem der User sich oft selbst beteiligen kann. Grundsätzlich sollte das Unternehmen Storydoing als allumfassende (unternehmensweite) und langfristige Kampagne ansetzen: Die Geschichte steht im Mittelpunkt und wird auf alle Services und Produkte angewandt. Dabei muss die Storydoing-Aktion aber nicht unbedingt direkt mit dem Unternehmen zu tun haben, sondern vor allem eine Message bedienen, mit der das Unternehmen in Verbindung gebracht werden will. Außerdem ist es sinnvoll, Bedürfnisse zu erkennen (zum Beispiel Sicherheit im Straßenverkehr, Gleichberechtigung der LGBT-Community) und auf diese mit positiven Maßnahmen und/oder Aktionen zu reagieren. So verwandelt man etwas Negativ-Problematisches in etwas Positiv-Konstruktives. Storydoing ist dem kommerziellen Ziel übergeordnet und hat selbst das Ziel, klar aufzuzeigen, wofür und wogegen das Unternehmen steht. Dafür braucht es einen klaren „Feind“ sowie gezielte Fragestellungen. Die Story muss nach außen kommuniziert werden. Intern müssen sich alle Mitarbeiter als Teil der Story verstehen. Erfolgversprechend ist es außerdem, die Zielgruppe einzubeziehen und zur Interaktion zu animieren.

Gelungene Beispiele für Storydoing sind:

Wie baue ich eine Storydoing-Kampagne auf?

Beantworten Sie folgende Fragestellungen für den Grundstein einer Storydoing-Kampagne:

  • Was gibt es für eine interessante Brand-/Unternehmensstory?
  • Gibt es geplante Innovationen?
  • Spiegeln die Antworten sich in Produkten oder Dienstleistungen wieder?
  • Wie schaffe ich es, die Zielgruppe einzubinden?
  • Was sind gesellschaftlich relevante Themen? Gibt es Produkte, die damit zusammenhängen oder kann ich meine Produkte erweitern?
  • Wie mache ich Kunden zu Fans?

Key Takeaways: Story Schritt für Schritt erstellen

  • Schritt 1 – Stellen Sie die Geschichte in den Mittelpunkt.
  • Schritt 2 – Suchen Sie ein Ziel jenseits der kommerziellen Ziele.
  • Schritt 3 – Definieren Sie einen Feind.
  • Schritt 4 – Durchdringen Sie mit der Geschichte das ganze Unternehmen.
  • Schritt 5 – Konzentrieren Sie sich auf einen bestimmten Bereich.
  • Schritt 6 – Sorgen Sie für Außenwahrnehmung und Interaktion.

Unser Fazit zur Contentixx 2019

Zwei Tage Contentixx luden in diesem Jahr zum anregenden Austausch von Insider-Wissen ein. Neben den fesselnden Vorträgen von Referenten der Content-Marketing-Szene bot die Veranstaltung Workshops und Networking Sessions. So konnte man beispielsweise in ausgelassener Stimmung beim Bier-Yoga andere Vertreter der Branche kennenlernen. Unser Fazit zur Konferenz am Müggelsee: Neben neuen Eindrücken nehmen wir zugleich die Bestätigung mit, dass wir mit den Content-Marketing-Strategien für unsere Kunden auf dem richtigen Weg sind.

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