Contentixx 2018: Recap

Contentixx 2018: Recap

2560 1707 Corinna Fritsch

Vorträge erfahrener Content-Marketing-Referenten, spannende Insights und Networking: Das versprechen die Veranstalter der Contentixx 2018 in Berlin. Wir waren mit dabei und verraten in unserem Recap die Key Take-aways der Content Marketing Konferenz.

Contentixx 2018


Langweilige Branche? So findest du trotzdem spannenden Content

Sarah-Yasmin Fließ

Sarah-Yasmin Fließ weiß, wovon sie spricht, wenn es um spannenden Content in einer eher trockenen Branche geht: Sie arbeitet mit Berufshaftpflichtversicherungen. Anschaulich demonstriert sie während ihres gut besuchten Vortrages, dass es auf der Suche nach interessanten Inhalten darum geht, zu abstrahieren.

Denn es ist – Überraschung – nicht platte Werbung, mit der wir nachhaltig Kunden gewinnen. Es ist kreatives Content Marketing. In den oberen Schichten des Funnels fungieren die Verbindung zu Tagesaktuellem, Anleitungen, Listen, Studien, Interviews uvm. als thematische Brücke zum eigentlichen Produkt. Lockere, abwechslungsreiche Geschichten mit echtem Mehrwert für die Zielgruppe des Unternehmens stellen den Erstkontakt her und helfen, die Marke in den Köpfen der User zu verankern. Dabei darf der Content ruhig weit vom Thema der Seite abweichen – als Beispiel dienen Sarah-Yasmin hier die Videos, die sie für exali zum Thema Bundestagswahl produzierte.

Contentixx: Sarah-Yasmin Fließ

Praktische kostenlose Tools

Key Take-aways

  • Der Content kann ruhig relativ weit weg vom Produkt angesiedelt sein, um den Leser oben im Funnel abzuholen.
  • Aufmerksamkeit der User ist Gold, nicht verschwenden.
  • Expertenwissen einholen für hochwertigen Content.
  • Content schaffen, der Zielgruppe und Produkt verbindet.
  • Je weiter unten im Funnel ich Content platziere, desto schwieriger wird es.

Contentformate entlang der Customer Journey

Philip Voß

Wie und mit welchem Inhalt begleitet eine Website den Nutzer bei seiner Customer Journey? Diese Frage möchte Philip von diva-e Textprovider auf der Contentixx 2018 beantworten. Zu beachten ist dabei laut Philip, dass eine Website entgegen der Meinung vieler Kunden diverse Touchpoints hat und diese zum Teil auch auf anderen Websites liegen können. Jeder hat andere Trigger, einen anderen Kenntnisstand und eine andere Suchintention. Dementsprechend muss das Thema Content entlang der Customer Journey sehr individuell gestaltet sein.

To Do für Content-Kreatoren: unterschiedliche Touchpoints nutzen & diese durch Content verbinden.

Contentixx 2018: Philip Voß

Welche Fragen, Bedürfnisse, Erwartungen und Probleme hat die Zielgruppe? Auf welchem Kenntnisstand ist sie? Was ist der richtige Zeitpunkt für den Content? Wer sucht die Seite und warum? Hierfür ist eine Zielgruppendefinition nicht ausreichend, eine Persona-Entwicklung ist notwendig.

Wenn es viele Personas gibt, ist eine Priorisierung unerlässlich: Wie wichtig ist die jeweilige Persona für das Geschäftsmodell? Wie groß ist die Teilzielgruppe? Und welche Anforderungen ergeben sich dadurch für den Content am entsprechenden Touchpoint? Am Beispiel eines fiktiven Shops und einer bestimmten Persona erläuterte Philip, wie Contentformate wie Kategorietext, Ratgebertext, e-Book, Newsletter und Produkttext sinnvoll platziert werden können.

Key Take-aways

  • Detaillierte Personas und deren Customer Journey sind wichtig für das richtige Content-Format; reine Zielgruppenbeschreibung reicht nicht.
  • Personas priorisieren.
  • Mögliche Touchpoints durchspielen.

Die Anfänge von Storytellling in einem produktlastigen Industriegiganten

Franziska Schwarzmann

Ein globales Unternehmen wie die Zeiss AG hat viel zu erzählen. Dieses Potenzial erkannte Franzi Schwarzmann und arbeitet mit ihren Kollegen seit Sommer 2017 an der Etablierung der Zeiss Stories.

Contentixx 2018: Franziska Schwarzmann

Professionelle Journalisten schreiben dabei die Geschichten, die die Firma erzählt: Ob nun über den Mitarbeiter, der die eigene Technik anwendet und wieder normal sehen kann oder über den Trainer des deutschen Biathlon-Teams der Frauen, der den Wettkampf durch ein Zeiss-Spektiv hindurch analysiert. Bei den Geschichten geht es Schwarzmann und Team stets um menschliche Sichtweisen, Emotionen und den Fokus auf die Person, nicht das Produkt. Die Marke Zeiss machen sie so erlebbar und interessant.

Ein unternehmerischer Vorteil, der zunächst hart intern erkämpft werden musste und muss, wie Schwarzmann aus dem Nähkästchen plaudert. Das Sammeln von Geschichten ist daher noch immer mühsam und das Projekt noch in den Kinderschuhen. Aber es wächst.

Key Take-aways

  • Testen, Auswerten, Lernen.
  • Produkte sind keine Geschichten.
  • Geschichten erzählen die Marke und machen sie menschlich.

Content Audit: Basis für erfolgreiches Content Marketing

Ulrike Lauerer

Content Marketing ohne Content Audit ist wie ein „Stochern im Nebel“: So Ulrike Lauerer von Namics auf der Contentixx 2018.

Wozu dient der Content Audit?

Um herauszufinden, ob der bisherige Content effektiv ist, stellen sich folgende Fragen:

  • Bildet der Content relevante Themen ab?
  • Ist er aktuell, nützlich, korrekt und webgerecht?
  • Spricht er die Zielgruppe an?
  • Dient er dem Erreichen der Business-Ziele?

Diese Fragen beantwortet der Content Audit. Er ist die Bestandsaufnahme ganz am Anfang der Strategie:
Audit → Konzept → Überarbeitung → Analyse/Tracking.

Case: KUKA Audit

Anhand eines Beispiels aus der Praxis erläutert Ulrike, wie ein Audit ablaufen kann. Ganz am Anfang steht dabei eine Guideline, in der Ziele, Templates, Contentformate etc. erläutert werden. So sind alle Teilnehmenden auf dem gleichen Stand. Dann werden Bewertungskriterien festgelegt (quantitative & qualitative). In einer Excel werden dann alle Seiten inkl. URLs gelistet und alle Kriterien dargestellt. Hier waren das:

  • Seitentyp (Doorpage, Contentpage, Landingpage)
  • Contenttype (Text, Bilder, Infografik …)
  • Relevanz (ja/nein)
  • Was soll passieren? (migrieren? überarbeiten? löschen?)

Key Take-aways

  • Content Audit ist die Grundlage für eine exakte Kostenkontrolle.
  • Der Audit kann auch als Briefing für Redakteure dienen, da sie sofort Schwachstellen alter Inhalte erkennen.
  • Neuerstellung von Content immer auf Basis des Audits vornehmen.
  • Laufenden Erfolg messen und ggf. neuen Audit durchführen.

Conversion Copywriting in der Praxis: So optimierst du wirklich für den Leser!

Anne Grüner

Klein, aber oho: Das galt für Anne Grüners Vortrag auf der Contentixx 2018. Lebendig demonstrierte sie, was Conversion Copywriting ausmacht und welche große Rolle diese Form des konzentriert zielgerichteten Schreibens im Content Marketing spielt. Die Einsatzbereiche: Überschriften, Vorteilskommunikation, CTAs und Einwandsbehandlungen auf Startseiten und Landingpages, in Newslettern und Formularen.

Contentixx 2018: Anne Grüner

Kreativität, Klarheit und Kontext: Zwischen Zeilen wie „Lust auf Liebesbriefe?“  und „Hier für den Newsletter anmelden!“ liegen Welten. Die Aufmerksamkeit des Users wecken, einen emotionalen Trigger finden, knackig formulieren und die userseitigen Erwartungen managen – darum geht es beim Conversion Copywriting.

Das kommt besonders bei CTAs und Einwandsbehandlungen zum Tragen. Der etwas sperrige Begriff beschreibt eigentlich eine Methode, um Sperren zu lösen. Nehmen wir einen CTA, etwa „Jetzt 30 Tage kostenlos testen“. Mögliche Einwände, die aus Kundensicht gegen einen Aktion sprächen, wären „Was kostet das Angebot nach der Testphase?“ oder „Kann ich jederzeit kündigen?“. Fangen Sie Ängste dieser Art also am besten in Nähe des CTA mittels kurzer Informationen ab.

Key Take-aways

  • Jedes Wort zählt!
  • Stärken und Schwächen des Produktes genau kennen.
  • Bei Listen sind jeweils der erste und der letzte Punkt inhaltstragend.

9 Online Marketing Tipps für Online Shops

Julian Dziki

Julian, seines Zeichens Geschäftsführer der Agentur Seokratie, stellte uns auf der Contentixx 2018 die seiner Erfahrung nach wichtigsten Tipps fürs Online Marketing von Shops vor.

  1. Snippets optimieren
  2. Keyword-Mapping: Kannibalisierung zwischen Seiten vermeiden
  3. Https, Mobile & Ladezeiten beachten
  4. Trust Signals: Siegel sind ein guter Weg, um Vertrauen zu gewinnen. Hier gibt es interessante Studien auf shopsiegel-monitor.de. Spannende Erkenntnis: Zwei Siegel sind besser als eins, drei aber schon wieder schlecht und vier helfen gar nicht mehr. Die Studie zeigt außerdem, welche Siegel gut miteinander verwendet werden können, um optimal Vertrauen zu gewinnen.
  5. USPs herausstellen: und zwar auch optisch, in jedem Fall above the fold.
  6. Pinterest nutzen: so leitet man Traffic von kaufwilligen Usern auf die Website.
  7. Storytelling: Heldenreise nach J. Campbell nutzen.
  8. Contentpflege: Alten Content auditieren und verbessern.
  9. RLSA: Remarketing Lists für Search Ads nutzen, sodass nur User, die bereits Interesse gezeigt haben, meine Anzeigen erhalten.

Contentixx 2018: Julian Dziki

Key Take-aways

Wer sich bereits mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt hat, der hat bei Julians Vortrag vielleicht nicht viel Neues erfahren. Interessant fanden wir vor allem die Siegel-Studie und den Hinweis auf die Remarketing Lists.


15 Tipps, wie du Content auf User Engagement optimierst

Fionn Kientzler

Neben einem Geheimnis (er kann vor- und rückwärts Einrad fahren) hatte Fionn Kientzler 15 Tipps für interaktiven Content im Gepäck. Dafür nahm der Wahlberliner aktuelle Trends unter die Lupe und verpackte sie unterhaltsam – womit wir schon mitten im Thema sind. Denn: Zentrale Stichworte für mehr User Engagement sind Persönlichkeit und Snackable Content, bevorzugt in (Bewegt-)Bildform und für Facebook. Google dagegen belohnt Long Form Content, der detaillierte Informationen liefert. Spaß machen soll er aber möglichst auch. Dafür sorgen vor allem Wortkombinationen mit Lernmoment wie „Warum du … solltest“ oder „Was du von … lernen kannst“.

Sind Artikel angereichert mit Extras wie etwa Checklisten, Videos oder How-To-Grafiken erzielen sie ebenso bessere Usersignale wie Listicles, die Pro und Contra eines Themas aufführen (Kientzler weiß: Der Mensch liebt Wahlmöglichkeiten) oder Texte, die auf eine Lösung oder Aktion hin aufgebaut sind.

Last but not least auf der Liste des Suxeedo-Teilhabers: Issue Marketing. Mit der Kampagne „Scheißpapier – Hass ist für den Arsch“ konnte er auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen sammeln. Die Initiative stellte aus rechten Pamphleten Toilettenpapier für die Dritte Welt her und kreierte so eine positive Lösungsassoziation für die Marke sowie durch das öffentlichkeitswirksame Thema große Reichweite zugleich.

Key Take-aways

  • Content und die Marke dahinter müssen authentischer werden.
  • Fokus liegt auf „meaningful social interaction“ (besonders für Facebook).
  • User Engagement ist auch für Google relevant.

Die gesamte Präsentation kann man sich hier kostenlos herunterladen: https://suxeedo.de/whitepaper.


Multi-Device Strategien

Ulrike Delp

Userzentriert: Dieses Buzzword treibt Ulrike Gänsehaut über den Rücken. Ihr Credo: Seiten sollten nicht userzentriert, sondern entscheidungszentriert aufgebaut sein.

Als Freiberuflerin betreut Ulrike mit ihrer Firma „Art of Visibility“ große Kunden und steht dort oft vor der Herausforderung, Websites für Multi Device zu optimieren. Zunächst einmal bedeutet Multi Device für sie vor allem Smartphone und Desktop, da die Tabletnutzung zuletzt stagnierte. Weitere Basis-Annahme: Multi Device ist umso interessanter, je hochschwelliger eine Transaktion ist. Bei Kaufentscheidungen sind außerdem z. T. auch mehrere User involviert.

→ Die Seite sollte also nicht einen bestimmten User fokussieren, sondern den potenziellen Usern die Entscheidung leicht machen.

Schritte zur Multi-Device-Strategie

  1. Datenanalyse (über längeren Zeitraum): Wie nutzen User meine Inhalte auf Desktop, wie mobil? Alle Daten aller Seiten sollten in Analytics geprüft werden: Standorte, aufgerufene Seiten, Absprungrate, Conversions, Verweildauer, Anzahl der Seiten, Kanäle. Was sagt mir das über die User Intents auf den jeweiligen Devices?
  2. Content prüfen: Auf Basis der Datenanalyse schauen, ob der vorhandene Content für das jeweilige Device geeignet ist. Gegebenenfalls anpassen, beispielsweise den mobilen Content auflockern durch Listen oder Bilder, wichtige Sätze optisch herausstellen, Footer anpassen (hier am besten CTA bei mobiler Version), evtl. Card-Design nutzen oder kleinere grafische Elemente als bei Desktop.Contentixx 2018: Ulrike Delp
  3. Ziele definieren für beide Devices getrennt: Diese können sich stark unterscheiden. Hier kann ich personalisieren.
  4. Tracking & Reporting auf Multi Device umstellen Analytics und den Tag Manager nutzen, Logins tracken, Login über Social Media, Parameter-URLs. Letztere sind ein attraktiver Weg, den Usern das Teilen beispielsweise von konfigurierten Produkten zu ermöglichen. Solche Bequemlichkeiten rentieren sich vor allem bei der mobilen Nutzung.
  5. Kampagnen ausarbeiten oder neu strukturieren anhand der vorherigen Schritte.

Der Content Marketing Code –  So verzahnst du deine Website, Facebook, YouTube & Co.

Severin Lucks

Können Sie sich noch erinnern, wofür das Logo eines weißen L auf grünem Hintergrund stand? Oder die rot-weiß-blaue Blume neben dem Schriftzug, der auf ein Netzwerk für Studenten hindeutet? Severin Lucks veranschaulichte am Beispiel von Lokalisten, StudiVZ und anderen den – häufig durch Kommerzialisierung verursachten – unsteten Lebenslauf sozialer Plattformen. Was wir gerade bei Facebook beobachten können, passierte schon vorher und wird wahrscheinlich wieder passieren, so die Theorie des Münchners.

Die Lösung: Unabhängigkeit.

Contentixx 2018: Severin Lucks

Sein Content Marketing Code sieht vor, Netzwerke konstruktiv zu nutzen. Also Facebook, Instagram, Linkedin und Co. unter Berücksichtigung der Funktionen, für die sie geschaffen wurden (Inspiration, Vernetzung…),  mit angepasstem Content zu bespielen, um so Traffic zu generieren. Und zwar für die eigene Community, die es auf der eigenen Plattform, Website etc. aufzubauen gilt.

Als Beispiel führte Lucks etwa Apple an. Das Unternehmen bespielt die eigene FB-Page gar nicht, nutzt aber stattdessen YouTube als Trafficmotor für die eigene starke Plattform. Auch BMW arbeitet bereits mit einer eigenen Content-Plattform voller Geschichten, in denen die Produkte übrigens nur die zweite Geige spielen. Facebook und YouTube nutzt das Unternehmen, um Traffic für diesen Hub zu generieren. Ebenfalls beim Strategiewechsel im Boot: McDonalds und seine Wahrheiten-Plattform, mit der der Fastfood-Gigant eine lebendige Community geschaffen hat.

Key Take-aways

  • Plattformen (im Marketing-Mix) nutzen, um Reichweite zu generieren, die Kerninfos zu Unternehmen oder Produkt gibt es nur auf der eigenen Plattform.
  • Attention is key: Aufmerksamkeit mit den gestreuten Inhalten erregen.
  • Netzwerke kennen – und kennenlernen: WeChat ist im Kommen.

Automatisierte Content Marketing Teams aufbauen

Benjamin Michels

„Automatisiert“: heißt das maschinell? Nein, Benjamins Vortrag auf der Contentixx 2018 bezieht sich darauf, dass Prozesse automatisiert ablaufen und so weniger fehleranfällig sind. Benjamin führt mehrere eigene Unternehmen und trainiert Projektmanagement. Er gab uns einen Einblick in seine Prozesse bei der Content-Erstellung in einem Team. Diese besteht aus vier Bausteinen:

  1. Anforderungen definieren
    Hierzu gehören die Prozesse, die für die jeweiligen Kanäle und Content-Arten einzeln festgelegt werden.
  2. Kanban-Prinzip
    Kanban-Boards visualisieren Prozess-Schritte. Dabei rät Benjamin, die Anzahl pro Boardteil zu begrenzen, damit sich nicht in einem Schritt sehr viele Aufgaben ansammeln. Auch ist ein Pull- statt Push-Prinzip seiner Erfahrung nach hilfreich: Mitarbeiter ziehen sich selbst neue Aufgaben, wenn sie Zeit haben, anstatt sie zugewiesen zu bekommen. Kanban-Boards, die Benjamin empfiehlt: Kanbanflow & Trello.
  3. Das Content-Team
    Im Team sollten inhaltliche Abgrenzungen unbedingt verdeutlicht werden: Jeder soll genau wissen, welcher Aufgabenbereich bei ihm liegt. Die Aufgaben wiederum sollten jeweils detailliert beschrieben und für alle leicht auffindbar hinterlegt werden.
    Die Mitarbeiter selbst lassen sich nach vier Reifegraden einteilen, die Fähigkeit und Motivation beschreiben (nach Hersey & Blanchard):

    • M1 will nicht und kann nicht
    • M2 will, kann aber nicht
    • M3 kann, will aber nicht (bzw. will nicht mehr Verantwortung übernehmen)
    • M4 will und kann
  4. Der Teamleiter
    Das Wichtigste: Der Teamleiter muss die Prozesse verstehen und die Aufwände (Zeit & Geld) erfassen können. Er sollte kommunikativ sein und seine Einstellung muss zum Qualitätsanspruch passen. Empfehlenswert ist ein M4-Mitarbeiter als Teamleiter oder ein M3 mit entsprechender Unterstützung und Aussicht auf Weiterentwicklung.

Key Take-aways

  • Prozesse und Anforderungen unbedingt klar definieren. Abgrenzungen müssen deutlich werden.
  • Automatisierung durch Kanban-Board und Pull- statt Push-Prinzip.

Content Seeding mit Facebook – So generierst du neue Kunden

Chris Dippold

Schon gewusst? 78,2% der Facebook-User zwischen 18 und 29 Jahren geben an, ihr Smartphone auf der Toilette zu nutzen. Mit diesem Fun Fact stieg Chris Dippold mitten in die Thematik ein, wie und wo Facebook-Marketer ihre Nutzer erreichen können. Am besten natürlich, indem man sie gut kennt. Denn: Nähe schafft Sympathie, Sympathie bedeutet gemeinsame Interessen und Identifikation.

Contentixx 2018: Chris Dippold

Das wird vor allem nun immer wichtiger, da Zuckerberg einmal mehr die Änderung des Newsfeed-Algorithmus angestoßen hat. Nun zählt:

  • Mehrfache Antworten auf Kommentare unter Videos
  • Personen teilen Links über den Messenger
  • Interaktionen mit den Fotos oder Beiträgen einer Person
  • Interaktionen mit einem Publisher Post, der von Personen, v.a. Freunden, geteilt wurde

Der Fokus auf die die Zielgruppe und deren Bedürfnisse muss also noch größer werden, Beiträge sollten Interaktionen auslösen und Engagement Baiting zurück in der Trickkiste landen. Dennoch gilt: Es gibt kein Rezept für erfolgreiches Content Seeding und nachhaltigen Fanaufbau, jedes Konzept, das der Bamberger Unternehmer für Kunden erstellt, ist individuell. Zur Inspiration empfiehlt Dippold Analysetools wie Fanpagekarma, Semrush oder das teurere Storyclash. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die Branche und welcher Content funktioniert. Der Blick über den Tellerrand schadet dabei auch nicht, ebenso zielgerichtet Facebook Ads, die das Content Seeding durch Fanpage, Follower, Mitarbeiter, Influencer, Werbepartner und Medien unterstützen.

Key Take-aways

  • Die Zielgruppe in- und auswendig kennen bzw. kennenlernen.
  • Auf dieser Grundlage: passgenauen Content streuen.
  • Sympathie erzeugen, authentisch und menschlich sein.

30 Learnings aus 300 Content Marketing Kampagnen

Christian B. Schmidt

Contentixx 2018: Christian B. Schmidt

Listen sind immer noch angesagt, auch bei den Sessions der Contentixx 2018. Christian, Gründer der SEO Agentur Digitaleffects, teilt seine 30 wichtigsten Learnings im Content Marketing mit uns. Wir stellen euch hier die wichtigsten vor.

Content-Strategie

  • Zielgruppe eindeutig festlegen – nicht nur „Pi mal Daumen“.
  • Thema vollumfänglich behandeln (Stichwort holistischer Content).
  • Echten Mehrwert bieten: nicht aus Unternehmenssicht agieren.
  • Keywords mit Suchvolumen heraussuchen.
  • Keywords mit geringem Wettbewerb heraussuchen.
  • Keywords müssen zum Thema passen.

Content Erstellung

  • Inhaltsverzeichnis nach Relevanz sortieren. Beispiel: „Urlaub Mallorca“ ist ein relevantes Thema und sollte auf einer Reiseseite übergeordnet zu sehen sein, nicht versteckt unter „Urlaub Spanien“.
  • Echte Nutzerfragen beantworten: beispielsweise Kundenservice oder Vertrieb befragen, Foren durchforsten, Kundenumfragen machen.
  • Frühzeitig Experten einbeziehen. So hat man gleich eine Chance auf Multiplikatoren.
  • Keywords integrieren, Text muss aber gut lesbar bleiben.

Landingpage-Erstellung

  • Keine Werbung einbinden – auf jeden Fall am Anfang nicht, bis man ausreichend Besucher hat.
  • Conversion-Elemente nach einer Zeit einbauen.
  • Seite validieren / technisch sauber arbeiten.

Content Seeding

  • Listen mit potenziellen Kontakten nutzen.
  • Richtige Kontakte finden.
  • Mindestens 100 Kontakte ansprechen.
  • Mehr Geben als Nehmen (Missionen unterstützen).
  • Reminder senden.

Die gesamte Präsentation mit allen 30 Punkten findet ihr hier: digitaleffects.de/contentixx.


Sexy Online Marketing for non-sexy products

Jan Brakebusch & Kerstin Reichert

Am Beispiel der britischen TSB Bank und dem Schmerztherapie-Anbieter Liebscher-Bracht zeigen Kerstin Reichert und Jan Brakebusch auf der Contentixx 2018, wie sexy Marketing für scheinbar unsexy Produkte funktioniert. Die beiden Campixx-Urgesteine definieren Produkte als unsexy, die sich nicht von alleine verkaufen oder keine per se positiven Assoziationen beim Kunden wecken – wie Banken und Schmerztherapie eben.

Die kreativen und erfolgreichen Kampagnen, die die beiden im Anschluss vorstellen, zeigen jedoch eines ganz klar: Es gibt kein langweiliges Produkt ohne langweilige Marketer. Beiden gelang es, sowohl TSB Bank (mit einem auf die Zielgruppe zugeschnittenen Content-Hub) als auch die Schmerztherapie-Methode im Bewusstsein der Zielgruppen ganz weit nach oben zu pushen. Ein Beispiel von vielen aus dem spannenden Vortrag: Das Buch zur Schmerztherapie kletterte noch vor dem zeitgleich veröffentlichten Dan-Brown-Roman auf Platz 1 im amazon-Ranking. Wie das geht? Durch ein Out-of-the-Box-Denken, Provokation, Fokus auf die Zielgruppe, holistischen Content und ganz viel Mut.

Key Take-aways

  • Es gibt keine unsexy Produkte, es kommt auf den Umgang damit an.
  • Geht nicht gibt’s nicht.
  • Dinge immer wieder neu denken, nicht stehenbleiben, Perspektive wechseln und optimieren.

Fazit der Contentixx 2018: spannend & gut organisiert

Die Contentixx bot viele spannende Sessions aus den unterschiedlichsten Themenbereichen rund ums Thema Content. Krankheitsbedingt fielen leider einige Vorträge aus, was zum Teil durch spontane Sessions wettgemacht wurde. Begeistert hat uns die fantastische Organisation drumherum: von der kostenlosen Massage zwischendurch bis zum Networking-Programm am Abend mit Lach-Yoga, Bowling, Lagerfeuer und mehr.


Quellen & Links

Die komplette Agenda der Contentixx findet ihr hier: https://www.campixx.de/contentixx/programm-contentixx

 


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