
Viele Webauftritte haben immer noch das Problem, dass auf verschiedenen Seiten oder unter verschiedenen URLs gleiche Inhalte bzw. Text zu finden sind (Duplicate Content). Viele Suchmaschinen tun sich nun noch immer schwer damit, zu interpretieren welche dieser Textvarianten nun die ursprüngliche bzw. die relevanteste ist.
Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte nun Google in einem seiner Blogs einen neuen Parameter, um diesem Problem zu Leibe zu rücken. Dieser wird nicht nur von Google, sondern auch von Yahoo! und MSN unterstützt und soll jeweils einen Verweis auf den Ur-Text enthalten.
Viele Shops bieten bspw. verschiedene Layouts oder Währungen an und kommunizieren diese über die URL:
Dadurch entstehen zwei Probleme:
1) Suchmaschinen können nicht zwischen der canonical URL (toller-artikel.html) und den Dubletten unterscheiden.
Die verschiedenen Varianten derselben Seite konkurrieren unter Umständen miteinander und behindern sich so gegenseitig.
2) Die Suchmaschine gibt ggf. der falschen Variante den Vorzug – so landen deutschsprachige Surfer auf einer Seite, auf der z.B. Yen oder Dollar als Währung voreingestellt sind.
Mit der Angabe
<link rel="canonical" href="www.beispiel-shop.de/toller-artikel.html">
im Headerbereich wird nun die Haupt-URL definiert. Damit kann verhindert werden, dass Suchmaschinen Originalseite und Dubletten miteinander verwechseln.

Andere Anwendungsbeispiele wären bspw.:
Abschließend muß natürlich gesagt werden, dass das neue rel-Attribut zwar das Problem angeht, aber nicht die Ursache behebt. Ein von Anfang an durchstrukturierte Homepage sollte so wenig Duplicate Content wie möglich aufweisen. Der Aufwand für das Hinzufügen des entsprechenden Attributs entspricht oft demselben wie dem Aufwand zur Lösung des eigentlichen Problems.
Yahoo gab heute bekannt, dass Webseitenbetreiber künftig die Möglichkeit bekommen sollen, die eigenen Suchergebnisse innerhalb der Yahoo Suche individuell zu gestalten. Zur Verschönerung können neben zusätzlichen Links auch Bilder genutzt werden.
Yahoo veröffentlichte hierzu eine neue Schnittstelle namens Open Search Platform.
Hier ein passendes Beispiel (übernommen von OSP):
Vorher:

Nachher:

Bleibt abzuwarten, wie dieses neue Feature von der Webgemeinde angenommen wird und ob sich hier nicht bereits eine neue Welle von Suchmaschinen-Spam ankündigt.
Anfang Februar sorgte eine Nachricht für ganz besonders großes Aufsehen: Microsoft möchte Yahoo übernehmen und bietet dafür rund 44,6 Milliarden US-Dollar. Hintergrund ist, dass Google im Bereich Internetsuche und Onlineanzeigen mit weltweit rund 60% Marktanteil absoluter Marktführer ist, wohingegen Microsoft, der weltweit größte Softwarekonzern, im Onlinesegment klar ins Hintertreffen geraten ist. Mit der Übernahme von Yahoo, dem zweitplatzierten im Such- und Anzeigengeschäft, könnte man Google wieder Konkurrenz machen. Durch den Zusammenschluss werden nicht nur die bisherigen Marktanteile von Microsoft MSN (3%) und Yahoo (13%) addiert, sondern es könnten v.a. auch (Fix-)Kosten gesenkt werden, laut Microsoft bis zu 1 Milliarde Dollar pro Jahr. Mitte Februar lehnte Yahoo dieses Angebot allerdings ab, mit der Begründung, dass es zu niedrig sei. Es bleibt abzuwarten, ob die Übernahmeverhandlungen eingestellt werden, ob Microsoft sein Angebot erhöht oder ob eine feindliche Übernahme versucht wird.
Doch was bedeuten diese Übernahmeverhandlungen für die Internetnutzer? Derzeit herrscht ein Quasi-Monopol, denn Google ist mit rund 60% Marktanteil ein sehr eindeutiger Marktführer. Doch noch gibt es mit MSN und Yahoo zwei Wettbewerber, die dem Quasi-Monopolisten Google Konkurrenz machen und den Internetnutzern Alternativen bieten. Beim Zusammenschluss von MSN und Yahoo würde ein Markt mit Duopolcharakter entstehen: auf der einen Seite Google, auf der anderen Seite das Unternehmen Microsoft/Yahoo. Doch weder Quasi-Monopol noch Duopol sind im Bereich Internetsuche wünschenswert. Schon heute verlassen sich viele User zu sehr auf die Suchergebnisse von Google und es gibt einige, die meinen: was bei Google nicht auftaucht, existiert auch nicht. Dieses uneingeschränkte Vertrauen ist jedoch gefährlich. Google fungiert als „Gatekeeper“, d.h. dass Google Einfluss darauf hat, welche Informationen den User erreichen und welche nicht. Bei einer Sucheingabe werden zwar oft tausende oder Millionen Ergebnisse angezeigt, doch die meisten User beschränken sich darauf, nur die ersten Ergebnisse zu sichten – und das Ranking der Ergebnisse wird von Google vorgenommen. Das Gatekeeping durch Suchmaschinen ist zum einen nützlich, um Informationen zu filtern und somit der unglaublichen Flut an Informationen Herr zu werden. Zum anderen kann Gatekeeping gefährlich sein, wenn diese verantwortungsvolle Aufgabe nur noch einer oder zwei Suchmaschinen übertragen wird. Deswegen sind weder Quasi-Monopol noch Duopol im Bereich Internetsuche erstrebenswerte Marktformen. Doch der Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo würde die Situation für den Internetnutzer definitiv verschlechtern, weil es damit einen Wettbewerber und eine Alternative weniger gibt.
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