Online-Payment – Was ist des Kunden Online-Zahlungsmittel Nummer 1?

29. April 2016 in E-Commerce | keine Kommentare

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Bekanntlich ist es gerade für Online-Shops wichtig, diverse Zahlungsmittel zu akzeptieren, denn jeder Kunde hat seine eigenen Vorlieben, wenn es um das Begleichen von Rechnungen beim Online-Shopping geht. Doch womit zahlen die Deutschen eigentlich am liebsten und welche Entwicklungen zeichnen sich diesbezüglich ab?

Auf diese und weitere Fragen liefert der folgende Beitrag Antworten. Dazu werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse der aktuellen Studie „Online-Payment 2016“ des EHI. Also, auf geht’s!

Grundlagen der EHI Erhebung im Überblick:

Zunächst ein paar Fakten zu den Grundlagen der Studie „Online-Payment 2016“, die gerade vom EHI veröffentlicht wurde:

ehi-logoDas Retail Institute® (EHI) ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für Handel und Partner. Die Plattform verfügt über ein internationales    Netzwerk aus 750 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleistern. Mithilfe dieses Netzwerkes erhebt das Institut Kennzahlen für den Online-Handel und versucht Trends sowie Lösungen auszuloten.

online-payment_2016Zur Datenbasis des EHI-Panels zählen 76 Online-Händler verschiedenster Branchen und Umsatzgrößen mit einem Bruttoumsatz von 12,1 Milliarden Euro.

Als Datengrundlage für die Markthochrechnung wurden die 1.000 umsatzstärksten B2C-Online-Shops für physische Güter (inkl. E-Books) aus der Vorjahresstudie herangezogen, die 2014 einen Gesamtumsatz von 32,7 Milliarden Euro erwirtschafteten.

Womit zahlen die Deutschen online am liebsten?

Ohne internationale Vergleiche anzustellen, wird beim ersten Blick auf die Ergebnisse der Studie schnell deutlich: Der deutsche Online-Shopper setzt auch beim Einkauf im Internet gern auf Sicherheit. Wie in den Jahren zuvor landet weiterhin das Zahlen per Rechnung auf der Pole Position. Demnach werden knapp ein Drittel der Online-Umsätze per Rechnungszahlung erzielt. Mit 29 Prozent steigt der Anteil sogar um einen Prozentpunkt zum Vorjahreswert.

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Der Trend hat auch auf das Angebot der Händler Auswirkungen und so bieten immer mehr Online-Shops die Zahloption an. Stand der Dinge: 66,4 Prozent der Top-1000-Onlinehändler.

Wird übrigens Amazon aus der Rechnung genommen, steigt der Anteil „Zahlen per Rechnung“ auf markante 36 Prozent – was darauf hindeuten könnte, dass gerade bei kleineren Portalen gern auf Rechnung gekauft wird, weil das Vertrauen hier deutlich geringer ist.

PayPal ist (wieder) Nummer 2!

Gerade liefert PayPal die ersten Quartalszahlen für 2016, und diese liegen deutliche 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Einen kleinen Grund zum Feiern, hat das Unternehmen aber auch hierzulande, weil es sich in Deutschland den zweiten Platz bei den beliebtesten Online-Bezahlmethoden zurückerobert hat. Zwar liegt der prozentuale Marktanteil leicht unter dem Wert von 2014, aber mit 19,6 Prozent überholte PayPal das Lastschriftverfahren wieder.

Und wird Amazon wiederum weggelassen – hier ist das Zahlen per PayPal generell nicht möglich – kommt die Bezahlvariante sogar auf stattliche 24,5 Prozent.

Amazon pusht das Lastschriftverfahren – dennoch (nur) Platz 3

In der Gesamtwertung inklusive Platzhirsch der Online-Shops Amazon kommt das Lastschriftverfahren auf 19,3 Prozent und landet somit knapp hinter PayPal. Während das Zahlen auf Rechnung und die Begleichung mit PayPal aber beim Weglassen von Amazon deutlich bessere Werte aufweisen, sieht es bei der Lastschrift ganz anders aus. Hier kommt das in Deutschland beliebte Verfahren nur auf 4,2 Prozent.

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Dieser Umstand liegt insbesondere daran, dass auf Amazon stark auf das Lastschriftverfahren gesetzt wird. Auch das lässt sich durchaus als Vertrauensbeweis der Kunden sehen. Während Kontodaten bei anderen Shops eher nicht hinterlegt werden, zahlen viele Menschen bei Amazon per Lastschrift. Allerdings mag das natürlich auch am Mangel gefragter Alternativen wie PayPal liegen.

Kreditkarte und Vorkasse landen auf Platz 4 und 5

Seit Mai 2015 gilt in der EU eine Deckelung von Interbanken-Entgelten. Das bedeutet, dass Gebühren zwischen den Banken von Händler und Käufer deutlich geringer ausfallen, was wiederum Kreditkartenzahlungen vor allem für Händler interessanter werden lässt. Die Akzeptanz steigt, der Marktanteil auch?

Ja, die Kreditkarte ist weiterhin auf dem Vormarsch in Deutschland. Auch die Akzeptanz auf Kundenseite steigt. So zeigt die Studie ebenfalls, dass die Anzahl vorhandener Karten im letzten Jahr um weitere 10 Prozent zugenommen hat. Und bei den beliebtesten Zahlungsarten kommt die Kreditkarte auf nun 12 Prozent, was einer Steigerung von 1,2 Prozent zum Vorjahr entspricht.

Den fünften Platz im Ranking der Studie belegt die Vorkasse, die auf 7,1 Prozent kommt – ein leichter Zugewinn zum Vorjahreswert.

Weitere Online-Zahlungsarten im Überblick:

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Womit zahlt der Online-Shopper in Deutschland noch gern? Auf einem soliden sechsten Platz landet der Ratenkauf (Finanzierung), der mit 3,8 Prozent leichte Einbußen hinnehmen muss. Gleiches gilt für den siebten Platz, den sich die Sofortüberweisung mit 2,5 Prozent sichern konnte, sowie den achten Platz, der an die Nachnahme mit einem Marktanteil von 2,4 Prozent geht. Weiter im Aufwind ist die Zahlung bei Abholung, die beispielsweise von Baumärkten gern forciert wird und mit 2,3 Prozentpunkten nur knapp hinter der Nachnahme landet.

amazon-payments-logoEinen ordentlich Schub hat zudem das Bezahlen mit Amazon 2015 erlebt, dass sich nun mit 1,1 Prozent auf dem 10. Platz einnistet. Getreu dem Motto „Machen Sie Amazon-Kunden zu Ihren Kunden“ lockt das Unternehmen Online-Händler, eine noch stärkere Bindung mit Amazon einzugehen – wobei neben den beworbenen Vorteilen zudem zusätzliche Kosten entstehen. Insbesondere die Entwicklung dieser Online-Payment-Methode könnte noch spannend werden.

Aber sehen Sie sich Amazon Payments bei Interesse selbst an – hier das Promo-Video zur Bezahlmethode:

Fazit: Sicherheit und Komfort weiter stark im Fokus.

Online-Shoppen muss so bequem wie möglich sein, sonst bietet es gegenüber dem stationären Handel deutlich weniger Vorteile. Das gilt natürlich gerade auch für das Bezahlverfahren, das zudem mindestens ein Gefühl von Sicherheit vermitteln sollte. Ergo: Der gemeine Online-Shopper in Deutschland setzt auf Verfahren, die sowohl komfortabel als auch sicher sind. Am liebsten zahlen Einkäufer erst dann, wenn Waren empfangen und in Augenschein genommen wurden – also per Rechnung und im Nachhinein. Das dürfte insbesondere für den Kauf teurerer Produkte der Fall sein.

Dass Sicherheit und Komfort wichtig sind, zeigt auch der rasante Aufstieg von Amazon Payments. Wer auf „fremden“ Websites kein neues Kundenkonto anlegen will und einfach mit seinem bestehenden Amazon-Account zahlen möchte, gibt nur wenige weitere Daten an Dritte heraus und profitiert zudem in gewisser Hinsicht vom Service des großen Bruders. Allerdings dürfte der wohl (im Rahmen) mitschneiden, wofür sich der jeweilige Käufer so interessiert.

Aber das ist eine andere Bezahlvariante und ein anderes Thema – das Zahlen mit persönlichen Daten. Ein ähnliches Konzept bietet ja auch Facebook an, bei dem sich Kunden auf anderen Websites verifiziert einloggen können, ohne neue Account anlegen zu müssen.

Quellen und Links:

Hier gibt’s die PM der EHI-Studie (Quelle der Grafiken).

 
 

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