E-Commerce Trendreport 2016: Zahlen, Fakten, Entwicklungen.

8. August 2016 in E-Commerce | keine Kommentare

Titelbild E-Commerce Trendreport Q2 2016 bevhDer Jahreszenit liegt hinter uns und es wird Zeit, sich die Entwicklungen im E-Commerce und Online-Handel genauer anzusehen!

Hierzu liefert das Portal shopanbieter.de den regelmäßig erscheinenden Trendreport, der nachfolgend als Basis für richtungsweisende Zahlen, Fakten und Entwicklungen dienen soll.

Bleiben auch Sie in puncto E-Commerce und Online Marketing am Ball und erfahren Sie jetzt mehr zum Stand der Dinge für 2016!

Ob die Trendprognosen und Aussichten für 2016 in Erfüllung gehen?

Im Frühjahr haben wir uns hier im Blog unter anderem im Bereich E-Commerce mit den prognostizierten Trends und Aussichten für 2016 beschäftigt. Nun liegt der Jahreszenit hinter uns und es dürfen die ersten vorsichtigen Fazits gezogen werden.

Sollten Sie sich zuvor für die vorhergesagten Trends und Entwicklungen interessieren, dann empfehlen sich insbesondere drei unserer Blogbeiträge zu den Themen:

cover-ausgabe-1-klein TRendreport E-Commerce bevhSpätestens nach der Lektüre sollten Sie ausreichend über Trendprognosen für das laufende Jahr informiert sein. Bleibt nun die Frage, ob sich die Entwicklungen ebenso eingestellt haben, wie es die vorangegangenen Experten vermuteten. Und dazu ziehen wir den Trendreport des Portals shopanbieter.de zurate, in dem unter anderem in einer groß angelegten Konsumentenbefragung des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh) allein rund 40.000 Privatpersonen zum Einkaufsverhalten im Online- und Versandhandel befragt wurden. Brennende Eingangsfrage:

Wird der E-Commerce weiter stark wachsen oder droht nach vielen Jahres des Aufschwungs die Stagnation? Schauen wir es uns an!

Der Online-Handel wächst weiter deutlich!

Ok, die Headline könnte den Spannungsbogen gerade deutlich geschädigt haben, wäre demnach die brennende Eingangsfrage doch bereits beantwortet. Aber der Teufel steckt wie eh und je im Detail – also schauen wir uns die Entwicklung genauer an:

Im ersten Quartal 2016 legte der Interaktive Handel um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Unter „Interaktivem Handel“ wird Online- plus Versandhandel verstanden. Allerdings liegt der Anteil des Online-Geschäfts mittlerweile bei 93,3 Prozent, weshalb die Zahlen zunehmend synonym für den Online-Handel an sich stehen könnten. Der Umsatz digitaler Dienstleistungen beläuft sich im Q1 2016 auf rund 4 Milliarden Euro (inkl. USt.).

Volumen Waren im Interaktiven Handel (bevh)

Gehen wir noch etwas weiter ins Detail und schauen auf die Zahlen einzelner Warenbereiche. Hier zeigt sich, dass insbesondere beim Verkauf von Möbeln, Leuchten und Dekorationen deutliche Umsatzzuwächse zu verzeichnen sind.

Während es diverse weitere Gewinner gibt wie die Bereiche Bekleidung, Schuhe und Elektronikartikel/Telekommunikation zeigt der Trend bei anderen Produktbereichen eine negative Entwicklung zum Vorjahreswert. Zu den Verlierern zählen demnach Bücher und E-Books, Spielwaren sowie Bürobedarf.

Volumen Waren im Interaktiven Handel II (bevh)

Die Gründe für den doch recht deutlichen Einbruch beim Warenvolumen im Bereich der Bücher und E-Books sehen die Macher des Reports in diversen Änderungen des Konsumverhaltens, die zwar nachvollziehbar sind wie E-Book Abonnements oder Selbstverlage, aber leider nicht weiter belegt werden.

Konversionsraten bei Desktop, Tablet und Smartphone

Für viele Händler ist die Conversionrate (CR) besonders spannend, denn Sie wird gern als Gradmesser für erfolgreiches Marketing genutzt. Dementsprechend interessant sind die Fragen, auf welchen Devices, also Endgeräten liegt die Rate am höchsten und wie sieht die Entwicklung aus?

Aber zunächst zur Erinnerung: Bei der Konversionsrate handelt es sich grob gesagt, um die Angabe, wie viele der Besucher im eigenen Shop tatsächlich etwas erworben haben. Der Erfolg, also die Konversion kann auch eine andere Handlung wie eine soziale Interaktion (z. B. ein „Like“) oder die Bestellung eines Newsletters sein. Aber im Falle eines Online-Shops geht es natürlich unterm Strich insbesondere um den schnöden Mammon.

Abweichungen der Konversionsraten nach Endgerät (bevh)

Auf dem Chart ist sehr schön zu sehen, wo ein Problem mit dem „Mobile Boom“ liegt. Zwar zeigen die Trafficzahlen und Entwicklungen vieler Shops und Websites ganz deutlich, dass immer mehr Besucher über mobile Endgeräte auf ihre Angebote zugreifen, aber die jeweiligen Konversionsraten sehen nicht selten recht übel im Vergleich zum Desktop-PC aus.

Auf der einen Seite verlangen Google und Besucher nach mobilfreundlichen Sites, liefern aber auf der anderen Seite keine ansehnliche CR. Eine zunächst einmal unschöne Sache. Allerdings nutzen viele Menschen gerade das Smartphone für Recherchen – unter anderem während des Einkaufens in einem herkömmlichen Ladengeschäft (lesen Sie dazu auch „Zukunft Einkaufen“).

Sobald Mobile Payment aber salonfähig(er) geworden ist, dürften die Zahlen auch hierzulande deutlich nach oben gehen. Ein Hauptproblem der schlechten CRs liegt ganz gewiss im Mangel am Vertrauen gegenüber der Datensicherheit des eigenen Smartphones. Gut daran zu sehen, dass beim Tablet längst nicht so schlechte Zahlen vorliegen. Viele Menschen nutzen ihr Tablet vorwiegend in den eigenen vier Wänden per WLAN – ein deutlicher Vertrauensbonus für das Heimnetzwerk.

Sobald sich aber die Nutzer auf mobile Bezahlmethoden eingelassen haben, dürften die Zahlen der mobilen CRs bessere Ergebnisse liefern. Der Online-Kauf an sich ist hier definitiv nicht das Problem.

Generell ist Shopping per Smartphone auf einem guten Weg!

Eine Erhebung von idealo.de, die ebenfalls Teil des Trendreports ist, zeigt, dass die Smartphone-Nutzung zum Zweck des Online-Shoppings durchaus gefragt ist und sich weiter durch deutlich positive Signale auszeichnet. So gehen auch 2016 die Trafficzahlen beim Desktop-PC leicht zurück (genereller Trend), das Tablet stagniert und das Smartphone kann einen signifikanten Zuwachs am Trafficanteil verbuchen. Die Stagnation beim Tablet könnte in einer Marktsättigung sowie der Konkurrenz durch immer größere Displays bei Smartphones liegen.

Traffic-Entwicklung Desktop-PC, Smartphone, Tablet (bevh)

Eine positive Entwicklung zeigt zudem die App-Nutzung bei idealo, auf die wir hier aber nicht näher eingehen wollen. Außerdem bietet das international erfolgreiche Preisvergleichsportal mittlerweile auch den Direktkauf für Handelspartner. Hierbei zeigen erste Zahlen übrigens deutlich positivere Werte bezüglich des mobilen Einkaufens. Ein weiteres Zeichen dafür, dass wenn das nötige Vertrauen beispielsweise in eine App wie bei idealo vorhanden ist, die Besucher auch eher geneigt sind zu Käufern zu werden.

Das Preisdruckbarometer: 2016 startete ruhig.

Ebenfalls enthalten im Trendreport ist die Qualität des Preisdruckes im Frühjahr. Hier zeigt sich, dass es vergleichsweise ruhig zuging. Selbst der Platzhirsch des Repricings Amazon lieferte sich keine großen Preisschlachten und andere Online-Anbieter gerieten eher in den Fokus:

Repricing-Barometer April 2016 (bevh)

Den entscheidenden Grund für das vergleichsweise ruhige Frühjahr sehen die Macher des Charts von metoda beim Marktführer Amazon:

„Der deutsche E-Commerce orientiert sich am Marktführer. Selbst beim Repricing bestimmt also Amazon.de das Tempo. Ausreißer gibt es beim spezialisierten Fachhandel, wie im April bei Jacob Elektronik zu sehen ist. Gleichzeitig neigt sich die Saison im Reifengeschäft ihrem Ende entgegen. In den kommenden Wochen sollten wir wieder andere Anbieter zu sehen bekommen, die sich in den Vordergrund spielen.“ – Stefan Bures, CEO metoda

Starker Fokus auf Amazon, ebay und den eigenen Online-Shop!

Beim Fokus der Online-Händler, auf welche Vertriebskanäle sie jeweils setzen, gibt es eigentlich keine echten Überraschungen. Ganz klar hierzulande im Fokus liegen Amazon und ebay als externe Verkaufskanäle sowie der eigene Online-Shop als interner Vertriebsweg. Sonstige Märkte spielen kaum eine Rolle und deren Umsatzanteile fallen weiter.

Interessant ist, dass der eigene Webshop gegenüber den beliebten Einkaufsmärkten Amazon und ebay weiterhin deutlich führt und bei der Umsatzverteilung sogar um rund 2,4 Prozent zulegen konnte. Amazon zum Vergleich verzeichnet ein Plus von 0,8 Prozent und ebay muss sogar einen Verlust von 2,1 Prozentpunkten hinnehmen.

Umsatzverteilung Amazon, ebay, Online-Shop (bevh)

Außerdem weisen die Macher des Charts von plentymarkets darauf hin, dass aus dem Diagramm nicht abgelesen werden kann, dass die gezeigten Marktplatzumsätze mehrheitlich aus einem Artikel hervorgehen, während im eigenen Webshop zumeist mehrere Artikel pro Warenkorb verkauft werden. Mit anderen Worten: Grundsätzlich ist der Abverkauf über den eigenen Online-Shop auch aus dieser Perspektive interessanter – mal von den in der Regel höheren Gewinnmargen ganz abgesehen.

Altersgruppe 60+ wird immer interessanter für Online-Händler:

Als letztes Thema für unseren kleinen Rapport zum Trendreport wollen wir Ihnen einige Ergebnisse zum Thema „Altersgruppe 60+“ vorstellen. Zum einen deshalb, weil die Zielgruppe seit Jahren deutlich wächst, und zum anderen, weil somit Bestellverhalten und Interessen immer spannender für viele Online-Händler werden. Grundlage ist hierbei eine Erhebung der E-Commerce-Plattform Rakuten.

Zunächst einmal stieg der Anteil der über 60-Jährigen auf immerhin 12 Prozent. Das entspricht einem erneut deutlichen Wachstum von 20 Prozent – und zwar in den vergangenen 5 Monaten! Besonders stark ausgeprägt ist auch hier die Anzahl der männlichen Kunden. Der Grund hierfür wird wie bei anderen Altersgruppen insbesondere im starken Bereich der Computer & Software-Produktsortimente gesehen.

Kundenstruktur nach Alter und Geschlecht - Rakuten (bevh)

Interessant an den Ü60 ist zudem, dass hier auch die Bestellung per Telefon (Hotline) noch eine große Rolle spielt. Sollten Sie als Shop-Betreiber also ein Auge auf die finanzstarke Zielgruppe geworfen haben, müsste diese Bestelloption vorläufig weiterhin zur Verfügung stehen.

Anteil der Bestellungen mobil & per Telefon - Rakuten (bevh)

Spannend ist natürlich auch das Kaufinteresse der gesetzteren Herren und Damen. Hier zeigt sich, dass die Interessen zwischen Jung und Alt gar nicht mehr so weit auseinander liegen. Das macht es für Händler deutlich einfacher, obgleich unter anderem die Kundenansprache freilich diverse Unterschiede aufweisen kann.

Top-Produktkategorien nach Altersgruppe - Rakuten (bevh)

Fazit: Ein bunter Report mit teils interessanten Ergebnissen

Im Trendreport des Portals shopanbieter.de werden diverse aktuelle Themen des E-Commerce angeschnitten, die von einzelnen Händlern, Portalen und Marktforschern zusammen getragen wurden. Daraus resultiert eine recht bunte Mischung, die bisweilen eine klare rote Linie vermissen lässt und häufig statt mit deutlichen Zahlen unbelegte Vermutungen über Ursachen und Wirkungen aufstellt. Das ist zwar etwas schade, aber immerhin liefert die Arbeit diverse Trends und Beobachtungen namhafter Unternehmen, mit denen erfahrene Online-Händler eigentlich gut arbeiten können (sollten).


In unserem kleinen Rapport haben wir Ihnen nur einige Einblicke in den 23-seitigen Trendreport geben können und damit versucht, einen möglichst verwertbaren Überblick zu bieten. Wenn Sie sich eingehender mit der Arbeit beschäftigen möchten, finden Sie im unteren Linkbereich die entsprechende Weiterleitung. Unbedingt empfehlen möchten wir Ihnen die Lektüre der im oberen Bereich verlinkten Beiträge zum E-Commerce.

Quellen und Links:

Die verwendeten Grafiken stammen alle aus dem Trendreport.

Ebenfalls themenrelevant interessant sind die beiden bitkom-PMs, die Sie hier (Smartphone– & ITK-Markt-Entwicklung) finden.

Das Titelbild entspricht dem Titelbild des Trendreports.

 
 

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